Wohnhaus-Sanierung Der Dank gilt der Lotterie

Das Treppenhaus weist eine ungewöhnlich üppige Bemalung auf. Foto: Jochen Detscher
Das Treppenhaus weist eine ungewöhnlich üppige Bemalung auf. Foto: Jochen Detscher

Ein klassisches Stuttgarter Wohnhaus aus der Zeit der Jahrhundertwende wird mit Hilfe der Denkmalstiftung wieder hergerichtet. Die Mittel dafür stammen aus dem Stiftungskapital und zu einem erheblichen Teil aus der Glücksspirale.

Aus den Stadtteilen: Kathrin Wesely (kay)
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S-West - An der Ecke von Reinsburg- und Rötestraße steht ein Haus, das typisch ist für den Stuttgarter Westen: Es wurde um 1900 in späthistoristischem Stil erbaut. Charakteristisch sind dafür das unverputzte Mauerwerk, Gesimsbänder, Verzierungen und Kastenerker. Auch das geräumige Treppenhaus mit Stuck, Wandverkleidung und Malereien gehört dazu.

Glücksfall für den Denkmalschutz

„Die denkmalaffine Eigentümergemeinschaft beabsichtigt eine umfassende und komplexe Restaurierung“, erklärt Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Die Stiftung unterstützte die privaten Eigentümer bei der Instandsetzung mit einem Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale. „Das ist ein Glücksfall für den Denkmalschutz. Auf diese Weise kann ein besonders schönes und außergewöhnlich gut überliefertes Zeugnis dieser Zeit in hervorragendem Zustand erhalten werden“, sagt Rothemund. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit Sitz am Charlottenplatz operiert nach dem Motto „Bürger retten Denkmale“. Sie fördert insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 18 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere sollen folgen. Die Mittel dafür stammen aus dem Stiftungskapital und ferner zu einem erheblichen Teil aus der Lotterie Glücksspirale.

Wohnen um 1900

Im Falle der Reinsburgstraße 104 war es höchste Zeit für eine Renovierung. Im Treppenhaus des fünfgeschossigen Wohnhauses zeigten sich bereits erste Schäden, die jetzt ausgebessert werden sollen. Stuck- und Putzoberflächen müssen gereinigt und gerichtet werden, die Malereien an den Wänden aufgearbeitet und Macken an Türen, Fenstern und Wandverkleidungen ausgebessert werden. Das außergewöhnlich üppige malerische Dekor des Hausflures und des Treppenhauses mit Blumenbouquets und Landschaftsszenerien soll wieder neu zur Geltung kommen.

Das Gebäude gehört zu einer Reihe gut erhaltener Wohn- und Geschäftshäuser, die das Bauunternehmen Pfeiffer um die Wende zum 20. Jahrhundert im Stuttgarter Westen erbaut hat. Es zählt heute zu den Kulturdenkmalen im historistischen Stil im Stadtteil Rotebühl. Als Bestandteile eines vergleichsweise intakten Wohnviertels dieser Zeit dokumentiert das Wohngebäude die Stuttgarter Mietshausarchitektur des Späthistorismus.




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