„Wetten, dass..?“ im neuen Format Der Smarte soll Quote bringen

Samstagabend ist es so weit: Foto: dapd
Samstagabend ist es so weit: Foto: dapd

Er steht unter Druck: Markus Lanz will „Wetten, dass . .?“ wieder flottmachen, am Samstagabend ist Premiere. Die Marktforschung spricht für ihn. Doch wer ist der Mann überhaupt?

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Köln - Der Zeigefinger. Das ist das Erste, was man von ihm sieht. Er ragt steil in die Luft. Er zeigt auf das Logo jener Sendung, von der viel abhängt, für ihn persönlich, aber auch für das ZDF. Markus Lanz steht im Blitzlichtgewitter. Das ZDF stellt ihn und das neue Konzept von „Wetten, dass . .?“ vor. Der Mann ist ein Glücksfall für die Fotografen. Er macht, was sie wollen. Verschränkt die Arme vor der Brust. Hält sich die beiden Finger der rechten Hand vor das rechte Auge. Die bekannte ZDF-Geste.

Keine Frage, Lanz kann verkaufen, vor allem sich selbst. Der schwarze Anzug sitzt tipptopp, die Haare sind akkurat verwuschelt, keine einzige Schweißperle auf der Stirn. Doch irgend etwas scheint die Fotografen zu stören. Markus Lanz kann nichts dafür. Auf der Wand hinter ihm leuchtet das Logo von „Wetten, dass . .?“ auf einem stilisierten Flachbildschirm. Der Name steht für Deutschlands bekanntesten Wanderzirkus. Man denkt an Bagger, die auf Biergläsern stehen, an exotische Vögel aus Herne oder Hollywood und an einen bunt gewandeten Herrn, der dieses Spektakel verkauft.

Der Goldbär war gestern, hier kommt der Schwiegersohn

Doch der Zirkus, das ist das eine – und Markus Lanz das andere. Er passt gut zu dem stromlinienförmigen Setting, mit dem das ZDF seinen Show-Dino auch optisch verjüngt hat, aber nicht zu der Assoziation, die der Name „Wetten, dass . .?“ immer noch weckt. 23 Jahre lang hat Thomas Gottschalk „Wetten, dass . .?“ moderiert, die Bilder aus dieser Zeit kleben noch im Familienalbum einer Nation. Man kann sie nicht löschen, man muss sie herausreißen. Vielleicht wird den Fotografen das erst jetzt bewusst. Der Goldbär war gestern, hier kommt der Smartie.

Und deshalb muss Markus Lanz den Oberkörper um 45 Grad nach hinten drehen und mit dem Finger immer wieder auf das „Wetten, dass . .?“-Logo zeigen. Da, da, da. Im Dock One in Köln inthronisiert das ZDF den Talkmaster als Nachfolger für Thomas Gottschalk. Vor 150 Jahren wurde in dieser Fabrikhalle Zink veredelt, heute gilt die Räumlichkeit als Kölns neuer „Event-Hotspot“. Ihre Mauern sind unverputzt, das passt zur Verfassung von Europas größter TV-Show, die neu aufgelegt wird. Sie will mit einem neuen Gesicht punkten.




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