Das Lachen soll triumphieren – und die Freude am Manegenzauber: Auf dem Cannstatter Wasen ist das Zelt für den 28. Weltweihnachtscircus nun aufgebaut. Zirkuschef Henk van der Meijden jubelt: Der Vorverkauf läuft so gut wie 2019 vor der Pandemie.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Henk van der Meijden hat die Zwangspause, unter der er und sein gesamtes Team gelitten haben, genau berechnet. „Nach 1066 Tagen Abwesenheit feiern wir am 8. Dezember die Rückkehr in Stuttgart – und die wird triumphal“, jubelt der Chef des Weltweihnachtscircus am Telefon im Gespräch mit unserer Zeitung. Noch ist der 85-Jährige in Holland, wird aber bald nach Stuttgart zu den Proben reisen, wo das größte Zelt seines Unternehmens bereits aufgebaut ist.

Acht statt wie früher sechs Masten sind auf dem Wasen errichtet. In der Sonne glänzen die Planen weiß mit roten Spitzen. Über 3000 Sitze stehen bereit. Seinen Gästen gönnt der Zirkuschef mehr Platz, um die Ansteckungsgefahren gering zu halten. Mit dem Vorverkauf ist er angesichts der unsicheren Zeiten mehr als zufrieden. „Bei den verkauften Karten haben wir bereits das Niveau von 2019 zur selben Zeit vor Corona erreicht“, freut sich der Impresario.

Dem Zirkuschef ist ein Coup gelungen

Vor einem Jahr war das große Zelt bereits aufgebaut. Doch dann hat die Landesregierung die Obergrenze wegen der Pandemie auf 750 Gäste festgesetzt – damit wäre ein so großer Zirkusbetrieb zum desaströsen Minusgeschäft geworden. Tränen der Artisten sind geflossen. „Das war sehr hart für alle“, erinnert sich Henk van der Meijden, der seit 28 Jahren rund um Weihnachten Stuttgart zur Zirkusmetropole der Welt macht.

Nun werden Freudentränen fließen. Dem Chef ist ein Coup gelungen. Um René Casselly, der in diesem Jahr als Sieger der RTL-Show „Let’s Dance“ die Herzen vieler Zuschauer erobert hat, reißen sich etliche Veranstalter, ob für Zirkus, Varieté oder Fernsehen. Der 25-Jährige, ein Zirkuskind in der siebten Generation, hat sich für den Wasen entschieden. Henk van der Meijden ist ein väterlicher Freund. Der Produzent kennt ihn, seit dieser ein Baby war und mit seiner Familie im Wohnwagen lebte. „Auch seine Profitanzpartnerin Kathrin Menzinger hab’ ich eingeladen“, sagt der Veranstalter, „die beiden verbinden spektakuläre Akrobatik mit aufregendem Tanz.“ Am kommenden Freitag treten sie bei der „Let’s -Dance“-Show in der Schleyerhalle auf – es ist ausverkauft!

„Es ist so schön, wieder nach Stuttgart zu kommen“

In Stuttgart wird René Casselly zum ersten Mal in der Zirkuswelt einen doppelten Salto auf einem Pferd und ein Pas de trois mit seiner Schwester Merry Lu und der Artistin Quincy vorführen. Noch mehr Weltrekorde und preisgekrönte Nummern wird der 28. Weltweihnachtscircus bis zum 8. Januar präsentieren. Mit dabei ist Bello Nock, der laut „Time Magazin“ der beste Clown der USA ist. Nach den langen Entbehrungen „muss jetzt das Lachen triumphieren“, findet Henk van der Meijden, der in Tochter Elisa van der Meijden eine Nachfolgerin gefunden hat, die ebenso zirkusverrückt ist. Die Einnahmen der Premiere am 8. Dezember, zu der zahlreiche prominente Gäste erwartet werden, geht an die Olgäle-Stiftung. Für den 2. Januar laden Vater und Tochter 100 Kinder aus benachteiligten Familien ein, die über den Verein Stille Not von Gudrun Nopper, der Frau von OB Frank Nopper, dabei sein dürfen.

„Es ist so schön, wieder nach Stuttgart zu kommen“, jubelt Henk van der Meijden am Telefon. Das Stuttgarter Publikum sei ganz besonders – und die Stimmung auf dem Cannstatter Wasen „einfach sensationell“.

Karten gibt es bei Easy Ticket unter Telefon 0711/2 55 55 55 oder im Netz unter https://weltweihnachtscircus.de/