Windkraft in der Region Stuttgart Region streicht Standort Tauschwald

Auch am Rande von Gemeinderatssitzungen in Stuttgart hatte die Bürgerinitiative gegen die Windräder im Tauschwald für ihre Position geworben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Auch am Rande von Gemeinderatssitzungen in Stuttgart hatte die Bürgerinitiative gegen die Windräder im Tauschwald für ihre Position geworben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

In Stuttgart werden vorerst keine weiteren Windräder gebaut. Der letzte verbliebene mögliche Standort, der Tauschwald zwischen Feuerbach und Weilimdorf, ist am Mittwochnachmittag gestrichen worden.

Titelteam Stuttgarter Nachrichten: Christian Milankovic (mil)
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Stuttgart - Im Stuttgarter Tauschwald wird es keine Windkraftanlagen geben. Der Planungsausschuss der Region Stuttgart hat den Standort zwischen Feuerbach und Weilimdorf bei seiner Sitzung am Mittwoch gestrichen. Gegen die auch von Bürgerinitiativen abgelehnten Windräder stimmten die Regionalräte von CDU, Freien Wählern, FDP und AfD. Die Befürworter von Grünen, SPD und Linke blieben in der Minderheit. Auf dem bis zu 430 Meter über Normalnull gelegenen Höhenzug wären technisch zwei Windräder möglich gewesen, die Strom für bis zu 5000 Haushalte hätten liefern können.

Stadtwerke sind überrascht

Die Stadtwerke Stuttgart, die die Windräder im Tauschwald entwickeln wollten, wurden von dem Votum offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. „Wir sind von der heutigen Entscheidung des Planungsausschusses überrascht und können Sie im Augenblick nicht nachvollziehen. Nun gilt es, die endgültige Entscheidung des Regionalparlaments abzuwarten. Erst danach können wir den Vorgang umfassend bewerten“, sagte ein Sprecher des kommunalen Energieversorgers. Auf die Entscheidung im Planungsausschuss folgt noch eine weitere in der Vollversammlung des Regionalparlaments. Beobachter gehen davon aus, dass es dort keine abweichenden Entscheidungen mehr gibt.

Umweltverbände hatten Bedenken

Der Ausschuss ging bei seiner Sitzung am Mittwochnachmittag 77 Standorte in der Region durch und entschied für jeden einzelnen, ob er weiter im Verfahren bleibt oder nicht. Nach langer Sitzung blieben noch 44 Standorte übrig, darunter auch jener auf der Buocher Höhe im Rems-Murr-Kreis, der heftig umstritten war.

Gegen den einzig verbliebenen Standort auf Stuttgarter Markung hatte sich vor Ort in Weilimdorf und Feuerbach der Widerstand formiert. Auch der Naturschutzbund (Nabu) und der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland hatten die Windräder an dieser Stelle abgelehnt und artenschutzrechtliche Bedenken geltend gemacht. Die Befürworter im Stuttgarter Gemeinderat hatten argumentiert, dass die Energiewende auch in Stuttgart sichtbar werden müsse.




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