Zensus bringt's an den Tag Es gibt weniger Baden-Württemberger als gedacht

Von dpa/lsw 

Der Zensus bringt es ans Licht: In Baden-Württemberg wohnen weniger Menschen als bisher angenommen. Nur 10,48 Millionen Personen leben im Südwesten. Stuttgart hat 585.890 Einwohner.

Der Zensus bringt es ans Licht: Stuttgart hat 585.890 Einwohner.  Foto: dpa
Der Zensus bringt es ans Licht: Stuttgart hat 585.890 Einwohner. Foto: dpa

Stuttgart - In Baden-Württemberg wohnen weniger Menschen als bisher angenommen. 10,48 Millionen Personen leben im Südwesten, wie das Statistische Landesamt am Freitag bei der Veröffentlichung der Zahlen für den im Jahr 2011 durchgeführten Zensus in Stuttgart mitteilte. Dies seien knapp 274.000 (Minus 2,5 Prozent) Männer und Frauen weniger als bislang offiziell ausgewiesen.

 Stuttgart hatte am Stichtag der Erhebung insgesamt 585.890 Einwohner - das seien 22.377 weniger als angenommen, teilte die Stadt mit. Wie sich die neue Zahl auf den kommunalen Finanzausgleich auswirkt, sei noch unklar.

Neben den Stadtstaaten Berlin und Hamburg habe der Südwesten im Vergleich mit den anderen Bundesländern vergleichsweise hohe Einwohnerverluste zu verkraften. Seit 2011 haben die Statistiker Zahlen und Fakten zur Bevölkerung in Deutschland zusammengetragen. Von besonderem Interesse waren die Einwohnerzahlen. 1987 wurde in der damaligen Bundesrepublik das letzten Mal gezählt. Seitdem wurden die Zahlen fortgeschrieben.

Nach Angaben des Landesamtes ergeben sich die Abweichungen von den bislang angenommenen Zahlen vor allem deshalb, weil sich Einwohner bei Umzügen nicht zuverlässig an- oder abgemeldet haben. Vor allem junge Leute führten heute oftmals ein „hochflexibles und mobiles“ Berufsleben, in dem sie für eine bestimmte Zeit in eine andere Stadt müssten. Da melde man sich nicht unbedingt ab, sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Carmina Brenner.

77 Prozent der Gemeinden haben weniger Anwohner als gedacht

77 Prozent der baden-württembergischen Gemeinden haben weniger Einwohner als bislang angenommen - 23 Prozent haben mehr Einwohner. Bei den Universitätsstädten und Stadtkreisen sind die Korrekturen besonders stark. Die deutlichste Veränderung gibt es in Mannheim. Dort leben 23.473 Menschen weniger als bislang vermutet.

Jeder vierte Baden-Württemberger hat einen Migrationshintergrund, berichteten die Statistiker weiter. Von den gut 2,6 Millionen Migranten haben etwas über 1,5 Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft. Gut eine halbe Million Menschen bekennen sich laut Mitteilung im Südwesten zum Islam.

Beinahe 7,5 Millionen Menschen oder fast 72 Prozent aller Menschen im Südwesten sind Mitglied der öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften - 52,4 Prozent sind Katholiken und 47,6 Prozent sind evangelisch. Von der Zahl der Einwohner hängt ab, wie Wahlkreise zugeschnitten werden, wie viel Geld Länder und Kommunen beim Finanzausgleich bekommen und wie viele Sitze ein Bundesland im Bundesrat hat.

Mögliche Klagen von Kommunen sieht Brenner mit Gelassenheit. „Wenn es so ist, dann ist es halt so.“ Sie verwies gleichzeitig darauf, dass es langfristige Übergangsregelungen beim Thema Finanzausgleich für die Kommunen gebe. Ein Einwohner spüle einer Kommune derzeit zwischen 800 bis 900 Euro in die Kasse. Die Kommunen hätten mit Verlusten von Einwohnern gerechnet.