ZF-Chef bestätigt ZF will in zwei Jahren sechs Milliarden Euro einsparen

ZF-Vorstandschef Holger Klein bei der Präsentation eines Siliziumkarbid-Chips, der in Elektroautos zum Einsatz kommt Foto: dpa/Felix Kästle

Vorstandschef Holger Klein konkretisiert die Sparvorgaben für den Konzern. Bei dem Autozulieferer stehen 12 000 Stellen in Frage.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen will bis Ende 2025 seine Kosten um sechs Milliarden Euro senken. Holger Klein, Vorstandschef des mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldeten Stiftungsunternehmens, nannte dieses Ziel bei einem Gespräch mit Journalisten am Dienstagabend in Stuttgart.

 

In den Werken und in zentralen Bereichen sollen die Kosten sinken

Das Unternehmen verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat über den Abbau von potenziell Tausenden von Stellen an verschiedenen Standorten. Klein bestätigte, dass im Konzern bis Ende des Jahrzehnts durch Fluktuation 12 000 Stellen frei werden. Wie viele davon wegfallen werden, sei offen. An allen Standorten gelte es, mit den Arbeitnehmervertretern Zielbilder zu entwickeln, aus denen der künftige Personalbedarf abgeleitet werde. Sein Fokus gelte „dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze“, sagte Klein. Klar ist aber, dass die Produktivität der Werke und die Kostenstruktur in zentralen Bereichen verbessert werden sollen, was mit Stellenabbau zu übersetzen ist. Zudem will ZF Preise beim Materialeinkauf senken und bei Investitionen und Forschungsausgaben sparen.

Der ZF-Betriebsrat kritisiert den Kurs hart: Der Vorstand habe „den Panikknopf gedrückt“ und „sich gegen uns gestellt“, so BR-Chef Achim Dietrich vor kurzem. Eine große Belastung für ZF sind die Verbindlichkeiten, die aus der Übernahme der Firmen TRW und Wabco resultieren. ZF will auch deshalb die profitable Sicherheitsgurt- und Airbagsparte mit Sitz in Altdorf bei Schwäbisch Gmünd verkaufen oder an die Börse bringen.

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