Wimbledon-Aus für Dustin Brown Der Anti-Boris muss nach Hause fahren

Von dpa/the 

Bye bye, Dreadlock-Dustin! Dustin Brown verpasst in Wimbledon den Einzug ins Achtelfinale. Das britische Publikum wird den lässigen Deutsch-Jamaikaner mit der unorthodoxen Spielweise vermissen.

Bye bye, Dreadlock-Dustin! Dustin Brown verpasst in Wimbledon den Einzug ins Achtelfinale. Das britische Publikum wird den lässigen Deutsch-Jamaikaner mit der unorthodoxen Spielweise vermissen. Foto: AP/dpa 21 Bilder
Bye bye, Dreadlock-Dustin! Dustin Brown verpasst in Wimbledon den Einzug ins Achtelfinale. Das britische Publikum wird den lässigen Deutsch-Jamaikaner mit der unorthodoxen Spielweise vermissen. Foto: AP/dpa

London - Bye bye, Dreadlock-Dustin! Qualifikant Dustin Brown hat in Wimbledon den Einzug in das Achtelfinale verpasst. Der 28 Jahre alte Tennisprofi aus Winsen/Aller verlor am Freitag gegen den Franzosen Adrian Mannarino 4:6, 2:6, 5:7. Der Deutsch-Jamaikaner hatte zuvor noch mit seinem Zweitrunden-Sieg gegen den früheren Wimbledon-Sieger Lleyton Hewitt für eine große Überraschung gesorgt. Als letzter von anfangs elf deutschen Herren hat Routinier Tommy Haas an diesem Samstag die Chance auf die Runde der besten 16. Der 35-Jährige trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in London auf Feliciano López aus Spanien.

Brown verpasste durch die Niederlage gegen Mannarino sein erstes Achtelfinale auf Grand-Slam-Ebene überhaupt. Der Deutsch-Jamaikaner hatte zuvor noch mit seinem Sieg gegen den früheren Wimbledon-Sieger Lleyton Hewitt und seinem unorthodoxen Spielstil für Furore gesorgt. „Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich habe schon einige Nachrichten bekommen, zum Beispiel von Björn Phau, der mir gesagt hat, ich könne stolz sein auf das Erreichte“, berichtete Brown, der mit dem erstmaligen Erreichen der 3. Runde von Wimbledon „dennoch zufrieden“ war.

1984 in Celle geboren, zog er zwölf Jahre später nach Jamaika. Noch heute gibt er seinen Wohnsitz mit Montego Bay an. Seit 2002 ist er als Profi unterwegs, von 2004 bis 2007 tingelte er mit einem Wohnmobil von Turnier zu Turnier. 2010 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an, Anfang dieses Jahres durfte er als Ersatz mit dem Davis-Cup-Team nach Argentinien reisen.

@DreddyTennis ist auf Twitter ein Hit

In den sozialen Netzwerken bleibt Dustin Brown trotz Niederlage der Hit. Nach seinem Sieg gegen Hewitt stieg die Followerzahl des Deutsch-Jamaikaners bei Twitter auf mehr als 21.000 an. Er ist der erste Tennisspieler, der seinen Twitternamen @DreddyTennis auf seinem Shirt mit auf den Heiligen Rasen nahm.

„Tennis ist viel cooler geworden“, schrieb User Rob B. Ein anderer stellte die Vermutung auf: „Wenn ich vor dem Turnier 10 Euro auf einen Deutschen mit Dreadlocks gesetzt hätte, müsste ich wahrscheinlich nicht mehr arbeiten gehen“.

Auch Prominente äußerten sich zum Coup des „unterhaltsamsten Tennisspieler seit Bahrami“, dessen Style und Coolness sogar die „New York Times“ in einem Artikel aufgriff. Schauspielerin Grace Jones schrieb: „Ich konnte nicht aufhören das Brown/Hewitt-Match zu schauen. Glückwunsch!!!! @DreddyTennis. Was für ein Match!“ Jones stammt wie Browns Vater aus Jamaika. Tennis-Kollegin Andrea Petkovic fragte: „Wie wundervoll war Dustin Brown heute?“

Und er? Der Rasta-Mann twittert weiterhin ohne Unterlass. Nach seiner Niederlage gegen Mannarino bedankte er sich "bei allen für eure tollen Tweets. Mir geht's schon viel besser."