Wettkampf in Böblinger Panzerkaserne Feuerwehrleute quälen sich bei Firefighter-Challenge

Mit voller Wucht zum Erfolg? Bei der „Keiser Force Machine“ war maximale Kraft gefordert. Foto: Stefanie Schlecht

Wasserschläuche fünf Stockwerke hochschleppen oder 80-Kilo-Dummies bergen – bei der Firefighter Challenge in der Panzerkaserne Böblingen müssen Feuerwehrleute im Wettkampf über ihre Grenzen gehen. Vor allem eine Frau weiß sich zu behaupten.

Böblingen: Martin Dudenhöffer (dud)

Körperliche Anstrengungen, widrige Bedingungen, schweres Gerät – das alles sind Feuerwehrmänner und -frauen aus ihrer täglichen Arbeit gewohnt. Bei der Feuerwehr-Challenge am Samstag in der Panzerkaserne in Böblingen waren die Firefighter, wie die Amerikaner ihre Helden in Rot ehrfurchtsvoll nennen, ebenfalls schwer gefordert. Dieses Mal ging es aber nicht um Menschenleben, sondern um Medaillen, Urkunden und die Feuerwehr-Ehre.

 

Wo normalerweise Autos vor dem Shoppingcenter parken, hat eine durch die US Garnison beauftragte Firma einen Parcours aufgebaut, bestehend aus einem Zwölf-Meter-Turm mit Stufen, Slalomhütchen, Wasserschläuchen, einem 80 Kilogramm schweren Dummy und der sogenannten Keiser Force Machine, einer Art Eisenschiene, die mit einem Hammer von vorne nach hinten geschlagen werden muss. Ein Blick auf die vorbereitete Arena machte den paar Dutzend Zuschauern klar: Ohne Kraft und Schnelligkeit wird hier heute nichts gehen.

Die ganze Feuerwehrvielfalt nimmt in Böblingen teil

Die etwa 80 Teilnehmer des Wettkampfes stammten aus Berufs- und Freiwilligenfeuerwehren aus unter anderem Stuttgart, Böblingen, Leonberg oder Rutesheim, aber auch den Wehren der US-Army vom Airfield am Flughafen Stuttgart, der Panzerkaserne oder der Garnison Baumholder in Rheinland-Pfalz. Zu Beginn traten die Feuerwehrleute einzeln an: Fünf Stockwerke hoch mit eingerolltem Schlauch auf der Schulter. Oben angekommen, galt es einen weiteren Schlauch vom Boden hochzuziehen. Daraufhin die Treppen herunter, auf die Metallschiene hämmern, nach einem Slalomlauf zum präparierten Schlauch, um eine Zielscheibe abzuspritzen und schlussendlich den Dummy rückwärts ins Ziel schleppen.

Die Mission gemeistert hatte unter anderem Feuerwehrmann Marc Fesenmayer von der Einheit des Airfield Stuttgarts. „Es war sehr anstrengend. Schon zu Beginn muss man seine Kräfte einteilen. Vor allem das Bergen des Dummies hat viel Kraft gekostet. Mit meiner Zeit bin ich zufrieden“, sagt der bei der Army angestellte Brandschutzangestellte. Mit seinen drei Minuten rangierte Fesenmayer dort, wo viele Feuerwehrkollegen anzusiedeln waren. Trotz der beachtlichen, von außen begeistert kommentierten Leistung müsste der Feuerwehrmann für den Weltrekord noch viel schuften. Dieser liegt bei 1:15 Minuten.

Eine Frau zeigt Kraft und Ausdauer

Nach vorne gepeitscht wurde auch eine der wenigen Frauen, die sich der Firefighter Challenge stellte. Während so mancher männlicher Kollege – nachvollziehbarerweise – ausgelaugt aufgeben und mit samt Montur aus der Arena begleitet werden musste, kämpfte Zora Werbke bis zum Ende – mit Erfolg. Die Leonbergerin, die seit einem Jahr bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr Mitglied ist, holte mit ihren 4:38 Minuten den ersten Platz unter den Frauen. „Es hat riesigen Spaß gemacht. Es war anstrengend, aber vielleicht weniger anstrengend, als ich befürchtet habe“, sagte die Leonberger Feuerwehrfrau, die eigentlich Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert.

Wie frau einer solchen Challenge standhalten kann? „Ich habe im Vorlauf des Wettbewerbs viel trainiert: Zweimal die Woche auf der Wache und dann noch zwei bis dreimal wöchentlich ins Fitnessstudio. Ohne ein gewisses Fitnesslevel wäre das nicht zu schaffen gewesen“, erklärte Werbke. Am meisten gelitten habe sie beim Ziehen der Dummypuppe namens Randy. „Der Dummy war wirklich schwer. Weil der zum Schluss kam, musste ich dort echt kämpfen.“

Nach fast acht Stunden Firefighter Challenge positionierte sich oben auf dem Treppchen neben Zora Werbke der Berliner Martin Erbe mit einer Gesamtzeit von 1:37. Da die Challenge auch Gruppenarbeit belohnen wollte, gab es noch einen Teamwettbewerb. Hier belegten den dritten Platz die Wehrleute von der US-Base Baumholder, den zweiten Platz die Feuerwehr Filderstadt und Platz eins ging an das Team FCC Friends.

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