Zwischennutzung in Stuttgart Verlängerungen, die wir 2023 gefeiert haben

Auf dem Contain’t-Gelände in Stuttgart-Nord. Foto: /Laura Müller-Sixer

Egal ob das Bar-Zwischennutzungskonzept im Hotel am Schlossgarten, die Eröffnung der Schwabenbräu-Passage in Bad Cannstatt oder das Contain’t an den Wagenhallen: diese Verlängerungen haben wir 2023 gefeiert.

Das Konzept der Zwischennutzung findet in Stuttgart immer mehr Anklang. Leerstand, der belebt werden könnte, gibt es hier ja zur Genüge. Egal ob Concept Stores, Bars oder Kultur- und Veranstaltungsorte: 2023 ging es für einige temporäre Locations in die Verlängerung. Wir haben den Überblick und finden, dass das gerne so weitergehen darf.

 

Studio Amore

Das Studio Amore eröffnete am 26. Januar als Zwischennutzungskonzept im Hotel am Schlossgarten. Die Verantwortlichen dahinter sind in Stuttgart keine Unbekannten: die Gründer Janusch Munkwitz und Max Benzing sowie Booker Leif Müller und Betriebsleiter Kevin Bernthaler. Ganz wichtig: das Amore ist eine Bar, kein Club – mit DJ-Pult, Discokugel und dem Charme eines 60er-Jahre-Hotels. Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass der Mietvertrag bis Januar 2024 verlängert wird. Damit dürfte noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Vom Einreichen eines Bauantrags bis zum Baubeginn kann noch sehr viel Zeit verstreichen, bis die eigentlichen Umbauarbeiten des Hotels beginnen. Von Donnerstag bis Samstag können die Gäste zwischen edlen Kronleuchtern, Gold, Holzverkleidungen, Mustern und schweren Teppichen in Lounge-Atmosphäre Drinks schlürfen und sich ein bisschen so fühlen, als wäre man in zwei Jahrzehnten gleichzeitig. Für musikalische Untermalung sorgen wechselnde Local-DJs - so wird „the best of both worlds“ vereint. Legendär sind übrigens auch die „Sunday Roasts“, wenn die Bar auch an Sonntagen vor darauffolgenden Feiertagen bespielt wird.

Studio Amore, Schillerstr. 23 im Althoff Hotel am Schlossgarten, Stuttgart-Mitte, Do ab 18, Fr+Sa ab 20 Uhr

Schwabenbräu-Passage

Im Mai eröffneten die „neue“ Schwabenbräu-Passage in Bad Cannstatt. Einst waren hier ein Kino und ein Hotel beheimatet. Seit 2023, fast zwei Jahre nach Übernahme der Immobilie durch die Stadt, finden hier verschiedene Kulturschaffende und Initiativen ihren Platz: das Erdgeschoss wird aktuell von der Druckeria bespielt sowie der DRK Kleiderkiste, das erste Obergeschoss wird von der durch den Gemeinderat geförderten Kulturinitiative Prisma mit Leben gefüllt, darunter unter anderem der Musikclub „Sunny High“, das Foodsharing-Projekt „Common’s Kitchen“, die „Galerie Palermo“, die „Ateliergemeinschaft CIS+“ und KIOSK sowie das Legal Café. Ab 2026 will die Stadt das ganze Quartier umbauen. Bis dahin soll die Passage belebt werden.

Schwabenbräu-Passage, Bahnhofstr. 14-18, Stuttgart Bad-Cannstatt

Contain’t

Die Container City, wie das Areal bei den Wagenhallen genannt wird, wird von verschiedenen Künstler:innen, aber auch größeren Projekten bespielt. Aktuell gehören dazu vor allem der Kunstverein Wagenhalle, Stadtacker, die Waggongs, der Skatepark Nordi und der Verein Contain’t. Bereits zweimal hieß es, dass das Areal geräumt werden müsse, um Platz zu machen für den Interimsbau der Oper. Letztes Jahr im Oktober hätte es das erste Mal soweit sein sollen, doch dann wurde die Frist last minute um ein Jahr verlängert. Auch 2024 soll es (erst einmal) noch weitergehen. Besonders beliebt ist das Contain’t Format „Neue Oper“. Hier bekommen jeden Mittwochabend Nachwuchs-Produzent:innen, DJs und Bands eine Bühne. Von 18.30 bis 23.30 Uhr wird dann im, auf und vor dem Container zusammengesessen und getanzt.

contain’t e.V., Innerer Nordbahnhof 1, Stuttgart-Nord

Kaufhaus Mitte

Auch im Kaufhaus Mitte geht es weiter: Bereits im August diesen Jahres verkündete das Kaufhaus Mitte: Goodbye Königstraße. Dabei eröffnete Daniel Brunner seinen Concept Store vor sechs Jahren, um den Gegenentwurf zu großen Ketten zu liefern. Grund für das Aus in der Königstraße war ein auslaufender Mietvertrag. Es folgten Monate ohne konkreten Plan, mit geplatzten Deals und der Suche nach einer neue Fläche für den Store.

Jetzt steht es fest: Es geht „back to the roots“, zurück zum Startpunkt. „Ab Februar kommenden Jahres werde ich meine alten Räumlichkeiten (momentan Butlers) beziehen, in denen vor knapp sieben Jahren alles angefangen hat. Da habe ich Bock drauf und endlich wieder richtig Platz, um mich auszutoben“, sagt Brunner. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, eröffnete Mitte Dezember der Kaufhaus Mitte Pop-up-Shop in der Schulstraße 11-17. Dort können Stuttgarter:innen von Montag bis Samstag, zwischen 11 und 19 Uhr shoppen.

Kaufhaus Mitte Pop-up, Schulstr. 11-17, Stuttgart-Mitte, Mo-Sa 11-19 Uhr

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