Wimbledon Für Pütz ist das Abenteuer zuende

Von SIR/dpa 

Für Qualifikant Tim Pütz ist in der zweiten Runde in Wimbledon Schluss. Immerhin konnte er den Weltranglisten-15. Fabio Fognini streckenweise ärgern. Auch Benjamin Becker musste gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow eine Niederlage einstecken.

Für Tim Pütz war es erst das sechste Match auf Rasen überhaupt. Foto: dpa
Für Tim Pütz war es erst das sechste Match auf Rasen überhaupt. Foto: dpa

Für Qualifikant Tim Pütz ist in der zweiten Runde in Wimbledon Schluss. Immerhin konnte er den Weltranglisten-15. Fabio Fognini streckenweise ärgern. Auch Benjamin Becker musste gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow eine Niederlage einstecken.

London - Das Wimbledon-Abenteuer von Tim Pütz ist vorbei. Trotz einer couragierten Vorstellung verlor der 26 Jahre alte Qualifikant mit 6:2, 4:6, 6:7 (6:8), 3:6 gegen den Weltranglisten-15. Fabio Fognini und schied damit bei seiner Grand-Slam-Premiere in der zweiten Runde aus.

Auch Benjamin Becker musste eine Niederlage hinnehmen. Der 33-jährige Becker unterlag dem Ukrainer Alexander Dolgopolow 7:6 (7:4), 6:7 (0:7), 3:6, 4:6.

In seinem erst sechsten Match auf Rasen überhaupt startete Pütz ruhig und konzentriert, musste am Ende aber als Verlierer seine Tasche packen. Auf Court 16, der eingezwängt zwischen dem Centre Court und Court 1 liegt, offenbarte er gegen seinen launischen Rivalen anfangs kaum Emotionen.

Pütz kann Fognini zumindest streckenweise ärgern

"Es ist schon teilweise ein bisschen langweilig", hatte der Newcomer über Rasen-Tennis gesagt und auch die kurzen Ballwechsel gemeint. An dem sonnigen Nachmittag im Londoner Südwesten durfte ihm das egal gewesen sein, wenn seine Aufschläge unerreichbar einschlugen oder Punktgewinne vorbereiteten - und er den Favoriten damit über weite Strecken mächtig ärgerte.

236 Plätze trennten die beiden in der Weltrangliste, das beeindruckte den unbekannten Deutschen aber nicht. Von einer Gruppe mit Mutter und Freunden angefeuert, holte er sich mit einem erlaufenen Stopp den ersten Satzball - und ballte wenig später die Faust. Nach Satz eins durfte der Rechtshänder noch an die Sensation glauben.

Die Reise von Pütz nach England bot schon zuvor eine wundervolle Geschichte. "Unreal" kam sie dem Hessen selbst vor. Als Kind hatte er vor dem Fernseher gehockt, als Wimbledon lief, nun spielte er selbst auf der berühmten Anlage. Erst zum dritten Mal probierte sich der frühere College-Spieler in der Qualifikation zu einem der vier größten Turniere, zum ersten Mal erreichte er das Hauptfeld. Zum Auftakt besiegte er überraschend den Russen Teimuras Gabaschwili. Eigentlich hatte sich Pütz gegen eine Profi-Laufbahn entschieden. Nur weil er für sein Master-Studium in Frankfurt nicht angenommen wurde, änderte er seinen Plan.

Gegen Fognini führte der deutsche Nobody im Tiebreak des dritten Satzes auch nach einem feinem Stoppball mit 4:0. Zwei Satzbälle vergab er, einen bei eigenem Aufschlag. Als sich der Italiener dann den Durchgang sicherte, war eine Vorentscheidung gefallen.

Unglücklich lief die Partie auf Platz 8 für Becker, der sich nach dem knapp gewonnen ersten Satz mehrfach behandeln lassen musste. Beim 1:0 im zweiten Durchgang ließ sich der Deutsche den Oberschenkel bandagieren und spielte anschließend gehandicapt weiter. Zwar rettete sich der Routinier erneut in den Tiebreak, gewann darin aber keinen Punkt. Kämpferisch hielt der 33-Jährige gegen die Nummer 21 der Setzliste weiter durch, aber auch der Finalist von s'Hertogenbosch konnte den bitteren Tag für die deutschen Tennis-Profis nicht verhindern.