Wirtschaftsraum Nürtingen Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln

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Das Gebiet im interkommunalen Gewerbegebiet Bachhalde ist so gut wie vermarktet. Und die Nachfrage von Firmen im Großen Forst ist weiter rege.

Vor zehn Jahren hatte die Schutzgemeinschaft Großer Forst zu einer Menschenkette gegen die geplante Versiegelung der Äcker aufgerufen. Foto: Rudel/Archiv
Vor zehn Jahren hatte die Schutzgemeinschaft Großer Forst zu einer Menschenkette gegen die geplante Versiegelung der Äcker aufgerufen. Foto: Rudel/Archiv

Nürtingen - Die gute Konjunktur sorgt für Zufriedenheit im Wirtschaftsraum Nürtingen. Bei einer Sitzung der im Gewerbezweckverband (GZV) vereinten neun Kommunen hatte der Verbandsvorsitzende und Nürtinger Oberbürgermeister Otmar Heirich gute Nachrichten zu verkünden. Bis auf eine kleine Fläche am oberen Rand der Bachhalde seien nun alle Grundstücke des interkommunalen Gewerbegebiets in Nürtingen vermarktet.

Die auf Antriebssysteme spezialisierte Firma Hofer habe die Option auf eine Erweiterungsfläche in der Bachhalde gezogen. Es gebe derzeit jedoch auch Überlegungen der Firma, im Großen Forst eventuell eine größere Fläche zu erwerben. Dort entsteht derzeit das zweite, größere Gewerbegebiet des GZV. Bis zu einer Entscheidung sei die Zukunft der noch letzten freien Fläche in der Bachhalde daher offen.

In der Bachhalde sind 600 Arbeitsplätze entstanden

In der Bachhalde seien rund 600 Arbeitsplätze entstanden, so Heirich. Die Firmen dort hätten sich etabliert, so dass auch die Gewerbesteuereinnahmen gestiegen seien. Unter dem Strich habe die Vermarktung der Bachhalde nach derzeitigem Stand dem GZV ein Plus von 500 000 Euro beschert. Sollte die Firma Hofer die Erweiterungsoption wie anvisiert umsetzen, sei noch mit Einnahmen von weiteren rund 900 000 Euro zu rechnen.

Der Verbandsvorsitzende dankte den Mitgliedern des GZV für einen langen Atem, da es zu Beginn durchaus skeptische Stimmen gab. Wegen einer längere Zeit schleppenden Nachfrage war die Bachhalde auch als „Brachhalde“ verschrien. Nun habe sich aber gezeigt, so Otmar Heirich, dass der eingeschlagene Weg richtig gewesen sei und man mit der Entwicklung der Bachhalde zufrieden sein könne.

Keine Chance für Logistikzentren im Großen Forst

Ebenfalls voran schreite die Entwicklung des Großen Forstes. Für die rund 45 000 Quadratmeter freie Fläche im ersten Bauabschnitt gebe es derzeit sechs Interessenten. Heirich erläuterte die Kriterien, die man für eine Vergabe der Grundstücke ansetzt: Seriosität des Unternehmens, Zukunftsfähigkeit und Verhältnis von Flächenbedarf zu Arbeitsplätzen. Logistikfirmen habe man vor diesem Hintergrund daher bereits Absagen erteilt. Um den zuvor landwirtschaftlich genutzten Großen Forst hatte es ein jahrelanges erbittertes Tauziehen gegeben. Die Firma Hugo Boss verabschiedete sich schließlich von seinen Plänen zum Bau eines Großlagers im Großen Forst.

Er gehe davon aus, so der Nürtinger OB, dass im Laufe des nächsten Jahres die Flächen im ersten Bauabschnitt vollständig vermarktet sein werden. Daher soll der zweite Bauabschnitt des Großen Forsts angegangen werden. Der Großbettlinger Bürgermeister Martin Fritz sieht den Zweckverband auf einem guten Weg. Die Vermarktung bestätigten die große Nachfrage und den Bedarf, der aktuell in der Region herrschten.