In den Schlussminuten hält es in der gut besuchten Beilsteiner Langhanshalle niemanden mehr auf den Sitzen. Begleitet von Standing Ovation bringen die Handball-Frauen der SG Schozach-Bottwartal ihren ersten recht deutlichen Sieg in dieser Zweitliga-Saison ins Ziel. Für den Aufsteiger ist es der zweite Heimerfolg in Serie – und er ist eine Woche nach der bitteren Pleite in Herrenberg ein Lebenszeichen an die Konkurrenz im Tabellenkeller. Ja, die SG, sie lebt noch. Mit ihr ist zu rechnen.
30:26 heißt es am Ende. Verdientermaßen. Nachdem die Führung in der ersten Hälfte hin und her gewechselt war und die SG zwischenzeitlich 9:12 hinten lag, feuerte sie zu Beginn des zweiten Durchgangs ein Feuerwerk ab. Von 15:14 zog die SG auf 21:16 davon und ließ Bremen nie mehr wirklich rankommen. Mit einer Ausnahme. Doch als die Nordlichter zehn Minuten vor Schluss auf 21:23 verkürzten, fand die SG eine Antwort. Und was für eine: Sie spielte sich in einen Rausch, war drei Minuten später 26:21 vorne. Es sollte die Vorentscheidung sein. Vor allem Lisa Loehnig und die erst 16-jährige Lara Däuble überzeugten immer wieder mit ihren wuchtigen Antritten und Würfen.
SG zwingt den Gegner in Hälfte zwei zu sechs Zeitstrafen
„Unsere Taktik in der Abwehr ist aufgegangen“, freut sich SG-Coach Jürgen Krause. Die SG mit der wiedergenesenen Sina Klenk machte das Zentrum dicht – und erwies sich zudem im Angriff auf dem Weg an den Kreis als sehr mutig. So zwang sie den Gegner in der zweiten Hälfte zu sechs Zeitstrafen. „Mit unseren Wegen in die Tiefe haben wir uns das erarbeitet. Die Zeitstrafen waren nicht geschenkt“, lobt Jürgen Krause sein Team. Die teils doppelte Überzahl wusste die SG zwar nicht immer clever zu nutzen. Sie hielt aber stets mindestens den Vorsprung. Und baute ihn in den übrigen Phasen aus.
Das klappte auch, weil die in der zweiten Hälfte eingesetzte Keeperin Jana Brausch einen Sahnetag erwischte und reihenweise Glanzparaden zeigte. Was vor allem wichtig in den Momenten war, als die SG zuvor beim eigenen Torwurf gescheitert war. Bremen wurde so immer wieder der Funke Hoffnung auf eine Aufholjagd genommen. Auch Keeperin Rena Keller wusste in Hälfte eins zu überzeugen. Beide entschieden das Torhüterduell gegen Bremen für sich. „Die gute Abwehr war heute entscheidend. Gegen die vermeintlich schweren Gegner tun wir uns offenbar etwas leichter“, sagt Brausch, die Glückwünsche gerne entgegennahm, aber nicht mit Lob überschüttet werden wollte.
Die SG Schozach-Bottwartal steht zum Abschluss der Hinrunde mit 8:22-Punkten auf dem 15. und vorletzten Rang. Selbst Platz elf ist aber nur noch zwei Zähler entfernt.
SG Schozach-Bottwartal: Keller, Brausch – Schrembs, Däuble (8/1), Hees (3), Weber (6/4), Klenk (1), Bauer (1), Räuchle (2), Amor (1), Hanak, Fabritz (3), Loehnig (5).