Windräder in Stuttgart 76 Windkraft-Standorte sind noch im Rennen

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Der Regionalverband hat die Zahl der Vorranggebiete reduziert – 25 Areale fallen nun definitiv weg. Doch der Artenschutz, die Flugsicherung und das Wetterradar werden dafür sorgen, dass es auch bei den 76 Standorten nicht bleiben wird.

Wo werden sich künftig in der Region Windräder drehen? Noch ist vieles unklar. Foto: dpa-Zentralbild
Wo werden sich künftig in der Region Windräder drehen? Noch ist vieles unklar. Foto: dpa-Zentralbild

Stuttgart - Die Regionalräte sind nicht zu beneiden: Sie müssen bis zum Planungsausschuss am Mittwoch ein buchdickes Paket an Unterlagen durcharbeiten, was die Freizeitpolitiker einige Abende kosten wird. Spannend ist die Lektüre aber, denn endlich erfahren die Räte und in der Folge auch die Bürger genauer, wo Hunderte von Windkraftanlagen in der Region gebaut werden könnten.

70 von ursprünglich 95 Standorten sind übrig geblieben; sechs weitere sind neu hinzugekommen. Je nach Areal lassen sich ein bis 25 Windräder bauen. Doch vieles ist weiter im Unklaren.

Exakt 47 Standorte bleiben in unveränderter Größe auf der Agenda. Zunächst hatte es so ausgesehen, dass diese Zahl kleiner ausfallen würde, da die Untere Naturschutzbehörde im Rems-Murr-Kreis ein Veto für 16 von 35 Standorten ausgesprochen hatte, da diese in Landschaftsschutzgebieten liegen. Nun wird die Hälfte davon weiterverfolgt. Die Standorte selbst sind extrem unterschiedlich – die kleinsten umfassen zwei Hektar, die größten liegen bei Lauterstein (Kreis Göppingen) mit 460 Hektar und nördlich von Altbach und Plochingen (Kreis Esslingen) mit 270 Hektar. Der Tauschwald bei Feuerbach, der letzte verbliebene Standort neben dem Grünen Heiner in Stuttgart, ist 12,4 Hektar groß.

Allerdings muss Thomas Kiwitt, der beim Verband Region Stuttgart (VRS) die Planungen vorantreibt, einräumen, dass für alle diese Standorte ein Restrisiko bleibe. Erstens sind die Untersuchungen zum Artenschutz, deren Ergebnisse die Landesanstalt für Umwelt im Mai vorlegen wollte, noch nicht abgeschlossen. Es soll Herbst werden. Zweitens weigert sich derzeit die Flugsicherung, Aussagen zu machen – erst im konkreten Genehmigungsverfahren will sie sich zu den einzelnen Standorten äußern. Zum Beispiel wird ein Gebiet auf der Deponie bei Leonberg weiterhin in den Karten geführt, obwohl die Gefahr groß ist, dass die Flugsicherung es ablehnt.

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