Die Leonberger Klinik gehört nun seit mittlerweile zwölf Jahren zu den aktuell 100 von der Organisation „Babyfriendly Hospital“ zertifizierten Kliniken in Deutschland. Eine internationale Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Kinderhilfswerks Unicef.
Besonderer Fokus auf Stillen und Bonding
Ziel des Zertifikats ist es, die Sicherung eines hohen Qualitätsstandards zu gewährleisten. Zudem sollen die gesamten Strukturen und Handlungen der Geburtshilfe auf die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind angepasst werden.
„Die ersten Stunden nach der Geburt gehören Eltern und Kind“, erklärt Cornelia Kraus, leitende Hebamme in Leonberg. Daher wird ein besonderer Fokus auf das Stillen und das sogenannte Bonding, also die erste Phase der emotionalen Bindung zwischen Säugling und Eltern, gelegt.
Deswegen versuche man, das Baby stets auf dem Bauch der Mutter ruhen zu lassen, zum Beispiel beim Verlagern von der Liege aufs Bett oder auch bei der ersten Untersuchung des Neugeborenen.
Familienfreundlichkeit und Rundum-Betreuung
Um diesen Fokus immer aufrecht zu halten, ist dreimal pro Woche eine Stillberaterin vor Ort. Zudem wir das zuständige Personal der Geburtshilfe regelmäßig geschult.
Auch die Väter werden umfassend betreut. „Die Partner haben ihre Frauen noch nie so erlebt. Es ist wichtig, ihnen fortlaufend mitzuteilen, was gerade geschieht“, meint Kraus. Es sei eine Grenzerfahrung, die das Paar gemeinsam macht.
Die Rundum-Betreuung wird auch nach der Geburt auf der Wochenstation fortgeführt. „Wir wissen sehr genau, was Eltern brauchen und wünschen und wie wir sie dabei unterstützen können, mit ihrem Kind vertraut zu werden“, erklärt Kathrin Frick, Gruppenleiterin der Wochenstation.
„Pflege nicht übernehmen, sondern anleiten und beraten“, lautete das Motto in Leonberg. Durch einen ständigen Austausch mit den Nachsorgehebammen soll sichergestellt werden, dass es Kindern und Eltern auch zu Hause in den Monaten nach der Geburt gut geht.
„Die gesamte Geburtshilfe wurde durch die Zertifizierung zum Babyfreundlichen Krankenhaus geprägt“, meint Monica Diac, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Leonberger Krankenhaus. Es sei ein riesen Erfolg für das ganze Team, die Rezertifizierung erneut ohne Beanstandungen geschafft zu haben.
Vier Geburten am Schalttag
Eine der vielen glücklichen Mütter, die sich für die Leonberger Geburtshilfe entschieden haben, ist Evelyn S. Ihr Sohn kam in diesem Jahr als erstes von vier Schalttagbabys am 29. Februar in Leonberg zur Welt. Erik Marcel S. erblickte am Donnerstag um 12.40 Uhr das Licht der Welt, 3605 Gramm schwer, 52 Zentimeter groß und damit voll im grünen Bereich.
Der Schalttag war tatsächlich auch der errechnete Geburtstermin von Erik. „Dass das so genau passt, hat uns zwar überrascht, aber insofern haben wir uns von Anfang an auf das Datum eingestellt und uns entspannt darauf eingelassen“, erklären sie und ihr Mann Holger. Wann sie den Geburtstag ihres ersten Kindes in den Gemeinjahren, also den Jahren ohne 29. Februar, feiern werden, haben sie noch nicht festgelegt.
Wahrscheinlich werden sie aber auf den ersten März ausweichen. So ist es tatsächlich auch vom Gesetzgeber vorgesehen. Wer am Schalttag geboren ist und in einem Gemeinjahr seinen 18. Geburtstag feiert, ist offiziell ab dem ersten März volljährig.
„Und alle vier Jahre wird dann am tatsächlichen Geburtstag groß nachgefeiert“, erzählen die frischgebackenen Eltern.