Zehn Jahre nach der Eröffnung Das Schicksalsjahr der Schwabengalerie

Nach wie vor hat Mediamarkt den Vertrag nicht verlängert. Foto: Archiv Alexandra Kratz
Nach wie vor hat Mediamarkt den Vertrag nicht verlängert. Foto: Archiv Alexandra Kratz

Bereits im vergangenen Jahr bemängelten einige Geschäftsleute das Fehlen eines tragfähigen Zukunftskonzepts für die Schwabengalerie in Vaihingen. Andere klagten über Umsatzeinbußen. Nun stehen in dem Einkaufszentrum größere Umbaumaßnahmen an.

Filder-Zeitung: Rüdiger Ott (ott)
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Vaihingen - Optimistische Worte ist man ja von Koprian IQ gewohnt. Die Betreibergesellschaft der Schwabengalerie, die ihren Hauptsitz in Hamburg hat und über den Centermanager Jürgen Ehlen die Geschicke der Vaihinger Shoppingmeile lenkt, beteuert regelmäßig, dass die Zukunft der Ladengalerie rosig sei. Doch dürfte das Jahr 2014 ein Schicksalsjahr für die Schwabengalerie werden.

Zehn Jahre nach der Eröffnung laufen turnusgemäß einige wichtige Mietverträge aus. Während die Mehrzahl der Ankermieter bereits verlängert hat, ist nach wie vor unklar, ob Media Markt seinen Standort in Vaihingen aufgeben wird. Und auch größere Umbaumaßnahmen, im unternehmerdeutsch Optimierungen genannt, stehen aller Voraussicht nach ins Haus.

Über die genauen Details schweigen sich die Hamburger aus. „Ich bitte um Nachsicht, dass es nicht üblich ist, über Mietvertragsverhandlungen zu berichten“, teilt Helmut Koprian schriftlich mit. „Mietvertragsverhandlungen sind ein leises Geschäft, daran wollen wir uns auch halten. Für Vermieter und Mieter gilt das Prinzip der Nichtverlautbarung wesentlicher Mietvertragsbestandteile wie zum Beispiel Laufzeit und Miete.“

Geschäftsleute berichten über Umsatzrückgänge

Vergangenes Jahr hat es angefangen zu brodeln in der Schwabengalerie. Hinter vorgehaltener Hand hatten einige Geschäftsleute das Fehlen eines tragfähigen Konzepts für die Zukunft bemängelt. Andere verwiesen auf Umsatzeinbußen und einen Rückgang der Kundenfrequenz. Zudem standen Läden leer.

Die Gerüchte befeuerte auch der Umstand, dass es bei kleineren Reparatur- und Sanierungsarbeiten nur langsam voranging. Ein kaputtes Fenster wurde schon mal über einige Monate hinweg nicht ausgetauscht, und auch die öffentlichen Toiletten auf der Parkebene konnten wegen eines Wasserschadens wochenlang nicht benutzt werden.

Und das Schreckenszenario, dass durch den Verlust der großen Mieter das Geschäft auch für die kleinen Shopbetreiber einbrechen könnte, ist nicht vom Tisch. „Mit der Sicherung der wesentlichen Ankermieter ist die erforderliche Frequenz des Objekts und die Marktbedeutung gesichert“, sagt zwar Koprian. Aber nach wir vor ziert sich Media Markt, der wohl der bedeutendste Mieter in dem Gebäude ist, zu verlängern. „Die Verhandlungen dauern noch an“, sagt der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Immerhin, „Kaufland, Deichmann und dm-Drogerie sind langfristig gesichert“, sagt Koprian. Lang war nicht sicher, ob Modepark Röther bleibt. Das Geschäft erstreckt sich über zwei Stockwerke. „Die Verhandlungen mit Modepark Röther wurden positiv im März 2014 abgeschlossen“, sagt Koprian. „Der Mieter wurde langfristig für die Schwabengalerie gesichert. Umbauarbeiten dazu erfolgen im Juli 2014.“

Das Einkaufszentrum soll umgebaut werden

Ohnehin könnte schon bald in dem Einkaufskomplex eifrig gehämmert und gebohrt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Eigentümerin, die Deutsche Fonds-Holding aus Stuttgart, ein Optimierungskonzept von Koprian gutgeheißen. Das Geld wurde aber noch nicht frei gegeben.

So sollen die Glasaufzüge, die Rolltreppen und die Brüstungen an den Lichthöfen verändert werden. Auch ist ein neues Beleuchtungskonzept vorgesehen. Zudem sollen die Geländer, die Sitzbereiche in der Gastronomie, der Fußbodenbelag und die Hinweisschilder ersetzt werden.

Wichtigster Punkt ist ein neuer Branchenmix. Wie der aussehen soll, bleibt unklar. Doch gehört dazu auch eine neue Ladenaufteilung. Wände müssten versetzt und neue Glasfronten eingezogen werden.

„Wir rechnen damit, dass wir der Eigentümerin im Herbst 2014 ein akzeptables Vermietungsergebnis vorlegen können“, sagt Koprian. „Auf dieser Basis ist es dann der Eigentümerin möglich, die geplanten Umbauten und Optimierungen für 2014 bis 2016 zu beschließen und anzustoßen.“




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