Eigentlich will er einfach nur kreativ sein können – und glücklich. Wenn er eines von beiden nicht hinkriegt, dann macht Felix Fräßdorf nicht weiter oder er ändert einfach etwas. „Ich höre auf meine Gefühle, und vor allem höre ich auf meinen Körper und will mir keinen Druck machen. Bis ich etwas anpacke, dauert es auch mal länger. Aber wenn ich loslege, dann richtig.“
Mit seiner Einstellung hat es der 17 Jahre alte Welzheimer schon weit gebracht
Mit der Einstellung hat es der 17 Jahre alte Welzheimer schon ganz schön weit gebracht, denn als Kandidat der Kika-Casting-Show „Dein Song“ hat er sich mit seinem Hip-Hop-Stück „Verschwendete Zeit“ ins Finale gerappt und freut sich „jo Mann, mega natürlich“. Dabei gilt für ihn, egal, ob er gewinnt oder nicht: „Ich will authentisch bleiben und ehrlich und individuell mein Ding machen.“ Wenn man ihn anschaut – Kopfhörer, Sakko, Halskette und jede Menge große Ringe an den lackierten Fingernägeln –, dann glaubt man, dass das nicht nur Floskeln sind, sondern ein junger Mann versucht, seinen eigenen Weg zu gehen und sich dabei nicht in der Masse zu verlieren. „Es ist toll, dabei momentan durch ,Dein Song’ und die coolen Leute dort Aufmerksamkeit und Hilfe zu bekommen.“
Bei „Dein Song“ kriegt der junge Musiker Hilfe und Unterstützung
Und Unterstützung gibt es zur Genüge in dem TV-Format des Kinderkanals Kika von ARD und ZDF. Die Jury hat auch bei dieser 16. Staffel entschieden, wer von den insgesamt 13 jungen Musikern sowie dem Songwriterduo mit einem Musikpaten an seinem selbst geschriebenen Song arbeiten und sich auf eine musikalische Reise begeben darf. So war es auch bei Felix Fräßdorf, der mit seinem Paten Conny an dem Stück „Verschwendete Zeit“ arbeiten durfte. Ziel ist die Entstehung eines Musikvideos und natürlich die finale Liveshow, die am kommenden Freitag in Köln über die Bühne gehen wird. Bei dem TV-Format sei eine bunte Mischung an talentierten Kandidaten am Start gewesen, wodurch er seine Chancen als sehr gering eingeschätzt habe, sagt Felix Fräßdorf. „Jetzt hat es trotzdem mit der finalen Liveshow geklappt, das ist total krass und toll.“ Und wie fühlt er sich nun ein paar Tage vorher? Ein bisschen Lampenfieber vielleicht? „Wirklich aufgeregt bin ich eigentlich nicht. Kurz vielleicht. Aber dann ist es einfach ein richtig geiles Gefühl, und ich freue mich total drauf, live performen zu dürfen.“
Gestartet hat Felix Fräßdorf mit dem Schlagzeug und Rap-Battles
Zur Musik gekommen ist der Schüler – er siedelt sich zwischen Rap und Hip-Hop an und lässt auch mal Techno miteinfließen – eines Berufsgymnasiums eher durch Zufall. Als Kind hatte er eines Tages den dringenden Wunsch, Schlagzeug zu lernen. Und das, obwohl die Familie eher unmusikalisch war. „Meine Schwester hat sich mit Flöte und Tenorhorn ausprobiert, aber eher, weil man halt mal ein Instrument spielt und nicht, weil sie richtig musikalisch durchstarten wollte.“ Das wollte Felix Fräßdorf, der seine Musik unter dem Künstlernamen „Creelixon“ produziert und präsentiert, eigentlich auch nicht gleicht. Einmal mehr galt die Devise, es kommt wie es kommen soll. Doch als er dann endlich mit dem Schlagzeug anfangen durfte, war klar, wohin die Reise geht. Bald kam er das erste Mal mit Online-Battle-Rap in Kontakt – und blieb bei dem musikalischen Schlagabtausch erst mal hängen. „Gruppen oder einzelne Künstler sind gegeneinander angetreten und haben sich mit ihren Songs wie beim Poetry-Slam gebattlet“, erklärt Felix Fräßdorf oder besser Creelixon. Der Künstlername stammt aus seiner Minecraft-Zocker-Zeit. „Dort gab es ein Monster mit dem Namen ,Creeper’. Das hab’ ich mit Felix gemixt und herauskam dann irgendwann Creelixon.“
Das mit den Battles machte der „DeinSong“-Finalist bis 2022. Das weiß er noch ganz genau, weil da eine neue Zeitrechnung begann. „Ich fing an, mich als Mensch weiterzuentwickeln und mich richtig mit Musik und Rap zu befassen. Zusätzlich begann ich auch, selbst zu produzieren“, sagt der junge Künstler, der sich vieles auch autodidaktisch beibringt. In der Zeit distanzierte er sich immer mehr vom Batte-Rap. Dafür hatte er seinen ersten richtigen Auftritt in Frankreich beim Schüleraustausch. „Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich habe geträumt, dass ich auftreten werde, und am nächsten Tag hab’ ich es dann gemacht.“
Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem er nicht an Songs bastelt
Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem er nicht an Songs bastelt. Erst komponiert er Melodien – Rap mit Elementen anderer Genres – dann schreibt er Songtexte, und die sind gerne tiefgründig. „Bei mir geht viel im Kopf rum. Da sind die Musik und die Texte ein Ventil, meine Gefühle auszudrücken. Außerdem will ich mit den Worten und Inhalten die Menschen, die meine Musik hören, berühren.“ Ein Leben ohne Musik könnte er sich nicht vorstellen. Ein Leben nur mit Radiomusik auch nicht. „Ich hab’ da meine ganz eigene Playlist und höre eigentlich nie Radio.“ Zum Glück hat er stattdessen mal in „Dein Song“ reingezappt und sich gedacht, dass er dort doch auch mal einen Song einreichen könnte. Aktuell hätte er wohl weder fürs Fernsehen noch fürs Radio Zeit. Die nächsten Tage heißt es: Proben fürs Finale. Danach will er die erste Single rausbringen. „Und wenn ich endlich meinen Führerschein habe, bin ich erst mal weg. Und schaue, wohin es mich treibt. Auf jeden Fall in eine inspirierende Großstadt.“
Die Liveshow kommt am Freitag, 15. März, ab 19.05 Uhr im Fernsehen und parallel auf kika.de.