Weltweite Trauer um südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela ist tot

Der südafrikanische Nationalheld und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hat sich als Staatsmann und Vermittler in Konflikten weltweit Wertschätzung erworben. Foto: dpa 7 Bilder
Der südafrikanische Nationalheld und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hat sich als Staatsmann und Vermittler in Konflikten weltweit Wertschätzung erworben. Foto: dpa

Er galt weltweit als Symbolfigur für Freiheit und Humanität: Am Abend ist der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Johannesburg gestorben.

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Johannesburg- Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela ist tot. Der 95-Jährige sei gestorben, teilte Präsident Jacob Zuma am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache mit. „Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren.“ Mandela, der vom überzeugten Anti-Apartheid-Kämpfer zum ersten schwarzen Präsidenten seines Landes wurde, war seit geraumer Zeit schwer erkrankt. Politiker weltweit würdigten den Verstorbenen als große Persönlichkeit.

„Er ist friedlich entschlafen (...). Unser Land verliert einen Vater“, sagte Zuma bei seiner Fernsehansprache gegen 22.30 Uhr MEZ. „Wir sprechen unsere tiefe Dankbarkeit für ein Leben im Dienst der Menschen dieses Landes und der Sache der Menschheit aus“, sagte Zuma. Landesweit wurden die Fahnen bis zur Beerdigung auf Halbmast gesetzt; ein Datum wurde zunächst nicht genannt.
 
Der Friedensnobelpreisträger, der wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-Regime 27 Jahre im Gefängnis war, galt weltweit als Symbolfigur für Freiheit und Humanität. Nelson Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland und wurde dafür 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas und blieb bis 1999 in diesem Amt.
 
Obama: Mandela hat mehr erreicht, als von jedem Menschen erwartet werden kann

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Mandela als „Giganten für die Gerechtigkeit“. Der Friedensnobelpreisträger sei eine „Quelle der Inspiration“ für die ganze Welt gewesen, erklärte Ban in New York.
 
US-Präsident Barack Obama nannte den Verstorbenen einen „mutigen und zutiefst guten“ Menschen. „Durch seine unbeugsame Würde und den unbedingten Willen, seine eigene Freiheit für die Freiheit der anderen zu opfern, hat er Südafrika grundlegend verändert und uns alle bewegt“, sagte Obama im Weißen Haus. Der Friedensnobelpreisträger habe „die Geschichte in die Hand genommen“ und „mehr erreicht, als von jedem Menschen erwartet werden kann“.
 
Ex-Präsident Bill Clinton nannte Mandela einen „wahren Freund“. „Die Welt hat heute einen ihrer wichtigsten politischen Führer und feinsten Menschen verloren“, sagte Clinton, der bei Mandelas historischer Wahl im Weißen Haus amtierte.
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte das Wirken Mandelas als „Inspiration“. „Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben“, erklärte Merkel am Freitag.
 
Seine letzte Ruhe soll er in seinem Heimatort finden
 
Mandela war im Sommer wegen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in der südafrikanischen Hauptstadt behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger im Kreis seiner Familie verbracht. Er soll in seinem Heimatort Qunu im Südosten des Landes beigesetzt werden.

Der greise Ex-Präsident war binnen sechs Monaten viermal im Krankenhaus behandelt worden. Im Dezember 2012 unterzog er sich einer Gallensteinoperation. Anschließend erlitt Mandela eine Infektion der Atemwege. Im April musste er wegen einer Lungenentzündung zehn Tage ins Krankenhaus.

Seit Jahren keine öffentlichen Auftritte mehr

Nach der erneuten Einlieferung in die Klinik Anfang Juni berichtete das Präsidialamt mehrfach von lebensbedrohlichen Krisen. Zeitweise soll der 95-Jährige künstlich beatmet worden sein und wegen Nierenversagens Dialysen bekommen haben. Die Ärzte hätten der Familie angeboten, über die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte zu entscheiden, meldete die Zeitung "The Citizen".

Der zunehmend gebrechliche Nationalheld hatte sich seit vielen Jahren öffentlich nicht mehr geäußert. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei der Schlussfeier der Fußballweltmeisterschaft im Juli 2010 in Johannesburg.

 




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