Windkraftanlagen bei Winterbach EnBW investiert 18 Millionen

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Im Dezember hat die EnBW mit den Bauarbeiten für drei Windräder am Goldboden bei Winterbach begonnen. Das Unternehmen ist optimistisch, dass diese im September den ersten Strom liefern werden. Eine Herausforderung wird der Transport der 65 Meter langen Flügel.

Jeweils 54 Betonpfähle sollen bei zwei Windrädern für den sicheren Stand sorgen. Die geologischen Gegebenheiten am Goldboden gelten als schwierig. Foto: Gottfried Stoppel
Jeweils 54 Betonpfähle sollen bei zwei Windrädern für den sicheren Stand sorgen. Die geologischen Gegebenheiten am Goldboden gelten als schwierig. Foto: Gottfried Stoppel

Winterbach - Noch ist außer den gerodeten Flächen, dem verbreiterten Forstweg und den kreisrunden Gruben nicht viel von den drei geplanten Windkraftanlagen vom Typ Nordex N131 zu sehen. Dennoch sind laut dem Projektentwickler alle vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen. Auch die insgesamt knapp fünf Kilometer lange Kabeltrasse zum Netzanschluss in Winterbach ist zur Hälfte fertiggestellt. „Kritische Punkte waren die Querung des Lehenbachs und der Bahntrasse. Aber die beiden Spülbohrungen sind erfolgreich abgeschlossen“, sagt Tobias Borde von der EnBW, welche die Windkraftanlagen betreiben will.

EnBW rechnet mit Gesamtinvestition von 18,4 Millionen Euro

Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, werden sich bereits in drei Monaten die Rotoren auf einer Narbenhöhe von 164 Metern am Goldboden drehen, unterhalb der Kaiserstraße in Richtung Schlichten. Insgesamt rund 18, 4 Millionen Euro investiert die EnBW in dieses Projekt.

„Der Standort der ersten Anlage ist soweit vorbereitet, dass mit den Fundamentarbeiten begonnen werden kann“, sagt Borde. Für diese Anlage gebe es auch eine vollständige Baufreigabe. Es fehle noch ein Gutachten zur Standfestigkeit, damit diese auch für die zwei weiteren Anlagen erteilt werden könne. „Das ist geologisch ein schwieriger Standort, deswegen wären wir lieber oben auf den Goldboden gegangen. Aber das hat die Regionalplanung nicht vorgesehen“, sagt Michael Soukup, der Teamleiter der Projektentwicklung Windenergie bei der EnBW.

Insgesamt 108 Betonpfähle werden ins Erdreich gerammt

Wegen der Bodenbeschaffenheit müssten diese beiden Windräder mit jeweils 54 massiven Betonpfählen befestigt werden. Diese Woche sollen fünf der 5,7 Tonnen schweren Säulen ins Erdreich gerammt werden. Dann werden diese zur Probe belastet. „Damit wird verifiziert, ob die Berechnungen stimmen“, sagt Tobias Borde.

Nach der vollständigen Freigabe sollen die restlichen Arbeiten zügig über die Bühne gehen: Sobald das Fundament der drei Anlagen fertiggestellt ist, würden die ersten Betonteile für die Türme geliefert. Diese könnten über Schlichten angeliefert werden. Voraussichtlich aus Richtung Esslingen und im August würden dann auch das Maschinenhaus und die Rotorblätter an den Standort gebracht. „Wir haben eine Wunschroute, die wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Momentan sind wir wegen der Zuwegung in Abstimmung mit den Behörden“, erläutert Michael Soukup.

Die 65 Meter langen Flügel werden am Stück geliefert

Die entsprechende Genehmigung steht noch aus. Der Transport ist eine gewaltige Herausforderung: Die 65 Meter langen Flügel werden am Stück geliefert, die Sattelzüge werden also jeweils etwa 75 Meter lang sein. Neben der Länge ist auch das Gewicht eine knifflige Aufgabe – so wiegt zum Beispiel das Maschinenhaus etwa 60 Tonnen. Der Transport wird nachts erfolgen.

Sobald alles an Ort und Stelle ist, werden die Windkraftanlagen vollends montiert und in Betrieb genommen. Bei der EnBW gibt es keinen Zweifel, dass die Anlagen wirtschaftlich sein werden: „Wir haben im Durchschnitt Windgeschwindigkeiten von mehr als sechs Meter pro Sekunde gemessen. Es gibt genügend Wind“, sagt Michael Soukup. Sobald die Arbeiten abgeschlossen seien, werde etwa die Hälfte der gerodeten 3,5 Hektar Wald wieder rückgebaut: Mutterboden werde aufgetragen und bepflanzt.

Der von der Bürgerinitiative Pro Schurwald eingereichte Eilantrag beim Verwaltungsgericht Stuttgart beeinflusst die Arbeiten und den Zeitplan nicht. „Wie bauen normal weiter“, sagt Michael Soukup.




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