Dank sei Karl dem Großen, der 812 beschloss: Wer in Deutschland eigenen Wein anbaut, darf den auch ausschenken. Eine echte Besenwirtschaft muss sich dabei an strenge Regeln halten. Nur bis zu zwölf Wochen im Jahr darf sie öffnen und nur eigenen Wein ausschenken.
Dazu dürfen einfache Speisen gereicht werden und man kann für die Gäste das Wohn- und das Schlafzimmer ausräumen und Tische und Bänke reinstellen. Das Ganze ist von außen mit einem Busch, einem Strauß oder wie im Schwabenländle mit einem Besen zu kennzeichnen. „Unechte“ Besen werden meist auch von Winzern betrieben, sehen es aber mit den Regeln nicht ganz so eng.
Wir haben für euch die schönsten (echten und unechten) Besenwirtschaften in Stuttgart gesammelt.
Besenwirtschaft Rauscher
Bis zum 27. Oktober öffnet Andreas Rauscher sein Lokal in Obertürkheim. Opa Hans startete als einer der ersten Weinbaubetriebe in Stuttgart. Seither hat sich wenig verändert: Die Einrichtung ist noch die gleiche, es gibt Maultaschen und Käsebrot, der Wein wird aus Henkelgläsern getrunken und kommt von der Weinmanufaktur Untertürkheim.
Besenwirtschaft Rauscher, Im Mäder 8, Stuttgart-Obertürkheim, ab 11 Uhr, Di Ruhetag
Besen 66
Der Winterbesen an der Neuen Weinsteige öffnet vom 12. Oktober bis zum 21. Dezember seine Türen. Die alten Gewölbekeller sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet, mit Kristalllüster, Spiegel, Kerzen und Blumen. Die offenen Kamine in den Gasträumen laden zum Verweilen ein. Die ausgeschenkten Weine stammen unter anderem vom Scharrenberg in Stuttgart und aus dem Remstal.
Besen66, Neue Weinsteige 66, Stuttgart-Süd, Di-So 17-23 Uhr
Stadtbesen
Besenwirtschaften kennt man ja eher aus ländlichen Gegenden. Die Calwer Straße hat aber auch einen – den Stadtbesen, der ans Gasthaus Paulaner direkt daneben angeschlossen ist: heimische Weine, dazu herzhafte Kleinigkeiten, im Sitzen oder Stehen schnabuliert, fertig.
Stadtbesen, Calwer Str. 43, Stuttgart-Mitte, Di-Do 17-23.30, Fr 17-0.30, Sa 11-0.30 Uhr
Besenwirtschaft bei d‘r Elsbeth
Seit den frühen 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird hier, immer noch in den gleichen Räumen des ehemaligen Bauernhauses, der eigene Fasswein ausgeschenkt. Elsbeth schenkt vom 11. September bis zum 11. November ihren Gästen trockenen Trollinger, Rot oder Rosé, einen frischen Riesling oder eine Cuvee aus Cabernet Sauvignon und Merlot, im Barrique gereift, aus dem Krug ins Glas. Zum Wein werden typisch schwäbische Spezialitäten gereicht.
Besenwirtschaft bei d‘r Elsbeth, Epplestr. 54, Stuttgart-Degerloch, Mo-Sa 11-23 Uhr
Zum Dreimädelhaus
Am Fuße der Weinberge von Uhlbach, nahe der Grabkapelle und dem Weinbaumuseum, liegt das Weingut Currle mit dem Besen Zum Dreimädelhaus. Von Mitte März bis Anfang Mai und von Ende September bis Anfang November wird hier auf dem Gut ausgeschenkt. Gekocht wird schwäbisch regional: geschmorte Schweinebäckle, Sülze vom Tafelspitz, Maultaschen mit Kartoffelsalat und Linsen und Spätzle. Am Nachmittag gibt es hausgebackene Kuchen und warmen Ofenschlupfer mit Kaffeespezialitäten. Alle Weine und Sekte stammen aus eigener Erzeugung vom Weingut Currle.
Zum Dreimädelhaus, Tiroler Str. 17, Stuttgart-Uhlbach, Di-So ab 11.30 Uhr
Der Besen
Ab dem 13. November werden Gäste in familiärer Atmosphäre im Hause Gohl mit Wein vom Scharrenberg und hausgemachten Speisen wie Krustenbraten, Maultaschen (auch vegetarisch) und Fleischküchle verwöhnt.
Der Besen, Leinfeldener Str. 35, Stuttgart-Degerloch, Mo-Sa ab 17 Uhr
Sonnenbesen Zaiß
Vom 20. Oktober bis 3. Dezember öffnet das Weingut Zaiß in Obertürkheim seinen Sonnenbesen. Zu trinken gibt es natürlich den eigenen Wein.
Sonnenbesen Zaiß, Uhlbacher Str. 23, Stuttgart-Obertürkheim