Zum Schutz der Tiere Böllerverbotszonen in Erdmannhausen eingerichtet
Um ein Unglück wie im vergangenen Jahr zu verhindern, hat die Gemeinde vier Böllerverbotszonen eingerichtet.
Um ein Unglück wie im vergangenen Jahr zu verhindern, hat die Gemeinde vier Böllerverbotszonen eingerichtet.
Während die einen an Silvester fröhlich-unbedacht Raketen zünden, versuchen andere zur gleichen Zeit, ihre Tiere im Stall zu beruhigen. In der Neujahrsnacht 2022 auf 2023 ist dies auf dem Hof von Horst und Jürgen Stegmaier im Erdmannhäuser Schrayweg leider nicht gelungen.
Einige Personen hatten unmittelbar vor dem Stall Feuerwerkskörper in den Himmel geschickt und erst nach mühsamen Diskussionen mit den Landwirten ihren Standort gewechselt. Für die Kühe im Stall war das damals allerdings zu spät. Die Böller und Blitze hatten für Panik unter den Tieren gesorgt.
Drei Kälber zogen sich so schwere Brüche zu, dass sie getötet werden mussten. Ebenso erging es einem Reh, das sich in Panik in einem Zaun verfing und schwer verletzte. Immerhin: Die Stimmen für ein Böllerverbot wurden lauter. Auch Familie Stegmaier fordert auf ihrer Website die Erdmannhausener auf, sich zum Wohl der Tiere für Verbotszonen einzusetzen.
Die rechtlichen Möglichkeiten, um Böllerverbotszonen einzurichten, seien jedoch beschränkt, bedauert die Gemeinde. Um eine Wiederholung dieser Szenen zu vermeiden, hat das Rathaus gleichwohl vier Böllerverbotszonen eingerichtet – ohne Zustimmung des Ministeriums. „Wir machen das jetzt einfach mal und schauen, was passiert“, sagt Markus Kohler, Bürgermeister in Erdmannhausen. Um die Tiere im Ort sowie die Natur zu schützen, sei das ein guter Weg. Denn die meisten Leute ließen nicht nur panische Tiere, sondern auch die Reste des Pyrofeuerwerks achtlos zurück. Der Müll lande dann häufig im Wald, auf Grünflächen oder verschmutzten die Gewässer.
Das Zünden von Feuerwerkskörpern ist somit im Schrayweg und der Ecke Parkplatz auf der Schray, in der Bahnhofstraße rund um die Hofstelle, am Kleeblatt-Pflegeheim im Simanowizweg und beim Pflegeheim Haus Edelberg in der Bahnhofstraße verboten. Das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen sei in unmittelbarer Nähe von Kirchen und Alters- respektive Pflegeheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden sowieso grundsätzlich verboten, sagt Kohler.
Um die Bürger darauf aufmerksam zu machen, wurde eine Aufklärungskampagne gestartet. Mehrfach seien die Verbotszonen kommuniziert worden und die Bevölkerung gebeten worden, auf Feuerwerk in der Nähe von Ställen zu verzichten. Zudem gebe es warnende Plakate an den neuralgischen Punkten. Auch die Polizei sei involviert und habe die Gegend im Schrayweg im Blick. „Ich glaube nicht, dass es zu Verstößen kommen wird“, sagt Köhler, die Bevölkerung sei sensibilisiert und verzichte an diesen Stellen auf die bunte Silvesterballerei. Sein Wunsch: Erdmannhausen möge eine achtsame und rücksichtsvolle Silvesternacht erleben.