Anne-Frank-Schule in Stuttgart-Möhringen So viele Besucher waren noch nie an der Schule

Von Christoph Kutzer 

Seit 50 Jahren gibt es Anne-Frank-Realschule schon. Das feierten mehr als 800 Besucher, von denen einer sogar eigens aus Russland angereist war. Denn das Fest war gleichzeitig auch ein gigantisches Klassentreffen.

Die Schulleiterin Beate Müller  (rechts) überreichte der Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (links) eine Zeitkapsel für den neuen Multifunktionsneubau. Foto: Kutzer
Die Schulleiterin Beate Müller (rechts) überreichte der Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (links) eine Zeitkapsel für den neuen Multifunktionsneubau. Foto: Kutzer

Möhringen - Diese Karte gab es schon in den 80ern“, stellt Peter Hassler fest und deutet auf eine Darstellung der Erdzeitalter und der Evolution. „Aber neue Stühle gibt es hier“. Der Softwareberater aus Wien ist am Samstag nach Möhringen gekommen, um beim Sommerfestival zum 50-jährigen Bestehen der Anne-Frank-Gemeinschafts- und Realschule Erinnerungen aufzufrischen. Für Hasslers Abschlussjahrgang 1989 steht auf dem Hof ein eigener Tisch bereit. Die Jubiläumsfeier fungiert für viele Besucher gleichzeitig als Klassentreffen.

Das Sommerfest ist keine Nostalgieveranstaltung

Manuela Gerlach begutachtet gerade gemeinsam mit einer früheren Schulkameradin ein Foto des Lehrerkollegiums von 1977. Inzwischen zählt ihre Tochter zu den Ehemaligen der Anne-Frank-Schule. „Die ist irgendwo da vorn und sucht nach Freunden, die sie länger nicht gesehen hat“, sagt Gerlach und deutet in die Menge. Zu den ältesten Zeitzeugen der Schulgeschichte zählt Doris Däubler, eine Lehrerin der ersten Stunde. Auch die 84-Jährige hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich auf dem Gelände vorbeizuschauen.

Obwohl der Blick in die Vergangenheit sowohl die Gespräche als auch die verschiedenen Ausstellungen im Schulgebäude prägt, in denen auf 50 Jahre Kino, technologische Entwicklungen, politische Ereignisse oder Höhepunkte der Popmusik zurückgeblickt wird, ist das Sommerfest keine Nostalgieveranstaltung. Zwar muss die Grundsteinlegung für den neuen Multifunktionsbau noch ein paar Wochen warten, Schulleiterin Beate Müller überreicht Bürgermeisterin Isabel Fezer aber immerhin schon eine Zeitkapsel, die im Fundament einzementiert werden soll. „Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit Iris Ripsam im Grünen stand und überlegte, wie und wo man die Pläne für eine eigene Mensa am besten umsetzen könnte“, so Müller. „Es gab Zeiten, da haben die Schüler im Sommer auf dem Schulhof gegessen. Das ist unvergesslich, aber es ist gut, dass wir nun eine Alternative gefunden haben.“ Iris Ripsam, inzwischen Bundestagsabgeordnete der CDU, hat ihren Abschluss an der Realschule Möhringen anno 1976 gemacht.

Viele ehemalige Schüler kamen eigens aus der Ferne

Sharon stand eben noch im Musiksaal als „krass böses Einhorn“ auf der Bühne und durfte Rotkäppchen piesacken. Nun hängt das Kostüm am Haken, und die Aufregung ist verflogen. „Jetzt geht das Fest auch für mich richtig los“, freut sich die 13-Jährige. Und auch Holger Viereck, der an der Anne-Frank-Schule Deutsch, EWG und Geschichte unterrichtet, wirkt zufrieden. „Wir haben mehr als 800 Besucher hier. Das sind so viele wie noch nie bei einer Schulveranstaltung“, sagt der Lehrer. „Und es ist nicht nur halb Möhringen da. Einige sind auch aus Braunschweig oder Köln angereist. Ein ehemaliger Schüler kam sogar eigens aus Russland, wo er gerade auf Montage ist.“

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