Zweirad-Stadler in Filderstadt Fahrradpannen werden nach wie vor behoben

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Das Zweirad-Center Stadler bietet in der Corona-Krise nur noch einen Reparaturservice und Telefonberatung an. Wegen der Corona-Krise ist ein Verkauf im Geschäft zurzeit nicht möglich.

Reparaturen bietet die Werkstatt von Zweirad-Stadler weiterhin an. Foto: Horst Rudel
Reparaturen bietet die Werkstatt von Zweirad-Stadler weiterhin an. Foto: Horst Rudel

Filderstadt - Die Sonne lacht vom Himmel, die Tage werden länger – die Fahrradsaison kann kommen. Doch in einer Zeit, in der das Coronavirus unser Leben bestimmt, können Fahrradgeschäfte nur bedingt Kinderfahrräder als Ostergeschenke, E-Bikes, Mountainbikes, Renn- und Trekkingräder verkaufen. Die Lager sind zwar voll, aber die Läden geschlossen. Was das für die Branche bedeutet, zeigt sich am Beispiel des Zweirad-Centers Stadler in Filderstadt-Bonlanden.

Die Corona-Krise komme zu einer Zeit, in der sie gerade die Fahrradbranche „hart treffen wird“, sagt Michael Büchel, der Leiter der seit Juni 2018 in Filderstadt-Bonlanden ansässigen Stadler-Niederlassung. Die unabdingbare Schließung der Fahrradgeschäfte blockiere nicht nur den Verkaufsstart in die Saison, sondern bremse auch das zurzeit stark im Fokus stehende Thema Radleasing aus. Michael Büchel und seine rund 55 Mitarbeiter verkaufen zurzeit kein Rad, kein Trikot und keinen Helm direkt in der Filiale.

Das Lager ist voll

Die Ladentür sei zwar offen, sagt der Niederlassungsleiter, aber dahinter führe der Weg lediglich in die Werkstatt, die ihren Reparatur-Service von Montag bis Samstag zwischen 10 und 15 Uhr anbiete. Das entspreche der Vorgabe der derzeit geltenden Verordnung. So könne den Kunden wenigstens „ihre Mobilität gewährleistet werden“, sagt Michael Büchel. Der Verkauf liege indes „größtenteils auf Eis“. Lediglich telefonisch oder online im Internet könnten Fahrräder erworben werden. Eine Beratung sei zurzeit ebenfalls nur telefonisch möglich. Die Räder würden dann an den Kunden ausgeliefert. Und sollte dieser mit dem angelieferten Rad gar nicht glücklich sein, „dann holen wir es auch wieder ab“.

Bei der Anlieferung werde darauf geachtet, dass zum beiderseitigen Schutz vor einer eventuellen Ansteckung die vorgeschriebene Distanz zum frischgebackenen Fahrradbesitzer eingehalten werde. Lange Einweisungen in die Funktionen des Rads seien vor Ort nicht drin.

Darüber, dass die Lager voll seien, sei er trotz des stark eingeschränkten Verkaufsgeschäfts „recht glücklich“, sagt Michael Büchel. Denn wäre die Corona-Pandemie noch früher ausgebrochen, wäre es seitens der Hersteller mit Sicherheit zu Engpässen gekommen, befürchtet er. So aber konnte geordert und geliefert werden, die Ware sei für die Kunden vorrätig – verbunden mit der Hoffnung, dass das Geschäft irgendwann auch wieder anlaufe.

Wann das der Fall sein wird, ist zurzeit branchenübergreifend ungewiss. Michael Büchel hofft, zumindest „um Kurzarbeit herumzukommen“. Zurzeit seien die Mitarbeiter beispielsweise mit Arbeiten wie der Vormontage von Fahrrädern beschäftigt, „aber das wird nicht reichen, um damit vier Wochen zu überbrücken“. Gelingt es der Branche, die aus der Krise resultierenden Einbrüche mit eigenen Mitteln zu stemmen? „Es ist noch zu früh, um das beurteilen zu können“, sagt Büchel.

Keine einheitlichen Vorgaben

Er hätte sich gewünscht, wenn in der Bundesrepublik einheitlich vorgegangen wäre. Am Dienstagabend, 17. März, habe er erfahren, dass seine Stadler-Niederlassung – eine von 20 in Deutschland – am folgenden Vormittag nicht öffnen darf. Die Kollegen in Bayern beispielsweise hätten immerhin einen Vorlauf von zwei Tagen gehabt. Auch seien zunächst in einigen Bundesländern die Fahrradgeschäfte mit Baumärkten gleichgestellt worden und hätten ihre Öffnungszeiten auch für den Verkauf vor Ort beibehalten können.

Obwohl das Ende der Krise noch nicht absehbar sei, schaue er schon jetzt nach vorne, sagt Michael Büchel. Er und seine Mitarbeiter bereiteten sich auf den Normalbetrieb vor und „wir freuen uns schon darauf, die Kunden bald wieder persönlich beraten zu können“.