Weil im Schönbuch Diese Stimme packt Whitney Houston

Ihre Geschichte beginnt mit einem Hit von Whitney Houston: Vanessa Tuna probt für die neue Show im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Ihre Geschichte beginnt mit einem Hit von Whitney Houston: Vanessa Tuna probt für die neue Show im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Für Vanessa Tuna wird ein Traum wahr: In einer neuen Show am Friedrichsbau Varieté spielt die Sängerin aus Weil im Schönbuch die Hauptrolle – und erzählt auch ihre eigene Geschichte.

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Weil im Schönbuch - Vanessa Tuna braucht kein Mikrofon: Ihre Stimme füllt ohne Verstärkung den Saal aus. Sie packt Whitney Houston. „I wanna dance with somebody“, singt sie im gelben, kurzen Blümchenkleid allein auf der Bühne. Es ist der Anfang der neuen Show im Friedrichsbau Varieté, sie spielt ein junges Mädchen mit einem Traum. Es ist im Prinzip ihre Geschichte. Vanessa Tuna war 13 Jahre alt, als sie das erste Mal auf einer Bühne stand und singen durfte. „Mir war sehr früh klar, dass ich das für immer machen will“, sagt sie. Mittlerweile hat es die junge Frau aus Weil im Schönbuch ganz schön weit gebracht: zu einer Hauptrolle in Stuttgart und zu einer Fangemeinde in den Vereinigten Staaten.

Und diese Geschichte wurde ihr in die Wiege gelegt. Ihr aus der Türkei stammender Vater ist Gitarrist, die Mutter Tänzerin. Er nahm sie zu seinen Auftritten mit. Als Kind versuchte sie, über Whitney Houstons drei Oktaven mitzuträllern. Einen Künstlernamen musste sie sich auch nicht ausdenken, es ist ihr richtiger. Den Realschulabschluss hat Vanessa Tuna abgelegt und ein Jahr an der Jazz- und Rockschule Freiburg verbracht. Ansonsten ist sie eine Autodidaktin. Sie schreibt und produziert ihre Songs selbst. Pop und Soul sind noch immer ihre Richtung. Sie singt auf Englisch, das klinge weicher, runder und wärmer, findet sie. Ihr erstes Album hat sie vor drei Jahren herausgebracht. Überhaupt macht sie alles in Eigenregie – zusammen mit ihrem Manager Martin Leitzinger.

Mehr als 160 Stationen in den USA spielten ihren Song

Ihren Erfolg nach klassischen Maßstäben zu messen, ist nicht einfach. Einen Plattenvertrag mit einer internationalen Firma hat Vanessa Tuna nicht. Aber Platten verkauften sich heutzutage auch nicht mehr, sagt ihr Manager. „So habe ich alle Freiheiten“, sagt sie. In Deutschland ist die Sängerin in diesem Jahr bei der Eröffnungsshow der Berliner Fashion Week aufgetreten, sie war in der Sendung ZDF-Fernsehgarten und hat in der Porsche Arena beim Handball Super Cup zwei Lieder zum Besten gegeben. In den Vereinigten Staaten ist die junge Frau aus Weil im Schönbuch im Radio zu hören. Mehr als 160 Stationen spielten die Single „The Voice“, die sie extra für die Varieté-Show komponiert hat. In speziellen Radiohörer-Charts war Vanessa Tuna schon in der Top 100 vertreten.

Das Internet macht den Schritt über den großen Teich klein. Martin Leitzinger stellte die Songs seiner Sängerin in ein Online-Musik-Portal ein. Die Resonanz sei überwältigend gewesen, erzählt er, und dadurch landeten sie im Radio. Ihre selbst gedrehten Videos von ihrem Album sind damals nach der Veröffentlichung jeweils mehr als eine Million Mal aufgerufen worden. „Die Menschen wollen Geschichten hören, echte Emotionen spüren“, ist Vanessa Tuna überzeugt, und deshalb komme sie als Selfmade-Sängerin so gut an. Authentisch ist auch ihr Auftritt im Friedrichsbau Varieté – ohne Vorbereitung, ohne Mikrofon und ohne Begleitmusik. Es ist eine Stimme, die für Gänsehaut sorgen kann.

Die Premiere ist am 11. September

„One Moment in Time“ heißt die Vorstellung, die am 11. September Premiere hat. Mit Artisten und Akrobaten teilt sich Vanessa Tuna dann die Bühne, mit den Songs von Whitney Houston erzählt sie ihre Geschichte. Nur enden soll sie nicht wie die ihres großen Vorbilds, das vor drei Jahren viel zu früh gestorben ist. Vanessa Tuna weiß, was das Showbusiness alles anrichten kann, und verrät deshalb ihr Alter nicht. „Das wichtigste ist der Moment“, sagt sie, „der Moment zählt.“




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