Die Zustände rund ums Bürgeramt bleiben Thema in der Stadt. Keine Termine, riesige Schlangen, lange Wartezeiten, unzufriedene Menschen – und kommt jetzt noch ein weiteres Problem hinzu? In der vergangenen Sitzung des Leonberger Gemeinderates hat sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Elke Staubach zu Wort gemeldet. Ihr sei zu Ohren gekommen, dass der Security-Dienst die Bürgerinnen und Bürger am Alten Rathaus verbal ziemlich schroff behandele. Ob das Sicherheitspersonal denn im Umgang mit den Menschen eingelernt werde?
Was ist dran an der Nachfrage der Christdemokratin? Konkret geht es um die E-Mail einer Frau, die an mehrere Gemeinderatsfraktionen ging, wie Staubach auf Anfrage mitteilt. „Dermaßen unverschämt“ sei der Umgangston gewesen, und sie sei aufgefordert worden, das Gebäude umgehend zu verlassen. „Damals ging es noch um Online-Termine“, konkretisiert Staubach – und die Frau habe offenbar keinen gehabt. Wie die CDU-Fraktionschefin berichtet, habe die Frau eine Beschwerdemail an die Stadtverwaltung geschickt, und darauf auch eine Rückmeldung erhalten.
Zur Einordnung: „Die Stadt Leonberg beschäftigt bereits seit 11. März den Security-Dienst der Firma DSS Security im Bürgeramt auf dem Marktplatz“, teilt Sebastian Küster, Pressesprecher der Stadt Leonberg, auf Nachfrage mit. Seit Beginn der Tätigkeit seien die Mitarbeitenden und Verantwortlichen im Bürgeramt und den Ortschaftsverwaltungen mit dem Personal vor Ort zufrieden. „Der Kundenstrom wird durch die Steuerung des Security-Dienstes besser kanalisiert.“ Und außerdem: In die Abläufe im Erdgeschoss des Alten Rathauses sei das Sicherheitspersonal schnell eingelernt worden, sodass nach kurzer Zeit die Abläufe gut funktioniert hätten.
Stadt reagiert auf die einzige Beschwerde-Mail
Auch Küster berichtet von einer schriftlichen Beschwerde per Mail – die einzige, die zu dem Thema im Rathaus eingegangen sei. Die Stadt Leonberg habe daraufhin mit dem Leiter der Firma Kontakt aufgenommen, die Beschwerde weitergegeben und darum gebeten, die Mitarbeitenden im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern am Alten Rathaus und in den Ortschaftsverwaltungen zu sensibilisieren.
Ansonsten sei den Verantwortlichen im Rathaus seit der Systemumstellung kein Vorfall bekannt, in dem es zu Beschwerden aufgrund des Sicherheitsdienstes kam. „Es gehört zu der Aufgabe des Sicherheitspersonals den großen Andrang der Menschen bestmöglich zu steuern“, betont Küster. Dies geschehe auch mit klaren Ansagen, die – wenn nötig – deutlicher ausfallen müssten. Der Pressesprecher sagt allerdings auch in aller Deutlichkeit: „Den Verantwortlichen im Alten Rathaus ist ein unverhältnismäßig schroffer Umgang des Sicherheitsdienstes gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern nicht aufgefallen.“
Übrigens: Seit Donnerstag, 11. April, hat die Stadt Leonberg eine weitere Mitarbeiterin der Securityfirma hinzugezogen. Sie soll dabei helfen, den großen Andrang nach der Umstellung auf Spontanbesuche ohne Online-Terminvergabe noch besser handhaben zu können.