Weinstadt Das Yin und Yang der Stadt

Zum 40-Jährigen Weinstadts setzen die Mitglieder des Kunstraums die Stadt und ihre Bewohner ins Bild. Foto: Gottfried Stoppel
Zum 40-Jährigen Weinstadts setzen die Mitglieder des Kunstraums die Stadt und ihre Bewohner ins Bild. Foto: Gottfried Stoppel

Vor 40 Jahren ist die Weinstadt aus fünf Gemeinden gebildet worden. Anlässlich dieses runden Geburtstags hat der örtliche Kunstverein die Stadt aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen.

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Weinstadt - Ein Thema und 15 Künstler, die es umsetzen – jeder von ihnen auf seine ganz eigene Art und Weise. So ist eine Ausstellung über „40 Jahre Weinstadt“ entstanden, welche die 1975 aus fünf Weindörfern zusammengeschweißte Kommune aus verschiedenen Blickwinkeln darstellt. Gestaltet hat sie der noch junge Verein Kunstraum Weinstadt.

Die Vereinsmitglieder kommen aus sämtlichen Teilorten

Die Mitglieder des vor nur etwas mehr als einem Jahr gegründeten Vereins kommen aus sämtlichen Teilorten sowie darüber hinaus aus Waiblingen, Remshalden und Kernen. So bietet die Ausstellung sowohl einen Blick von innen als auch von außen auf Weinstadt. Welches Gesamtbild der Kommune sich daraus letztendlich ergibt, und ob ihre Identität, wie es in der Pressemitteilung der Stadt dazu heißt, tatsächlich mehr ist als die Summe der fünf bisherigen Teilort-Identitäten, entscheiden die Besucher, meint die Kunstraum-Vorsitzende Silvia Lehmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dabei bestehe die Ausstellung, erklärt Lehmann, „nicht nur aus Fachwerkhäusern und Weinbergen“ – aber auch, was sich bei dem Blick auf ein paar der Werke, bei den Aufbauarbeiten am Donnerstag in der Galerie im Rathaus Beutelsbach bestätigt. Lehmann selbst beispielsweise, die 1998 von Brandenburg nach Endersbach gezogen ist, zeigt abstrakte Darstellungen in Encaustic und Schellack. „Tanz der Reben im Herbst“ und „im Sommer“ nennt sie ihre mit Wachstechnik gefertigten Bilder, die das für Weinstadt prägende Landschaftsbild im Lauf der verschiedenen Jahreszeiten darstellen.

Ohne Zweifel das Yin der Stadt. Denn in einem anderen ihrer Bilder hat sie diese in einem Taiji aufgeteilt, dem typischen Symbol für die entgegengesetzten und dennoch aufeinander bezogenen Kräfte aus der chinesischen Philosophie. Im Yin stehen dabei Begriffe wie „Kappelberg“ und „Weinberge“, im Yang, der aktiven Seite der Stadt, „Kalkofen“, „B29“ und auch Veranstaltungstitel wie „Nacht der Keller“.

Neue Heimat dargestellt

Mohammed Hbabcha hingegen gibt in seinen Aquarellbildern Ortsansichten, wie die Kirche in Beutelsbach, oder auch Mohnblumen naturalistisch wieder. Dabei spiegelt sich in seinen Werken die Liebe, die der gebürtige Marokkaner, der vor 24 Jahren nach Weinstadt gekommen ist, für seine „neue Heimat“ empfindet.

Neben Gemälden in Aquarell, Öl und Acryl finden sich aber auch noch Skulpturen, Federzeichnungen und Fotokunst in der Schau. Gerade diese unterschiedlichen Schwerpunkte der Künstler und ihre individuell verschiedenen Verbindungen, die sie zu Weinstadt haben, machten die Ausstellung aus, sagt Silvia Lehmann. „Das ist das Spannende an ihr“, findet auch Bernd Breivogel, der seitens der Stadtverwaltung die Ausstellung betreut und sichtlich erfreut darüber ist, dass Weinstadt nach 40 Jahren nun einen eigenen alle Teilorte übergreifenden Kunstverein hat.




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