3000 Jobs werden abgebaut Wie trifft der Stellenabbau SAP Deutschland?
Nach dem Corona-Boom haben Tech-Unternehmen Zehntausende Beschäftigte entlassen. Im Vergleich dazu fallen die Sparmaßnahmen bei SAP moderat aus, meint Daniel Gräfe.
Nach dem Corona-Boom haben Tech-Unternehmen Zehntausende Beschäftigte entlassen. Im Vergleich dazu fallen die Sparmaßnahmen bei SAP moderat aus, meint Daniel Gräfe.
Jetzt streicht also auch SAP Stellen im großen Stil – 3000 der weltweit 112 000 Beschäftigten sollen gehen. Zuvor hatten schon andere Tech-Giganten einen noch höheren Jobabbau verkündet, unter ihnen Microsoft, Meta und Alphabet. Ihnen allen hatte die Coronapandemie zu einer enormen Sonderkonjunktur verholfen. Durch Lockdowns, Homeoffice-Regelungen und Reisebeschränkungen boomten Online-Shopping und Softwareanwendungen für Verbraucher und Unternehmen, die Milliarden in die Digitalisierung steckten.
Doch der Bedarf ist gesättigt, der Ukraine-Krieg, die schlechte Konjunkturlage und hohe Kosten haben den digitalen Motor abgewürgt. Hinzu kommt, dass gerade in den USA viele IT-Giganten teils zu viel Leute eingestellt hatten, um möglichst viele Aufträge zu holen, und die Geschäfte nach Corona zu optimistisch einschätzten. Jetzt aber müssen ihre Kunden sparen und auf Effizienz achten – und damit die Tech-Konzerne selbst auch.
Dies ist auch bei SAP der Fall, obwohl der größte Anbieter von Unternehmenssoftware bei der Zahl der Neueinstellungen vorsichtiger agierte. In den vergangenen zwei Jahren wuchs die Zahl der Beschäftigten um fast 10 000 auf knapp 112 000 weltweit. In Deutschland stieg sie um knapp 2300 auf mehr als 25 000 an. Dass jetzt 3000 Stellen wieder abgebaut werden sollen, ist – so schmerzlich die Auswirkungen für die Beschäftigen sind – eine Korrektur, die fast zu erwarten war. Die Abbau-Quote der US-Firmen liegt teils um ein Vierfaches höher. Und im Gegensatz zu manchem Konkurrenten nutzt SAP den Abbau stärker zu einer besseren Fokussierung auf das Kerngeschäft.
Mit 200 Stellenstreichungen in Deutschland kommen die Beschäftigten in Walldorf & Co. gut davon, denn SAP ist hier besser als in anderen Ländern aufgestellt. Im Vergleich zu vergangenen Abbauprogrammen ist dieses hierzulande ein mildes.