Konstanz - Bis 2040, so hat es sich die Landesregierung vorgenommen, soll Baden-Württemberg klimaneutral werden. Konstanz hat sich dieses Ziel schon etwas früher auf die Fahnen geschrieben. Spätestens 2035, das hat der Gemeinderat im Juli 2020 beschlossen, will die 85 000 Einwohner zählende Stadt am Bodensee klimaneutral sein.
Doch daraus wird nichts werden, befürchten der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) und der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, wenn das Land seine Vorschriften beim Denkmalschutz nicht ausmistet. In einem offenen Brief an Winfried Kretschmann (Grüne) haben die beiden den Ministerpräsidenten nun aufgefordert, die Bestimmungen zu ändern, etwa um Fotovoltaikanlagen auf Dächern denkmalgeschützter Gebäude zu ermöglichen.
„Wir müssen schneller werden“
„Wir alle müssen schneller werden, agiler werden, ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen in die Realität umsetzen“, wenn man die Schöpfung für kommende Generationen bewahren wolle, heißt es in dem Schreiben. In Städten wie Konstanz, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim oder Pforzheim lasse sich kaum Strom durch Windkraft erzeugen. Die Dachflächen böten dafür das größte Nutzungspotenzial.
Denkmalgeschützte Häuser kommen nicht in Betracht für Solarstrom
Aber „von den etwa 160 stadteigenen Gebäuden stehen knapp die Hälfte unter Denkmalschutz“, bei kirchlichen Liegenschaften sei der Anteil deutlich höher. Aktuell kämen sie darum für Solarstrom gar nicht erst in Betracht. Gerade bei reversiblen Maßnahmen müsse künftig der Klimaschutz Vorrang vor dem Denkmalschutz bekommen, fordern Uli Burchardt und Bischof Jochen Cornelius-Bundschuh in ihrem Brief an Kretschmann.