Offiziell ist die Parteiführung der AfD mit dem Abschneiden in NRW zufrieden. Für die Bundestagswahl im September hofft sie aber auf mehr Stimmen – das Wunschziel „zweistellig“ wird von Teilen der Führung offen benannt.

Berliner Büro: Roland Pichler (rop)

Berlin - Die Alternative für Deutschland (AfD) atmet auf. Das Abschneiden in Nordrhein-Westfalen gilt aus Sicht der Bundespartei als Testlauf für die Bundestagswahl. Ein Ergebnis zwischen sieben und acht Prozent im bevölkerungsreichsten Bundesland bewertet der bundesweite Spitzenkandidat Alexander Gauland als „hervorragend“. Die AfD habe gegenüber den letzten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und im Saarland enorm zugelegt. Das sei eine gute Ausgangsbasis.

„Wir sind satt und solide drin“, sagte der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen. Er glaubt, dass die AfD bei der Bundestagswahl noch eine Schippe zulegen könnte. Allerdings bleibt die AfD deutlich unter den zweistelligen Landtagsergebnissen, die sie noch vor gut einem Jahr bei den Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt erzielte.

Schwach besuchte Wahlparty

Jubelstimmung kam bei der schwach besuchten Wahlparty der Bundespartei am Rande Berlins auch nicht auf. Zur Veranstaltung sind nur wenige Parteifunktionäre erschienen. Immerhin ist die Partei froh, dass es in NRW besser lief als zuvor in Schleswig-Holstein und im Saarland. Das Resultat zeige, dass es falsch gewesen sei, der AfD das Totenglöckchen zu läuten, sagte Meuthen. Manche Medien hätten das getan. „Wir sind da“, sagte Meuthen. Für ihn zählt vor allem, dass die Partei inzwischen im 13. Landtag vertreten ist. Es sei gelungen, von „null auf 13“ in die Landtage einzuziehen.

Verweis auf die Führungsquerelen

Der Bundesvorstand erklärt das Abschneiden in NRW damit, dass die AfD nach ihren langen Führungsquerelen an der Spitze inzwischen geschlossen auftrete. „Ich führe das auf die Einigkeit nach dem Kölner Parteitag zurück“, sagte Meuthen. In Köln hatte sich die AfD für ein Spitzenteam entschieden, das aus Gauland und Alice Weidel besteht. Die Bundesvorsitzende Frauke Petry gilt seither als geschwächt.

Die AfD-Führung hält weiterhin am Ziel fest, bei der Bundestagswahl im September ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen. „Wir wünschen uns für die Bundestagswahl mehr“, sagte die Parteivorsitzende Frauke Petry. Da die 2013 gegründete Partei in Ostdeutschland stärker abschneide als in den westlichen Landesverbänden, sei dies nach wie vor möglich, meinte Gauland.

Lesen Sie mehr zum Thema

AfD