Anthony Hopkins über seinen Sieg Der Oscar-Gewinner erweist Boseman Respekt

Anthony Hopkins in  „The Father“ – diese Hauptrolle brachte dem 83-Jährigen seinen zweiten Oscar ein. Foto: Sean Gleason/Sony Pictures Classics/AP/dpa
Anthony Hopkins in „The Father“ – diese Hauptrolle brachte dem 83-Jährigen seinen zweiten Oscar ein. Foto: Sean Gleason/Sony Pictures Classics/AP/dpa

Viele tippten darauf, dass Chadwick Boseman posthum den Oscar bekommen würde. Stattdessen wurde Anthony Hopkins bester Hauptdarsteller. Nun hat sich der Sieger geäußert.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Los Angeles - Anthony Hopkins fehlte bei der Oscar-Gala, als der britische Star am Sonntagabend in Los Angeles zum besten Hauptdarsteller in dem Drama „The Father“ gekürt wurde. Doch am Montag bedankte sich der 83-Jährige mit einer Grußbotschaft auf Instagram: „Guten Morgen. Hier stehe ich, in meiner Heimat Wales. Im Alter von 83 Jahren habe ich diesen Preis nicht erwartet, wirklich nicht“, sagte Hopkins, der einem breiten Publikum 1991 mit seiner Serienkillerrolle in „Das Schweigen der Lämmer“ bekannt wurde, in der Videoansprache.

Er sei der Filmakademie „sehr dankbar“. Zugleich zollte er seinem posthum für einen Oscar nominierten Kollegen Chadwick Boseman Tribut. Er sei zu früh gegangen, sagte Hopkins. Boseman war 2020 mit 43 Jahren an Krebs gestorben. Ihm waren gute Chancen eingeräumt worden, den Hauptdarsteller-Oscar für „Ma Rainey’s Black Bottom“ zu gewinnen.

Hopkins, der in „The Father“ einen dementen, starrköpfigen Vater spielt, hat damit einen Oscar-Rekord aufgestellt. Er ist nun der älteste Schauspieler, der je einen Oscar gewonnen hat. Er übertrifft altersmäßig den Kanadier Christopher Plummer, der 2012 mit 82 Jahren den Oscar für die beste Nebenrolle in dem Drama „Beginners“ holte.

Auf Hopkins hatte kaum jemand gewettet

Nachdem Chadwick Boseman im Vorfeld der Oscars bei mehreren anderen Preisverleihungen posthum geehrt worden war, hielten manche auch den Oscar für eine ausgemachte Sache. Schließlich steht die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die den Preis vergibt, seit einiger Zeit unter heftigem Druck, weil sie nicht-weiße Künstler so wie Frauen auch jahrzehntelang auffällig benachteiligt hat. Ebenso auffällig bemühte sich die Academy einige Male schon um öffentlichkeitswirksame Nachbesserung. Gerade auch Zyniker hatten daher dieses Jahr auf afroamerikanische Gewinner der männlichen und weiblichen Hauptdarsteller-Oscars gewettet.

Zwar hat die Academy eine Tendenz, Talente, die sie jahrelang ganz geschnitten oder nie über Nominierungen hat hinauskommen lassen, doch noch irgendwann zu ehren. Das erfolgt dann relativ unabhängig von der aktuellen Leistung, der jeweilige Oscar ist dann als Entschuldigung und Würdigung früherer Verdienste zu werten. Bei Anthony Hopkins allerdings war zumindest so ein Druck nicht vorhanden: Für seinen Auftritt als Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“ nennt er bereits einen Hauptdarsteller-Oscar sein eigen, seitdem war er einschließlich „The Father“ noch fünfmal nominiert.




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