Wirte auf den Fildern: Hasenheim-Bonlanden Der Biergarten war die Bedingung für den frischgebackenen Wirt

Uli Böpple war einst Profifußballer,  bevor er in die Gastronomie wechselte. Foto: T. Krämer
Uli Böpple war einst Profifußballer, bevor er in die Gastronomie wechselte. Foto: T. Krämer

In einer Serie stellen wir Wirte auf den Fildern vor. In diesem Teil geht es um Uli Böpple, der vor drei Jahrzehnten das Hasenheim-Bonlanden übernommen hat. Ursprünglich hatte er jedoch eine ganz andere Karriere im Sinn.

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Bonlanden - Für Uli Böpple ist 2018 das Jahr eines runden Geburtstags. Seit 30 Jahren betreibt er das Hasenheim am Ortsrand von Bonlanden hoch über dem Bombachtal. Dabei war dies für ihn zumindest als Jugendlicher kein Traumberuf. Der gebürtige Bonländer spielte fünf Jahre lang Fußball bei den Stuttgarter Kickers und dann beim SSV Ulm – sogar in der Zweiten Bundesliga. „Doch dann stieg die Mannschaft ab“, erinnert sich Böpple. Und Kurt Adam vom SV Bonlanden wollte Böpple wieder in die Heimat holen. „Doch ich brauchte einen Job“, sagt der Fußballer, der wenig später Gastronom werden sollte.

Zufall und örtliche Vernetzung halfen ihm weiter. Denn sein Vater Gottlob Böpple war zu dieser Zeit Vorstand des Kleintierzuchtvereins Bonlanden. Der hatte seine Anlage umgebaut und suchte für die Gastronomie einen Pächter. „Eigentlich wollte ich keine Wirtschaft betreiben“, sagt Böpple. Der Bayern-München-Fan war jedoch großer Freund der Biergärten des Freistaats – und stellte den Kleintierzüchtern eine Bedingung: „Ich mache das, wenn ich einen Biergarten eröffnen kann.“ So entstand der heute größte Biergarten in der Region, in dem man bedient wird und sich Essen und Trinken nicht selbst holen muss.

Biergärten kannte damals hier kein Mensch

Doch der Anfang war für den Quereinsteiger nicht ganz einfach, Biergärten kannte man hier damals nicht. „Was will der denn da, wir sind in Stuttgart und nicht in München“, habe es anfangs von Skeptikern geheißen. Doch der damals 25-Jährige ließ sich davon nicht beirren. „Es hat von Anfang an gut geklappt“, freut er sich. Die Speisekarte war zu Beginn überschaubar. „Es gab Vesper, Maultaschen und Kuchen“, sagt er, „alles selbst gemacht“. Das geht mittlerweile trotz zweier Köche nicht mehr. Denn das Hasenheim ist längst zum Ganzjahreslokal geworden.

„Neben unseren Klassikern wie dem schwäbischen Zwiebelrostbraten, Linsen und Spätzle oder sauren Kutteln sind unsere Wildwochen oder das Martinsgansessen bereits fester Bestandteil unserer Winterkarte“, sagt Böpple. Auf größere Events wie Faschingspartys verzichtet er mittlerweile. „Wir wollen bleiben, wie wir sind“, erteilt er größeren Veränderungen eine Absage.

Der große Trumpf des Gastronomen ist natürlich nach wie vor der Biergarten mit Kinderspielplatz und Streichelzoo – und schönem Ausblick und Sonne während des ganzen Tages. Hier finden mittlerweile 220 Gäste Platz – wobei es schon einmal mehr waren. „Wir haben die Zahl reduziert, es war zuviel“, sagt er und ergänzt: „Lieber weniger Leute, die aber dafür zufrieden sind.“ Er habe, sagt der ehemalige Profifußballer, einfach den Ehrgeiz, gut zu sein.




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