Zum Tod des Cellisten Peter Buck Das Schöne bewahren
Der Stuttgarter Cellist Peter Buck, Mitgründer des namhaften Melos-Quartetts, Cello-Professor in Stuttgart und Karlsruhe und weltweit Lehrender, ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Der Stuttgarter Cellist Peter Buck, Mitgründer des namhaften Melos-Quartetts, Cello-Professor in Stuttgart und Karlsruhe und weltweit Lehrender, ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Er halte es, hat der Cellist Peter Buck in einem Interview gesagt, mit Franz Kafka. Nein, nicht mit der Weltsicht seiner Romanfiguren, sondern mit einem Zitat, das eine Gegenposition behauptet: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu bewahren, wird nie alt werden.“
Peter Buck, 1937 in Stuttgart geboren, 1961 bis 1967 Solocellist des neu gegründeten Württembergischen Kammerorchesters, dann Gründungsmitglied des Melos-Quartetts und bis zur Auflösung dieser stilbildenden Formation 2005 dessen einziger Cellist, Cello-Professor erst an der Stuttgarter Musikhochschule, später an der Hochschule in Karlsruhe, außerdem weltweit tätiger Lehrender und Juror, hat sich das Schöne immer bewahrt. Es hat ihn 86 Jahre alt werden, dabei aber jung bleiben lassen. Nur vor dem Tod konnte ihn die Kunst nicht bewahren: Am 14. März ist Buck nach kurzer, schwerer Krankheit in Stuttgart verstorben.
Der Cellist hinterlässt viele Spuren. Die Homogenität des Melos-Klangs bezaubert bis heute; zahllose junge Ensembles, die ihren Feinschliff bei Bucks Quartett erhielten, tragen dessen Anspruch und Freude weiter. Das Festival Oberstdorfer Musiksommer, das er 1992 mit dem (damals neuen) Ansinnen gründete, gleichermaßen das Publikum (durch Konzerte) zu bereichern, Musizierende (durch Meisterkurse) zu fördern, ist heute vital wie eh und je. Als Juror des Vereins Live Music Now in seiner Heimatstadt hat sich Buck viele Jahre lang dafür eingesetzt, dass Musik nicht nur den Privilegierten, sondern allen Menschen gehört. „Ich bin ein Glückspilz!“, war ein Lieblingssatz des von Leidenschaft durchglühten Musikers mit dem sympathischen Lächeln. Nicht nur das werden wir nicht vergessen.