Ab 11. Dezember Einsatz auf drei Linien Region stellt Relexbusse vor

Von D 

Vom 11. Dezember an verkehren die Relexbusse auf drei Strecken in der Region Stuttgart. Sie sollen schnell unterwegs sein – und für die Fahrgäste komfortabel. Am Donnerstag gab es einen ersten Blick auf die Busse ganz in Blau.

Ganz in blau: die neuen Relex-Busse Foto: Lichtgut/ Oliver Willikonsky
Ganz in blau: die neuen Relex-Busse Foto: Lichtgut/ Oliver Willikonsky

Stuttgart - er rote Teppich war blau – denn blau ist die Farbe der 13 neuen regionalen Expressbusse, die von Sonntag, 11. Dezember, an auf den Linien Leonberg-Flughafen, Kirchheim/Teck-Flughafen und Esslingen-Waiblingen im Rahmen des VVS-Tarifs verkehren. Und alle, die im Nahverkehr der Region Rang und Namen haben, nutzten am Donnerstag die Möglichkeit, in den Fahrzeugen der Daimler-Tochter Setra Probe zu sitzen, die mit W-Lan, Gepäckregal, Klapptischen, Leselampen und USB-Steckbuchsen besser ausgestattet sind als normale Stadtbusse. Drei Millionen Euro hat der Betreiber, die Firma Schlienz-Tours aus Kernen im Remstal, dafür bezahlt. 25 neue Mitarbeiter seien eingestellt worden, sagt Firmenchef Erhard Kiesel. Fünf Jahre lang läuft sein Vertrag mit dem Regionalverband – mit einer Option auf weitere drei Jahre.

„Meilenstein in der Verbandsgeschichte"

„Es geht hier nicht nur um ein paar Busse“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), „wir starten ein neues System“. Im Land seien bereits einige Regioschnellbusse unterwegs, die Verbindungen schaffen sollen, wo es keine Schienenstrecken gibt. In der Region übernehme Relex diese Funktion. Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) und Regionaldirektorin Nicole Schelling betonten, dass der Regionalverband damit „neues Terrain“ betrete, weil er erstmals eigene Busverkehre anbiete. „Das ist ein Meilenstein in der Verbandsgeschichte“, sagte Bopp. Der Region sei es gelungen, innerhalb von nur zwei Jahren die Linienauswahl und die Vergabe nach einer europaweiten Ausschreibung zu organisieren. „Wir haben alle Hürden gemeistert und den Turbo eingelegt“, sagte Schelling.

Für den Betrieb der drei Linien wird der Verband jährlich maximal 2,1 Millionen Euro bezahlen. Es wird aber fest damit gerechnet, dass sich der Betrag durch Fahrgeldeinnahmen fast auf die Hälfte reduziert. Zudem deckt das Land einen Teil des Defizits – bis zu drei Millionen Euro in den kommenden drei Jahren. Minister Hermann kündigte an, dass die Förderung nicht zeitlich begrenzt sei und auch weitere Linien einschließen könne. Die Region kann bis zu elf Expressbusverbindungen einrichten.

Sorgen wegen verstopfter Straßen

Neben dem Komfort sollen die neuen Verbindungen vor allem mit Schnelligkeit punkten. Die beiden Linien zum Flughafen verkürzen die bisherige Fahrtzeit mit der S-Bahn von Kirchheim beziehungsweise von Leonberg über den Hauptbahnhof zum Flughafen deutlich. Bei der Strecke Esslingen-Wabilingen gibt es gegenüber der S-Bahn-Verbindung über Bad Cannstatt keine Fahrzeitverkürzung – deshalb gibt es dafür auch keine Landesförderung.

Um schnell unterwegs zu sein, hoffen die Relex-Macher aber auf die Unterstützung der Kommunen. „Auch Expressbusse können im Stau stehen“, sagte Regionaldirektorin Schelling. Nötig seien dann eigene Spuren und Bevorrechtigungen an Ampeln. Und Schlienz-Chef Kiesel hinterlegte bei Hermann den Wunsch, dass die Relex-Busse auf der Autobahn die Stand- und anderswo Sonderspuren benutzen dürfen. Ansonsten strahlten die Verantwortlichen mit den Fahrzeugen um die Wette: „Die Relexbusse sollen und werden auffallen“, so Schelling.

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