Werbevertrag von Monica Lierhaus Die Bundeskanzlerin könnte neidisch sein

Von Antje Hildebrandt 

Die ehemalige „Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus wirbt  in der ARD für einen guten Zweck. Doch um ihre Gage ist eine Diskussion entbrannt?  

Am Donnerstag wurde die Werbekampagne der Lotteriebotschafterin Monica Lierhaus in Hamburg vorgestellt. Foto: dpa
Am Donnerstag wurde die Werbekampagne der Lotteriebotschafterin Monica Lierhaus in Hamburg vorgestellt. Foto: dpa

Stuttgart - Es war ein bisschen wie bei einer Inthronisation - nur die Königin fehlte. Am Donnerstag stellte die ARD-Fernsehlotterie in Hamburg ihre Werbekampagne mit Monica Lierhaus als neuer Botschafterin vor. Doch die Frau, deretwegen zahlreiche Abonnenten ihr Los bei der Lotterie gekündigt haben, weil sie für ihr Amt 450.000 Euro im Jahr bekommen soll, war nicht da. Lierhaus unterziehe sich gerade einer Therapie, hieß es.

Wohl um die Wogen zu glätten, wurde eine Videoaufzeichnung abgespielt. Darin verkündete die ehemalige "Miss Sportschau" mit belegter Stimme: "Ich möchte weitergeben, was ich bekommen habe: neuen Lebensmut." Ob dieses Bekenntnis reicht, um die Wogen zu glätten, darf bezweifelt werden. Der Aufwand für den Job ist überschaubar. Einige Auftritte in TV- und Radiospots, Besuche in karitativen Einrichtungen, immer sonntags die Namen der Wochengewinner in der ARD verlesen - das war's.

Der Lohn? Hoch genug, um die Bundeskanzlerin (Jahresgehalt: 283.000 Euro) vor Neid erblassen zu lassen. Beinahe eine halbe Million Euro soll die Lotterie Lierhaus Medienberichten zufolge zahlen. Viel zu viel, monieren Kritiker - darunter auch solche, die es grundsätzlich begrüßen, dass die ARD die seit einer Hirnoperation beeinträchtigte Sportjournalistin auf ihrem Weg zurück in die Normalität unterstützt.

Diskussion aus Lierhaus aus reinem Neid?

Viele Zuschauer fühlen sich verschaukelt: vom Fernsehen, dem sie vorwerfen, es werfe ihre Gebühren zum Fenster hinaus. Und von der Lotterie, der sie unterstellen, statt den wirklich Hilfsbedürftigen verschaffe sie lieber einer Frau einen Platz an der Sonne, die bis zu ihrer schweren Erkrankung zu den bestbezahlten Journalisten in Deutschland gehörte.




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