Weniger Stau zur Panzerkaserne Radler-Brücke und breitere Kreuzung

Die täglichen Staus an der Kreuzung der Panzerstraße mit dem Herdweg sollen im Dezember ein Ende haben Foto: Archiv/Thomas Bischof

Stadt und Kreis Böblingen bringen eine fünf Meter breite Radbrücke über die Panzerstraße auf den Weg und verbreitern die Kreuzung mit dem Herdweg. Außerdem entsteht ein neuer Radweg nach Schönaich.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Böblingen/Schönaich - Der Verkehr auf der Panzerstraße von Böblingen nach Schönaich soll bald flüssiger fließen. Der Verkehrsausschuss des Böblinger Kreistags hat jetzt die Straßenplaner im Landratsamt zu einer rund 2,9 Millionen Euro teuren Verbreiterung der Panzerstraße an der Kreuzung mit dem Herdweg ermächtigt. Durch die Aufweitung entsteht Platz für eine weitere Geradeausspur in Richtung Schönaich und einen auf insgesamt 80 Meter verlängerten Rechtsabbieger in den Herdweg. Da die Baustelle möglichst noch vor dem Ausbau der A 81 fertiggestellt werden soll, drückt die Verwaltung aufs Gas: Spätestens Mitte Mai sollen die Bagger anrücken, im Dezember will man schon fertig sein.

 

Damit sollen die Staus auf der Strecke bald ein Ende haben. Denn auf dem Abschnitt zwischen Thermalbad-Kreuzung und Panzerkaserne zeigt sich im Berufsverkehr täglich ein ähnliches Bild: eine Blechlawine drückt sich zäh in Richtung Panzerkaserne. Rund 26 000 Autos pro Tag haben Verkehrsexperten an diesem verkehrstechnischen Nadelöhr gezählt, Tendenz steigend. Viele von ihnen sind Angehörige der US Army, die zum Haupteingang der Panzerkaserne an der Herdweg-Kreuzung drängen. Die Verkehrsmenge dürfte bis 2030 sogar noch auf 30 000 Autos und mehr anschwellen. Der Grund: Die Amerikaner bauen auf ihrem Gelände einen neuen großen Lebensmittelmarkt. Im Januar setzte das zuständige Bundesinnenministerium seine Unterschrift unter eine entsprechende Vereinbarung über Bau und Finanzierung. Dagegen hatte die Stadt Böblingen zunächst ein Veto eingelegt – die Amerikaner sollten sich finanziell am dafür notwendigen Ausbau der Panzerstraße beteiligen. Das tun sie, wie schon im Herbst des vergangenen Jahres bekannt wurde: Die US Army öffnet ihre Schatulle und schießt 1,643 Millionen Euro zum Ausbau hinzu. Das entspricht mehr als der Hälfte der Kosten. Das Land beteiligt sich mit weiteren 886 000 Euro.

Neuer Radweg nach Schönaich

Nicht nur für Autofahrer, auch für die radelnde Fraktion soll sich die Situation an der Panzerstraße bald verbessern. Gleichzeitig mit der Vergrößerung der Kreuzung entsteht ein neuer Radweg nach Schönaich für rund 2,3 Millionen Euro. Dort, wo bisher der Radwegstreifen auf Höhe der hinteren Einfahrt auf das Kasernengelände in den Wald abzweigt, soll es bald entlang der Straße weitergehen. Dort entsteht ein neuer Radweg bis zum Schönaicher Ortseingang. Auch hier will man zum Jahresende fertig sein. In einem zweiten Bauabschnitt nach der Winterpause entsteht am Abzweig auf das Musberger Sträßle Richtung Restmüllheizkraftwerk noch eine neue Verkehrsinsel als Querungshilfe für Radfahrer sowie für Autofahrer ein zusätzlicher Linksabbiegerstreifen aus Fahrtrichtung Schönaich in die hintere Einfahrt zur Kaserne (Back Gate).

Neue Radbrücke rückt näher

Stolze 2,7 Millionen Euro soll die neue Radbrücke kosten Foto: Landratsamt Böblingen (Entwurfsskizze)

Grünes Licht gab der Verkehrsausschuss auch für die Rad- und Fußgängerbrücke über die Panzerstraße. Die Machbarkeitsstudie für das Bauwerk wurde bereits im Dezember 2019 vorgestellt, jetzt fiel der Startschuss für die Detailplanung, die Ende dieses Jahres fertig sein soll. Mithilfe der Brücke sollen Radfahrer und Fußgänger die Panzerstraße auf Höhe der Waldburgstraße leichter überqueren. Aus Richtung Heuwegflosche kommend, führt sie in einem geschwungenen Bogen nach rechts über die Panzerstraße und mündet auf der anderen Seite in die Waldburgstraße und den Radweg Richtung Mineraltherme. Der Überweg soll über geständerte Rampen führen und fünf Meter breit sein, damit sich Fußgänger und Radfahrer nicht in die Quere kommen. Insgesamt liegen die Baukosten bei rund 2,7 Millionen Euro, wovon das Land Baden-Württemberg aber 87,5 Prozent übernimmt. Die Verbesserung der Querung war schon kurz nach Eröffnung des Radschnellwegs im Juni 2019 gefordert worden, die provisorische Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel gilt als zu gefährlich.

Der Verkehrsausschuss vortierte einstimmig für dieses Vorhaben, wenngleich Kreisrat Axel Finkelnburg von der SPD einhakte, dass man ja noch auf die Zustimmung des Sindelfinger Gemeinderats in Sachen Beleuchtung des Radschnellwegs nach Stuttgart warten würde. Die Sindelfinger hatten sich bisher dagegen verwehrt, die per Lichtschranke aktivierte und mitlaufende LED-Beleuchtung des Radschnellwegs in den Abendstunden zu aktivieren. Somit gehen im Wald bisher um 20 Uhr die Lichter aus und erst um 5 Uhr des nächsten Tages wieder an. Die Daimlerstadt hat ein Wörtchen mitzureden, da ein Teil des Schnellwegs auf Sindelfinger Gemarkung verläuft. Doch der Sindelfinger CDU-Stadtrat Walter Arnold, der ebenfalls im Kreistag sitzt, konnte gute Neuigkeiten verkünden: Der zuständige Fachausschuss im Sindelfinger Gemeinderat habe sich dafür ausgesprochen, das Licht auf der Radautobahn künftig länger brennen zu lassen. Bis 23 Uhr soll die Automatik im Sommer aktiv sein, die endgültige Zustimmung sei nur Formsache.

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