Wohnen in Stuttgart Kommen wegen der Wohnungsnot weniger Studenten?

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Dass sich an der problematischen Wohnungssituation langfristig etwas ändert, ist nicht in Sicht. Für das kommende Semester baute das Studierendenwerk zwar zwei neue Wohnheime in Stuttgart mit rund 500 weiteren Zimmern, doch auch diese sind schon voll besetzt. Verglichen mit der Länge der Warteliste scheint dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Unser Anliegen und Zielsetzung ist es aber mindestens 12 Prozent aller Studierenden in der Hochschulregion Stuttgart eine Bleibe in unseren Wohnanlagen bieten zu können, das wären derzeit 7500 Wohnplätze“, teilt das Studierendenwerk mit. Aktuell haben sie 7200 Wohnheimsplätze, das Ziel ist noch nicht erreicht.

Chancengleichheit fängt beim Wohnen an

Günstiger Wohnraum für 12 Prozent aller Studenten – ein niedriges Ziel. Und nicht einmal das ist bisher Realität. Das Stuttgarter Studierendenwerk sucht nach wie vor nach neuen Immobilien, um dem Andrang Herr zu werden. Geplant sind weitere Neubauten aktuell nicht.

Letzten Endes geht es bei der Debatte um Wohnraum auch um Chancengleichheit in der Bildung. Für Studenten aus einer armen Familie ist es ein essenzieller Unterschied, ob sein Wohnheimszimmer monatlich 250 Euro kostet oder ob er 500 Euro für ein privates Zimmer zahlt. Schlimmstenfalls verhindert die teurere Miete des Wohnungsmarktes am Ende das Studium. Und es geht nicht um Luxus, sondern 12 Quadratmeter in einer Wohngemeinschaft.

Unistandort Stuttgart ist trotzdem beliebt

Ungeachtet der Wohnungsnot ist die Universität Stuttgart ein gefragter Studienort. 24.875 Personen haben sich für das Wintersemester 2016 beworben – ein neuer Rekord. „Die Universität Stuttgart ist für Studieninteressierte, insbesondere auch internationale Studieninteressierte, trotz der Herausforderungen des Wohnungsmarktes anhaltend sehr begehrt“, so die Pressestelle der Universität. Auch die Universität Hohenheim ist nach wie vor beliebt, wie die Bewerberzahlen zeigen.

Der angehende Student Yannis zumindest freut sich auf den Studienbeginn in Hohenheim, auch wenn „die Beute bei der Wohnungssuche bislang eher mager ist“. Er berichtet, die Wohnungssuche an sich sei dank diverser Internetportale einfach, „das Finden einer Wohnung oder eines Zimmers, das den eigenen Suchkriterien entspricht, ist jedoch eher schwer“. Yannis sucht weiter, ein paar Wochen hat er noch Zeit bis zum Semesterstart.




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