VfB Stuttgart gegen Dynamo Dresden Die starke Ersatzbank macht sich bezahlt

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Nach zwei Heimniederlagen hat sich der VfB Stuttgart mit einem 3:1-Sieg gegen Dynamo Dresden zurückgemeldet. Was dabei entscheidend war, erklären wir in unserer Spielanalyse „Fünferkette“.

Blitzstarter: Kurz nach seiner Einwechslung sorgt Silas Wamangituka für die Entscheidung. Foto: Baumann 14 Bilder
Blitzstarter: Kurz nach seiner Einwechslung sorgt Silas Wamangituka für die Entscheidung. Foto: Baumann

Stuttgart - Sven Mislintat war sichtbar erleichtert, für ausgelassene Freudensprünge jedoch sah der Sportdirektor des VfB Stuttgart keinen Anlass. „Wir haben zuletzt unsere Pole Position verspielt – um sie wieder zurückzuholen, braucht es mehr als einen Heimsieg“, sagte Mislintat nach dem 3:1 (2:0) gegen Dynamo Dresden. Doch immerhin: „Wir haben jetzt auch in Liga den ersten Schritt gemacht.“

Im Pokal hat der VfB zuletzt beim Hamburger SV gewonnen, in der Zweiten Liga jedoch hatte es zuvor drei Niederlagen in Serie gegeben. Diesmal war nicht alles, aber einiges anders als bei den Heimpleiten gegen Wehen Wiesbaden und Kiel sowie im Punktspiel in Hamburg, wie unsere Spielanalyse „Fünferkette“ zeigt.

Spielidee Wie im Pokalspiel beim HSV schickte VfB-Trainer Tim Walter sein Team in der so genannten Tannenbaumformation aufs Feld. Bedeutet: Eine Dreierkette (Orel Mangala, Atakan Karazor und Santiago Ascacibar) vor der Abwehr, zwei offensive Leute (Philipp Förster und Philipp Klement) hinter Angreifer Nicolas Gonzalez. Von Beginn an setzte der VfB anfangs nervöse Dresdner unter Druck, ging früh in Führung und kam noch vor der Pause zum 2:0. Nach dem Dresdner Anschlusstreffer kurz nach der Pause jedoch musste der VfB bange Momente überstehen – auch weil die Stuttgarter Offensive wieder einmal viel zu fahrlässig mit ihren Chancen umging.

Spielentscheidend Das große Plus des VfB ist, dass er auch in der Breite einen Kader besitzt, von dem der Rest der Liga nur träumen kann. Es gestattete Trainer Walter gegen Dresden den Luxus, Mario Gomez 90 Minuten auf der Bank sitzen zu lassen und in Hamadi Al Ghaddioui und Silas Wamangituka zwei andere Stürmer einzuwechseln, als die Sachsen müde wurden. Der 20-jährige Wamangituka war es, der unmittelbar nach seiner Einwechslung einen unwiderstehlichen Sprint zum 3:1 abschloss und damit die Zweifel am VfB-Sieg beseitigte.

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Spielentscheider Weil der VfB zuvor so viele Gelegenheiten zur vorzeitigen Entscheidung ausgelassen hatte, musste sich das Team am Ende bei Gregor Kobel bedanken. Beim Stand von 2:1 bewahrte der Torhüter den Gastgeber mit einer starken Parade gegen Luka Stor vor dem möglichen Ausgleich. Man mag sich lieber nicht vorstellen, was in den letzten Minuten noch alles passiert wäre, hätte der VfB eine 2:0-Führung aus den Händen gegeben. Bereits im ersten Abschnitt hatte Kobel mit einer Fußabwehr einen Treffer des brandgefährlichen Dynamo-Stürmers Moussa Koné verhindert.

Wortspiel „Jetzt hoffen wir nicht, dass er jedes Mal Papa werden muss, bevor er trifft“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat über den Argentinier Santiago Ascacibar, der unter der Woche bekannt gegeben hatte, dass er erstmals Vater wird, und gegen Dresden sein erstes Pflichtspieltor überhaupt im VfB-Trikot erzielte.

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Spielplan Am Samstag (13 Uhr) steht dem VfB mit dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück eine sehr unangenehme Aufgabe bevor. Viel zu gewinnen gibt es in der Partie gegen den auf Tabellenplatz 15 rangierenden Aufsteiger nicht – dafür aber viel zu verlieren. In Regensburg kamen die Niedersachsen am Freitag nach einem 0:2- und 1:3-Rückstand noch zu einem 3:3.