Wernau - Ich stehe schon seit dem Kindergarten gerne auf der Bühne.“ Ob Singen, Tanzen, Texten oder Theaterspiel – Mia Otto aus Wernau hat viele Talente. Nun hat die kreative Neuntklässlerin den ersten Preis beim 58. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. Für die Teilnahme drehte sie einen knapp 15-minütigen Clip, der die Jury überzeugte.
Die Idee zur Anmeldung bei „Jugend musiziert“ habe ihre Gesangslehrerin, Elke Seeber-Michelberger, gehabt, erinnert sich Mia Otto. „Ich war sofort begeistert, für so etwas bin ich gleich zu haben“, sagt sie. Dass die Vorführungen wegen Corona nicht direkt vor der Jury gezeigt werden konnten, sei allerdings ein kleiner Wermutstropfen gewesen. Auftritte vor Publikum mag die Gymnasiastin nämlich besonders gerne, weil die Schauspieler dabei die direkte Reaktion der Zuschauer erhalten. Mia Otto hofft, bald wieder mit der Stuttgarter Theatergruppe „Lokstoff“ live auftreten zu können. Die Gruppe zeigt Theater im öffentlichen Raum.
In ihrem Wettbewerbsbeitrag für „Jugend musiziert“ hat die Schülerin mit musikalischer Begleitung ihrer Gesangslehrerin die Lieder „My favorite Things“ aus dem Musical The Sound of Music sowie „In my Dreams“ aus dem Musical Anastasia gesungen. Darüber hinaus hat sie einige Tanzeinlagen, beispielsweise mit einem Regenschirm, dargeboten und eigene Texte szenisch vorgesprochen. Die übergeordneten Themen des Clips seien Spontaneität und Neugier gewesen. Gedreht wurde im Musiksaal des Plochinger Gymnasiums, der Schule von Mia Otto.
Einfach war der Weg bis zum fertigen Drehbuch für den Wettbewerbsclip nicht. Zeitweise haben die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie dazu geführt, dass kein Präsenzgesangsunterricht mit der Gesangslehrerin mehr stattfinden durfte. Dann musste das Festnetztelefon genutzt werden. Dieses habe eine geringere Verzögerung als die Proben via Internet mit einer Webcam gehabt, erklärt Mia Otto. Zusätzlich zum Singen und Schauspielern zählt das Verfassen von Texten zu den Hobbys der Schülerin. Immer wieder habe sie Einfälle, die sie dann zu Papier bringe. Einer ihrer Texte, die sie für den Wettbewerb aufgenommen hat, handelt vom Verlust der Neugier im Laufe der Zeit. Dabei beschreibt Mia Otto die nachlassende Neugier in Form einer Linie, die immer weniger Kurven hat und schließlich zu einer Geraden wird. Wie tiefgründig die Gedanken der erst 15 Jahre alten Schülerin sind, davon konnte sich bislang allerdings nur die Jury ein Bild machen. Der Videoclip, mit dem Mia Otto bei „Jugend musiziert“ gewonnen hat, ist nicht veröffentlicht. Ob sie nochmals einen Clip dreht für die Öffentlichkeit dreht, ist noch ungewiss.
Eine Vorgabe für das Wettbewerbsvideo war, dass es einem Live-Aufritt ähneln sollte. Es war also nur eine frontale Kameraeinstellung und keine Nachbearbeitung wie das Zusammenschneiden unterschiedlicher Szenen erlaubt. „Es war Kreativität gefragt“, erinnert sich die Jugendliche an die Umsetzung. Weder konnte das Bühnenbild umfangreich umgebaut werden, noch war Zeit, die Kleidung zu wechseln. Lediglich mit einem Bademantel, der schnell an- und auszuziehen war, wurden unterschiedliche Outfits geschaffen. Gepasst hat der Bademantel gut in den Rahmen. Er vermittelt ein wenig das Bild eines Patienten, den die Hochs und Tiefs des Lebens um den Verstand bringen.
Neben der Präsentation der Beiträge war bei diesem Wettbewerb auch die Preisverleihung anders als vor Corona. Von ihrem Sieg habe sie über das Abrufen einer Internetseite erfahren, berichtet Otto. Gefeiert wurde der Erfolg mit der Familie. Die Urkunde sei mit der Post gekommen. Eine Preisverleihung in feierlichem Rahmen wäre wohl schöner gewesen, so Otto.
Die Hobbys nach der Schule einmal zum Beruf machen, das kann sich Mia gut vorstellen. „Ich möchte eine Schauspielschule besuchen“, sagt sie. Gerne würde sie Schauspielerin oder Musicaldarstellerin werden. Bis dahin könnten auch die Einschränkungen der Coronazeit passé sein. Und vielleicht klappt es dann beim nächsten Preis auch mit der großen Preisverleihung inklusive rotem Teppich.