Seit 30 Jahren sortieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Inklusionsunternehmens Femos gGmbH auf dem Gelände der ehemaligen Kreismülldeponie in der Sindelfinger Dachsklinge im Auftrag des Abfallwirtschaftsbetriebs Böblingen (AWB) Wertstoffe. „Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, freute sich Femos-Geschäftsführer Michael Bauer über das runde Bestehen der Kooperation, „sehr wichtig aus Nachhaltigkeitsgründen und für die beschäftigten Menschen mit Behinderungen.“ „Femos ist seit nunmehr 30 Jahren ein zuverlässiger und guter Partner“, lobte Martin Wuttke, stellvertretender Landrat und Erster Werkleiter des AWB.
20 Lastwagen liefern täglich Papier und Glas an
Weit mehr als 20 Lastwagen mit Anlieferungen von den 31 Wertstoffhöfen im Kreis Böblingen, den Papiertonnen und aus den Wertstofftonnen mit Papier und Glas kommen täglich in der Sortieranlage an. Wertstoffströme, die sich im Jahresverlauf auf 25 000 Tonnen Papier und Kartonagen sowie 10 000 Tonnen an Weiß-, Braun- und Grünglas addieren. Von Abteilungsleiter Werner Braun und seinem zehnköpfigen Mitarbeiterteam werden Papier und Pappe getrennt und in drei Qualitätsstufen zu Ballen gepresst, die dann andernorts wiederum erneut zu Zeitungen oder Kartonagen verarbeitet werden. Dank der überwiegend sortenreinen Sammlung der Bürgerinnen und Bürger sind nur wenige Fremdstoffe enthalten, sodass bei der Sortierung kaum Restmüll entsteht, der teuer entsorgt werden müsste.
1993 startete der Betrieb im damals fertiggestellten Gebäude mit allen technischen Einrichtungen und den notwendigen Fahrzeugen wie Radlader und Gabelstapler. Als „Mitarbeiter der ersten Stunde“ noch immer mit dabei sind Rustem Ljoki, Ralf Kalbrecht und Klaus Löhmann, der demnächst in den wohlverdienten Ruhestand geht.
Im Jahr 2002 kam zur anfänglichen Papier- und Kartonagensortierung der Glasumschlag hinzu, 2005 wurde die bestehende Halle deshalb erweitert. Andere Veränderungen im Verlauf der Jahrzehnte sind die Abnahme des Papierumsatzes bei gleichzeitiger Zunahme der Kartonagen „um rund das Eineinhalbfache“, wie Helmut Lang, AWB-Recycling-Beauftragter, beobachtet hat. Ein Anwachsen, das zu großen Teilen auf Online-Bestellungen samt Lieferung bis zur Haustür zurückzuführen sei.
Eine Million Euro investiert
Doch auch diese Veränderung haben die Femos-Mitarbeiter vorbildlich hinbekommen. „Die Anlage wollen wir noch viele Jahre betreiben, deshalb haben wir in diesem Jahr rund eine Million Euro in deren Generalsanierung investiert“, erklärte Martin Wuttke im Rahmen der Feierlichkeiten am vergangenen Donnerstag und überreichte dazu namentlich bedruckte T-Shirts an alle Beteiligten. Seit September ist die Sortieranlage wieder in Betrieb. Neben Papier, Karton und Glas werden auch Hartkunststoffe von den Wertstoffhöfen und aus den Wertstofftonnen angeliefert und anschließend von Recyclingfirmen in gepressten Ballen abgeholt.