Agassi selbst haderte sein ganzes Tennisleben lang mit dem Sport. „Um mich zu begreifen, muss man sich den Druck vorstellen können, unter dem ich schon als kleiner Junge stand“, sagte Agassi vor Jahren in der „Süddeutschen Zeitung“. „Bei uns zu Hause war die Stimmung davon abhängig, ob ich gut oder schlecht trainierte, ob ich gewann oder verlor.“ Sein Vater war aus Teheran in die USA ausgewandert, Andre Agassi sollte den amerikanischen Traum erfüllen und wurde zu einem der erfolgreichsten Profis.
Nur noch Augen für Steffi
Seinen Frieden gefunden hat er offenbar erst nachdem er seine Karriere beendet und in Deutschlands Tenniswunder Steffi Graf (50) seine große Liebe gefunden hat. Und das kam so: Agassi soll lange vor dem ersten Date mit seiner Traumfrau großes Interesse an der deutschen Sportlerin gezeigt haben. Angeblich noch während seiner Ehe mit der Schauspielerin Brooke Shields (54, „Die blaue Lagune“), mit der er von 1997 bis 1999 verheiratet war, ging Steffi ihm nicht aus dem Kopf. „Ich bin in Steffi verknallt, seit ich mal im französischen Fernsehen ein Interview mit ihr gesehen habe. Ich war wie vom Donner gerührt, absolut hingerissen von ihrer bescheidenen Anmut, ihrer natürlichen Schönheit“, schreibt Agassi in seiner Autobiografie „Open“ (2009).
Nach der Scheidung von Shields versuchte Agassi, aus dessen wilder Mähne in der Zwischenzeit eine Glatze geworden war, laut Medienberichten alles, um Steffi Graf zu erobern: er arrangierte gemeinsame Trainingseinheiten, schickte Blumen, bastelte eine Geburtstagskarte und lud sie zum Essen ein. Steffi Graf zeigte sich unbeeindruckt, schließlich war sie zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Rennfahrer Michael Bartels zusammen.
In Las Vegas nahm alles seinen Lauf
Irgendwann zahlte sich die Hartnäckigkeit des dreifachen Davis-Cup-Gewinners aus: 1999, erstes Date in San Diego, wenig später zeigen sich die beiden als Liebespaar bei einem Boxkampf in Las Vegas. Zwei Jahre später, am 22. Oktober 2001, heiraten die Tennis-Legenden, ebenfalls in Las Vegas – in ihrem Fall war es keine der berüchtigten Blitz-Ehen, die dort geschlossen werden. Nur drei Tage nach der Hochzeit bringt die damals 32-jährige Steffi Graf Sohn Jaden Gil (18) zur Welt. Zwei Jahre danach folgt Tochter Jaz Elle (16). Die Familie lebt noch heute dort, wo alles seinen Lauf nahm: in Las Vegas.
Seit 2001 führt das Paar eine vorbildliche, skandalfreie Ehe. Zumindest ist es das, was die beiden erzählen. Andre Agassi hat einmal das Geheimnis ihrer Liebe einem „Bild“-Reporter verraten: „Wir kümmern uns umeinander. Jeden Tag. Darin sind wir sehr diszipliniert. Die Harmonie in der Familie ist das Wichtigste für uns beide. Und dafür arbeiten wir. Wenn man sich umeinander kümmert, wenn man miteinander spricht und einander zuhört, bleibt die Beziehung gesund“, sagte er in einem Interview mit der Boulevardzeitung 2013.
Große Worte für die große Liebe
Unvergessen ist Agassis fast achtminütige Rede für Steffi Graf während ihrer Aufnahme in die „Tennis Hall of Fame“ im Jahr 2004 in Rhode Island.
„Ich suche“, sagte Andre Agassi, und seine Stimme stockte dabei, „nach angemessenen Worten für die Person, die mein Leben verändert hat. Doch ich merke, dass die Worte erst noch erfunden werden müssen, die groß, bunt und wahrhaftig genug sind, um das Herz und die Seele dieser Frau zu beschreiben, die ich liebe – Stefanie.“