Winnender Firma Kärcher-Kunst in Frankreich

Die Entstehung des Kunstwerks dauerte vier Wochen. Foto: Kärcher 5 Bilder
Die Entstehung des Kunstwerks dauerte vier Wochen. Foto: Kärcher

Normalerweise dienen die Hochdruckreiniger aus Winnenden unter anderem dazu, Graffiti zu entfernen. Bei einer Kunstaktion am Staudamm von Vouglans war es ganz anders.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)
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Winnenden - Der Name der Winnender Firma Kärcher wird gewöhnlich mit Geräten in Verbindung gebracht, die Autos, Flächen und Mauern von allerlei Unerwünschtem reinigen. Mit den Hochdruckreinigern entfernt man zum Beispiel Graffiti. Bei einem Kunstprojekt im französischen Vouglans war in den vergangenen Wochen alles anders: Der deutsche Künstler Klaus Dauven erschuf an einer Staumauer in Vouglans ein Landschaftsbild im XXL-Format.

Die 110 auf 430 Meter große Zeichnung ist ein sogenanntes „Reverse Graffito“. Die Linien entstanden nämlich nicht durch das Aufbringen von Farbe, sondern durch das Abtragen von Verschmutzungen. Die Reverse-Graffiti-Technik ist im Jahr 1997 von dem heute 55 Jahre alten Künstler entwickelt worden.

Der Aufwand für die Hochdruckreiniger-Kunst ist groß

Laut dem Kärcher-Vorstandsvorsitzenden Hartmut Jenner ist das Projekt die fünfte Zusammenarbeit zwischen der Winnender Firma und dem Künstler. Immer wieder gelingt es Kärcher mit aufsehenerregenden Kunst- und Reinigungsaktionen, international für mediales Aufsehen zu sorgen.

Bei der Motivwahl ließ sich Klaus Dauven von der waldreichen Landschaft des Juras inspirieren. „Ganz passend ist, dass nicht die komplette Oberfläche des Staudamms verschmutzt ist, sondern nur die zur Mitte hin abfallenden Bereiche. So nimmt die Waldsilhouette die Form des eigentlichen Tals an und es entsteht aus der Ferne betrachtet eine schöne Tiefenwirkung“, sagt Klaus Dauven. Die Erstellung der Zeichnung dauerte insgesamt vier Wochen. Neben dem Künstler selbst waren sechs Industriekletterer, mehrere Kärcher-Mitarbeiter sowie vier Kaltwasser-Hochdruckreiniger im Einsatz.

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Um die Zeichnung auf den Staudamm zu bringen, brachten die Industriekletterer mehr als 2500 Klebepunkte an der Mauer an. Damit sie die richtigen Stellen beklebten, markierten Vermessungstechniker diese vom Boden aus mit Laserstrahlen. Dann arbeiteten die Kletterer nach dem Prinzip „Malen nach Zahlen“ Moos, Flechten und Pilzbewuchs von der Staumauer ab, bis die Landschaftszeichnung sichtbar wurde.

Das Kunstwerk von Klaus Dauven wird mit der Zeit verschwinden

Laut einer Kärcher-Mitteilung wurde bei dem Projekt besonderer Wert auf nachhaltiges Arbeiten gelegt. So hätten die Klebepunkte aus einer biologischen Knetmasse bestanden, das Wasser für die Hochdruckreiniger sei direkt aus dem Stausee entnommen worden. Der nötige Strom sei vom Wasserkraftwerk des Staudamms geliefert worden. Außerdem seien keine Reinigungsmittel zum Einsatz gekommen.

So schön die scherenschnittartige Waldsilhouette anzusehen ist und so groß der Aufwand auch war: Das Kunstwerk ist nicht von Dauer. Dies gehört zum Konzept des Kunstwerks: Mit der Zeit werden die von Dauven und seinen Helfern gereinigten Flächen wieder verwittern und mit Pflanzen bewachsen sein und die Konturen damit verschwinden.




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