Abfallwirtschaft Stuttgart Die Betriebsstelle Filder stellt auf Biotonne um

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Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft informiert die Bürger im Vorfeld per Post über Kosten und Ausnahmegenehmigungen. Es gibt allerdings nur wenige Möglichkeiten, sich von der Biotonnen-Pflicht befreien zu lassen.

Mehr als die Hälfte der Stuttgarter Stadtbezirke ist bereits an die Bioabfallsammlung angeschlossen. Bis Anfang 2018 sollen nun die restlichen folgen. Foto: privat
Mehr als die Hälfte der Stuttgarter Stadtbezirke ist bereits an die Bioabfallsammlung angeschlossen. Bis Anfang 2018 sollen nun die restlichen folgen. Foto: privat

Filder - Bereits seit dem 1. Januar 2015 ist die getrennte Sammlung von Bioabfall Pflicht. In Stuttgart sind inzwischen mehr als die Hälfte der Stadtbezirke an die Bioabfallsammlung angeschlossen. „Mit mehr als einer Verdoppelung der Biotonnen vor Ort kann der städtische Eigenbetrieb AWS Abfallwirtschaft Stuttgart auf eine äußerst erfolgreiche Einführung der braunen Tonne zurückblicken“, sagt Annette Hasselwander. Sie ist bei der AWS für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Im Frühjahr 2017 soll nun mit der Umstellung der letzten der insgesamt drei Betriebsstellen begonnen werden: mit der Betriebsstelle Filder an der Heßbrühlstraße. Im Vorfeld erhalten sowohl die Mieter als auch die Eigentümer beziehungsweise Hausverwalter per Post ein Infoschreiben. Zunächst kommen allerdings die Stadtbezirke Plieningen, Birkach, Sillenbuch und Degerloch an die Reihe. Die Menschen in Möhringen sollen im Oktober Post bekommen, die in Vaihingen Ende November. Die Briefe für die Kaltentaler werden voraussichtlich erst im Januar 2018 verschickt.

Biotonnen müssen am Straßenrand bereitgestellt werden

„Verantwortlich für die Bestellung von Abfall- und Wertstoffbehältern ist der Grundstücks­eigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung“, klärt Hasselwander auf. Das Schreiben der AWS enthalte bereits einen Vorschlag, wie viele und in welcher Größe die braunen Tonnen bestellt werden sollten. Diese beruhen auf Erfahrungswerten. „Wenn die Adressaten mit unserem Vorschlag einverstanden sind, brauchen sie nichts weiter zu tun. Sollten sie ein anderes Behältervolumen wünschen oder im eigenen Garten kompostieren, werden sie gebeten, die dem Schreiben angehängte Bedarfsanfrage auszufüllen und bis zu einem vorgegebenen Datum zurückzuschicken“, so Hasselwander. Je nach Größe der Tonne kommen auf die Bürger unterschiedliche Kosten zu: Bei wöchentlicher Leerung kostet ein 60-Liter-Behälter 42 Euro, ein 120-Liter-Behälter 82,20 und ein 240-Liter-Behälter 156,60 Euro.

Während die AWS die Restabfall- und Altpapiertonnen im Vollservice leeren, müssen die Biotonnen am Abfuhrtag von den Nutzern vor Ort gut sichtbar für die Müllmannschaft am Gehwegrand bereitgestellt werden. Die Biotonne ersetzt nicht die Grüngutsammlung. Das heißt, danebenliegendes Reisig oder gefüllte Grüngutsäcke werden nicht mitgenommen. Die Abfälle dürfen nicht in Plastiktüten verpackt in der Biotonne entsorgt werden. Und auch sogenannte kompostierbare „Bio“-Plastiktüten sind unerwünscht.

Ein eigener Komposthaufen ist eine Alternative

Die Einführung der Biotonne ist umstritten. Es gibt allerdings nur wenige Möglichkeiten, sich befreien zu lassen. Eine Pflicht für die Biotonne besteht nicht, wenn vor Ort sämtliche Bioabfälle selbst verwertet werden. Allerdings müssen dafür auf dem angeschlossenen oder eigenen Grundstück mindestens 50 Quadratmeter Gartenfläche pro Person vorhanden sein. Zudem ist eine Befreiung möglich, wenn es auf dem Grundstück keinen Platz für einen Bioabfallbehälter gibt, und die Tonne dauerhaft im öffentlichen Verkehrsraum stehen würde.

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