Wochenmarkt in Stuttgart-Mörhingen Verkäufer kritisieren schlechte Kommunikation

Gegen die Verlegung des Möhringer Wochenmarktes regt sich Widerstand. Foto: dpa/Soeder
Gegen die Verlegung des Möhringer Wochenmarktes regt sich Widerstand. Foto: dpa/Soeder

Vom 2. Januar an ist der Möhringer Wochenmarkt im Spitalhof zu finden. Einige Kunden und Beschicker sind mit dem neuen Standort ganz und gar nicht einverstanden. Es gibt sogar eine Unterschriftensammlung.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

Möhringen - Manfred Korn ist ein treuer Kunde des Wochenmarktes in Möhringen. Er kommt nahezu jede Woche zum Einkaufen auf den Oberdorfplatz. Am ersten Samstag im Dezember entdeckte er dort das Schild, dass die fliegenden Händler vom 2. Januar an im Spitalhof zu finden seien. „Mit dieser Entscheidung bin ich ganz und gar nicht einverstanden, und ich würde gerne stichhaltige Gründe dafür wissen“, schrieb Korn noch am selben Tag in einer E-Mail an die Märkte Stuttgart und das Bezirksamt Möhringen.

Manfred Korn nennt in dem Brief verschiedene Argumente, die seiner Meinung nach gegen die Verlegung sprechen. So sei der Oberdorfplatz größer, was gerade in Pandemiezeiten wichtig sei. Und rund um die Martinskirche gebe es mehr Parkmöglichkeiten. Das Thema Parkplätze treibt auch andere Kunden des Wochenmarktes um, welche die Verlegung in den Spitalhof ebenfalls kritisieren (wir berichteten).

Christian Dempf, der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV), verteidigt den neuen Standort. Rund um den Spitalhof gebe es mindestens genauso viele reguläre Parkplätze wie an der Martinskirche. Der Punkt sei, dass bisher viele Marktbesucher illegal geparkt hätten, sagte er vor Kurzem unserer Zeitung. Das Ziel der Verlegung des Wochenmarktes sei eine Belebung der Filderbahnstraße.

Auch die Möhringer Bezirksvorsteherin Evelyn Weis sieht Vorteile und bittet darum, dem neuen Standort wenigstens erst einmal eine Chance zu geben. Thomas Lehmann, der Geschäftsführer der Stuttgart Märkte, betonte gegenüber unserer Redaktion, dass es eine Umfrage unter den Marktbeschickern gegeben habe. Eine Mehrheit sei für die Verlegung gewesen – wenn auch eine knappe.

Marktfrau sammelt Unterschriften gegen die Verlegung

Dagmar Aurenz kann dieses Ergebnis nicht nachvollziehen. Sie verkauft samstags Obst, Gemüse und Blumen in Möhringen. „Bei uns kam diese Umfrage nicht an“, sagt die Marktbeschickerin. Sie habe mittlerweile ihrerseits bei ihren Kollegen nachgefragt und sieben Unterschriften gegen die Verlegung gesammelt. Die übrigen zwei Marktbeschicker habe sie nicht erreicht. Ihre Liste habe sie per Einschreiben an die Märkte Stuttgart geschickt.

Zudem habe sie sich an die Wirtschaftsförderung und das Ordnungsamt gewandt. Denn die Zufahrt durch den alten Torbogen des Spitalhofs sei mit großen Fahrzeugen problematisch. Zudem verdecke sie mit ihrem Stand die Zufahrt, so dass es keinen Rettungsweg mehr gebe. Und wenn einer der Beschicker früher gehen wolle, müsse sie ihren Stand zumindest teilweise abbauen. „Wir kennen den Platz und seine Problematik“, sagt Aurenz. Denn dieser sei schon seit vielen Jahren das Ausweichquartier, wenn der Oberdorfplatz belegt sei.

Kunde verteilt Infozettel mit Kontakt zum Marktamt

Auch Gerhard Raff vom Bärenhof verkauft in Möhringen lieber an der Martinskirche als im Spitalhof. Der Oberdorfplatz sei eben, die Zufahrt sei besser, und es gebe mehr Parkplätze, sagt er. Von der Umfrage der Märkte Stuttgart habe er nichts mitbekommen. Bei Dagmar Aurenz’ Umfrage habe er gegen die Verlegung unterschrieben. Tobias Bihler vom Filderstädter Lindenäckerhof kritisiert ebenso die schlechte Kommunikation. Von den Verantwortlichen sei er zu dem Umzug nicht befragt worden.

Manfred Korn hat an den vergangenen beiden Samstagen etwa 100 Kunden angesprochen. Mindestens 90 Prozent hätten mit Unverständnis und Ablehnung auf den Umzug reagiert. Einigen wenigen sei es egal gewesen. Zustimmung habe es nicht gegeben, sagt Korn. Er habe auch Infozettel mit den Kontaktdaten des Marktamts verteilt und dafür geworben, dort seinem Ärger Luft zu machen.

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