Weltcup in Are Lindsey Vonn holt Große Weltcup-Kugel

Mit ihrem Riesenslalom-Sieg in Are hat Lindey Vonn die Große Kristallkugel vorzeitig gewonnen.

Are - Die geschlagene Viktoria Rebensburg war erste Gratulantin. Nachdem Lindsey Vonn mit ihrem Riesenslalom-Sieg beim Weltcup in Are die Große Kristallkugel vorzeitig gewonnen hatte, nahm die Olympiasiegerin die amerikanische Rennfahrerin in den Arm, klopfte ihr anerkennend auf den Rücken.

Rebensburg ist zufrieden mit Platz drei

Aber auch die drittplatzierte Rebensburg selbst durfte sich freuen, denn mit 95 Punkten Vorsprung im Riesentorlauf-Weltcup müsste sie beim Saison-Finale in Schladming schon ausscheiden und Vonn dort gewinnen, um die Disziplin-Trophäe noch zu verspielen. "Ich habe nicht alles riskiert und bin zufrieden mit dem dritten Platz", sagte Rebensburg, die taktisch klug gefahren war.

Als erste deutsche Skirennfahrerin dürfte Rebensburg in einer Woche den Gewinn der Riesentorlauf-Kristallkugel wiederholen. In einer ganz anderen Liga jagt Vonn die Rekorde. Der Erfolg am Freitag in Schweden war der 52. im alpinen Ski-Weltcup, nur Annemarie Moser-Pröll (Österreich/62 Siege) und Vreni Schneider (Schweiz/55) haben mehr. Dazu heimste die Abfahrts-Olympiasiegerin ihre vierte Große Kristallkugel ein. Nur Moser-Pröll hat noch zwei Gesamtweltcupsiege mehr als Vonn.

Vonn:  Fahre, um Rekorde zu machen

Diese Bestmarken scheinen für die Amerikanerin nur noch eine Frage der Zeit, einen anderen Zahlenrekord kann sie bereits in diesem Winter knacken. Fünf Rennen vor dem Saisonende hat sie 1808 Punkte auf dem Konto. Die 2000-Punkte-Marke von Hermann Maier (Österreich/Jahr 2000) und die der besten Dame Janica Kostelic (Kroatien/Jahr 2006/1970 Punkte) wackeln bedenklich. Mehr Siege in einer Saison als der in diesem Winter elfmaligen Gewinnerin Vonn glückten nur der Schweizerin Vreni Schneider (14).

"Die Rekorde bedeuten alles für mich. Deshalb fahre ich, um Rekorde zu machen. Aber das Wichtigste für mich ist, mich auf das Skifahren zu konzentrieren", sagte Vonn kürzlich. Am Freitag fand sie den Tagessieg einfach nur "unglaublich". Da musste auch Rebensburg staunend nicken - sie will in der kommenden Woche beim Saison-Abschluss zurückschlagen. "Lindsey hat mit ihrem Sieg Einiges gut gemacht. Ich versuche in Schladming ein gutes Rennen zu machen", betonte die 22-Jährige. Vor fünf Jahren feierte sie bei der WM an selber Stelle ein bärenstarkes Debüt mit Rang acht, jetzt fuhr sie bereits zum elften Mal auf ein Weltcup-Podest.

Maria Höfl-Riesch mit wechselhafter Saison

Lindsey Vonn und Viktoria Rebensburg ließen sich auf dem Podest feiern, dagegen lag Maria Höfl-Riesch nach dem ersten Durchgang im Schnee. Wieder einmal, der achte Ausfall der nun entthronten Gesamtweltcupsiegerin in einer sehr wechselhaften Saison. "Diese Ausfallquote darf einfach nicht passieren. Das muss man so ganz kritisch betrachten", räumte die 27-Jährige ein. "Schade, dass ich jetzt so wenig Ergebnisse in den technischen Disziplinen in letzter Zeit geschafft habe. Aber da muss ich durch."

Wie schon am vergangenen Wochenende in Ofterschwang war außer Rebensburg nicht viel los im deutschen Team. Die angeschlagene Lena Dürr holte als 21. Weltcup-Punkte und ist wie Rebensburg und Höfl-Riesch beim Weltcup-Finale dabei. Veronique Hronek, Veronika Staber und Simona Hösl schieden in Are wie Höfl-Riesch aus.

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