Ausbau der B 27 auf den Fildern Verkehrsminister verteidigt Ausbau der B 27

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Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) verteidigt bei einer Parteiveranstaltung in Leinfelden den geplanten sechsspurigen Ausbau der B 27 auf den Fildern gegen Kritik.

Der Ausbau der B 27 genießt bei Landesverkehrsminister Winfried Hermann hohe Priorität. Wann die Verbreiterung auf sechs Spuren kommt, entscheidet aber der Bund. Foto: Norbert J. Leven
Der Ausbau der B 27 genießt bei Landesverkehrsminister Winfried Hermann hohe Priorität. Wann die Verbreiterung auf sechs Spuren kommt, entscheidet aber der Bund. Foto: Norbert J. Leven

Filder - Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) räumt einem Ausbau der B 27 auf sechs Fahrspuren zwischen Echterdingen und der Anschlussstelle Aich weiterhin die höchste Dringlichkeit bei den Straßenbauprojekten des Landes ein. Diese Auffassung bekräftigte er bei einer Veranstaltung seiner Partei in Leinfelden. Grundsätzlich halte das Ministerium aber an der Prämisse Erhalt vor Neubau fest.

Hermann verteidigte das Vorhaben gegen Kritik aus dem Publikum. Er wies auf die hohe Belastung – mit 80 000 Fahrzeugen die höchstbelastete Bundesstraße in Deutschland – auf diesem Abschnitt hin. „Die Zahl der Fahrspuren korreliert mit der Belastung“, sagte der Minister. Hermann sieht den Ausbau nicht als Allheilmittel: „Das wird das Verkehrsproblem nicht grundsätzlich lösen. Ohne Kombiangebote wird das nichts.“

Verbreiterung der Autobahn ist angemeldet

Wann der Ausbau der B 27 umgesetzt wird, steht in den Sternen. Am neuen Bundesverkehrswegeplan wird im Bundesverkehrsministerium derzeit noch gearbeitet. Weitere vom Land mit höchster Priorität versehene Straßenbauprojekte betreffen ebenfalls teilweise den Filderraum: Angemeldet sind in Berlin ein weiterer Ausbau der A 8 auf den Abschnitten von Vaihingen bis zum Echterdinger Ei sowie von dort bis zum Anschluss Esslingen. Ein dritter Ausbauabschnitt ist beim Bund für die Strecke zwischen Esslingen und Wendlingen angemeldet.

Dem jüngst wieder aufgetauchten Projekt zum Bau eines Nord-Ost-Rings um Stuttgart erteilte der Landesverkehrsminister hingegen eine deutliche Abfuhr: Dieses Projekt „kann und wird nicht gebaut werden“, sagte Hermann. Gleichwohl stuft er die vorhandene netzartige Struktur der Verkehrsadern im Ballungsraum Stuttgart als „problematisch“ ein. Eine Lösung sehe er allein in einer Ertüchtigung der von A 8 und A 81 gebildeten Autobahn-Tangenten. „Die vorhandene Infrastruktur müssen wir intelligent nutzen“, beispielsweise durch eine Öffnung von Standspuren in den Stoßzeiten.

Anlage ist „eigentlich technisch überholt“

Kritischen Anmerkungen aus dem Publikum zu widersinnigen Anzeigen der Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der B 27 pflichtete der Minister bei. „Ich kann den Ärger teilen“. Nebelwarnung bei klarer Sicht finde er auch daneben. Die auf der Schnellstraße installierte Anlage sei die älteste ihrer Art „und eigentlich technisch überholt“, versuchte Hermann Fehlfunktionen zu erklären. Er ermunterte dazu, falsche Anzeigen dem Regierungspräsidium mitzuteilen.

Hermann, der bis 2020 eine 20-prozentige Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Land als Ziel definiert hat, stufte das im Frühjahr vereinbarte dritte Gleis zum Anschluss des Flughafens und den kreuzungsfreien Ausbau der Rohrer Kurve als „größten Erfolg“ beim Projekt Stuttgart 21 ein. Seit einem halben Jahr stritten nun aber Experten der Bahn und der Projektpartner darüber, wie die Vereinbarung in Vertragstexte zu übersetzen sei. Wenn alles gut laufe, könnten Verträge für den Filder­abschnitt jedoch in dieser Woche unterzeichnet werden.