SSB planen Depot Neuer Stadtbahnbetriebshof in Weilimdorf?

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Die SSB suchen händeringend nach einem Standort für ein viertes Stadtbahn-Depot im Nordwesten der Stadt. Von mehr als einem Dutzend Varianten sind aktuell noch vier übrig – und alle liegen in Weilimdorf.

Stadtbahnen stehen im Heslacher Depot bereit. Weil die SSB weitere Bahnen anschaffen, benötigen sie einen vierten Betriebshof – möglichst im Nordwesten der Stadt. Foto: Archiv  Steinert
Stadtbahnen stehen im Heslacher Depot bereit. Weil die SSB weitere Bahnen anschaffen, benötigen sie einen vierten Betriebshof – möglichst im Nordwesten der Stadt. Foto: Archiv Steinert

Weilimdorf - Seit vielen Monaten sind die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück im Nordwesten der Stadt. Dort soll ein neuer Betriebshof für Stadtbahnen gebaut werden. Die bereits existierenden drei Betriebshöfe der SSB in Möhringen, Heslach und Remseck kommen langsam an ihre Kapazitätsgrenze. Nicht zuletzt, weil die SSB ihr Angebot vergrößern, das Netz ausbauen und weitere Bahnen anschaffen möchten. „Im Sommer 2017 hat der Gemeinderat der SSB einen Zuschuss von 72,5 Millionen Euro zugesprochen“, sagt die SSB-Sprecherin Birte Schaper auf Nachfrage unserer Zeitung. „Davon sind 40 Millionen Euro für die Beschaffung weiterer 20 Stadtbahnen gedacht, und 25 Millionen Euro sind für den Bau eines vierten Betriebshofes vorgesehen.“

Wo dieser Betriebshof gebaut werden soll, ist die spannende Frage, mit der sich der Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderates (UTA) voraussichtlich am kommenden Dienstag, 30. Januar, in seiner Sitzung befassen wird. Mehr als ein Dutzend Standorte in verschiedenen nördlichen Stadtbezirken wurden untersucht. In der engeren Wahl sind nach derzeitigem Stand wohl nur noch vier Stück: Das Areal der ehemaligen Gärtnerei Walz, ein weiterer Standort in der Nähe der Bundesstraße 295 an der Solitudestraße sowie zwei Flächen in der Nähe des Weilimdorfer Gewerbegebietes.

Am Dienstag sind die Varianten Thema im Rathaus

Über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten sollen die Stadträte am Dienstag informiert werden. Von Seiten der SSB ist im Vorfeld der Sitzung keine Stellungnahme zu den Standorten zu erhalten: „Dazu kann ich nichts sagen, das soll Thema der UTA-Sitzung am Dienstag sein“, erklärt Birte Schaper. Auch bei der Stadt Stuttgart gibt sich eine Sprecherin zugeknöpft und verweist auf den anstehenden Sitzungstermin im Rathaus.

Wie die Nord-Rundschau dennoch erfahren hat, gilt das sogenannte Walz-Areal (zwischen der Wolfbusch-Siedlung und der SG Weilimdorf) aus diversen Gründen nicht mehr als der Top-Favorit von Stadtverwaltung und SSB-Planern: unter anderem wegen des zu erwartenden Lärms, der besonderen Lage in einer Kurve sowie eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten durch die umliegende Bebauung.

Besser geeignet erscheinen da schon die ebenfalls an der Solitudestraße gelegenen Flächen an der Zufahrt zur Bundesstraße 295. Sie werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Allerdings würde durch ein Depot an dieser Stelle kein wesentlicher Mehrwert für die Bevölkerung entstehen, heißt es.

Streckenerweiterung durch neuen Standort möglich

Diesen Mehrwert, nämlich eine erweiterte Streckenführung, sehen manche Beteiligte in den beiden anderen zur Debatte stehenden Standorten gegeben. Es handelt sich aktuell noch um bewirtschaftete Ackerflächen, die an der südwestlichen beziehungsweise nordwestlichen Grenze des Weilimdorfer Gewerbegebietes liegen. Die eine Fläche liegt an der Flachter Straße gegenüber einem Möbelhaus. Die andere Fläche befindet sich am westlichen Ende der Motorstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bürogebäuden von Siemens. Für Befürworter dieser Vorschläge liegt der Charme von beiden darin, dass durch die Gleise, die zum neuen Betriebshof führen, auch das Gewerbegebiet erschlossen werden könnte. Was den Standort an der Flachter Straße angeht, so gibt es allerdings stadtklimatische Belange, die gegen ihn sprechen könnten.

Auf dem neuen Betriebshof soll es neben den nötigen Zu- und Abfahrten auch eine Abstellhalle geben. Daneben wird eine Betriebswerkstatt für Wartungs- und Reparaturen gebaut. Darüber hinaus werden Dienst- und Sozialgebäude für die Fahrer benötigt. „Ein Betriebshof ist aus personeller Sicht auch ein Stützpunkt für die Fahrer“, erklärt Birte Schaper. Aussagen über die benötigte Mindestgröße des neuen Depots in Weilimdorf könne sie nicht machen. Der Stadtbahnbetriebshof in Möhringen ist mehr als 400 Meter lang und rund 130 Meter breit. Der in Remseck ist mehr als 300 Meter lang und bis 140 Meter breit.

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