Abbau von Jobs Der Kanzler verklärt die Autobranche

Kanzler Olaf Scholz (li.) lobt die Innovationsfähigkeit der deutschen Autobauer und Zulieferer – zu Recht? Foto: /Political-Moments/ 

In der Autoindustrie werden immer mehr Jobs abgebaut, doch die Politik scheint sich kaum zu interessieren, meint Klaus Köster.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

„Die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Autolandes Deutschlands steht völlig außer Frage“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz im Herbst auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Solche Worte schmeicheln der Branche, doch zugleich verdrehen immer mehr Verantwortliche die Augen. Denn zur Realität gehört auch, dass die deutsche Branche von wichtigen Entwicklungen abgehängt zu werden droht. Das Wachstum der E-Mobilität findet fast ausschließlich in China statt, allerdings nahezu ohne die deutschen Hersteller, die dort kaum einen Fuß auf dem Boden bekommen. Sie sehen sich immer mehr gedrängt, Wertschöpfung noch schneller dorthin zu verlagern.

 

Der Stellenabbau bei Bosch, einem der stabilsten Unternehmen der Republik, zeigt, in welchem Ausmaß die Unternehmen gefordert sind, auch als Arbeitgeber. Was lange Zeit als abstraktes Szenario erschien, wird nun zunehmend zur Realität. Umso wichtiger wäre es, durch vernünftige Rahmenbedingungen das Überleben am Standort Deutschland nicht auch noch zu erschweren. Ungeachtet harter Konkurrenz aus China und den USA vertreibt Deutschland die Industrie durch eine Energiepolitik aus Zeiten, in denen alles bezahlbar schien.

Dem Staatshaushalt, um den sich die Koalition gerade streitet, droht die Basis wegzubrechen. Solange der Bundeskanzler weiter eine verklärte Sicht auf die Realität hat wird sich daran auch wenig ändern.

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