In einigen Ausbildungsberufen verdient man bereits während der Ausbildung mehr als in anderen. Hier gibt es einen Einblick in fünf Ausbildungsberufe, bei denen Top-Gehälter schon während der Ausbildung keine Seltenheit sind.

Stuttgart – Nicht nur viele Studenten müssen auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern hoffen, auch zahlreiche Auszubildende verdienen zu wenig Geld, um während ihrer Ausbildung auf eigenen Beinen zu stehen. Doch nicht in allen Ausbildungsberufen gibt es wenig Geld, während mancher Ausbildungen kann der Azubi bereits gutes Geld verdienen und sich im Anschluss auf ein ordentliches Einstiegsgehalt freuen.

Inhalt:

Eine Ausbildung zum Fluglotsen

Die Helden des Flugverkehrs regeln alles was in der Luft und auf dem Landeplatz passiert. Fluglotsen haben den Flugverkehr immer fest im Griff und kontrollieren die Bewegungen aller Flugzeuge auf den Flughäfen und im Luftraum. Da man in diesem Beruf die direkte Verantwortung für viele menschliche Leben übernimmt, ist psychische Stabilität und Belastbarkeit eine Grundvoraussetzung für die Arbeit. Es besteht zu jeder Zeit eine Verbindung zwischen dem zuständigen Fluglotsen und den Menschen im Flugzeug, dem Wetterdienst, sowie den Fluggesellschaften.

Voraussetzungen für eine Ausbildung als Fluglotse

Wer bereits in der Schule ein Händchen für Englisch und Mathematik hatte und auch bei Technik und Werken beweisen konnte, keine zwei linken Hände zu haben, kann eine Ausbildung zu Fluglotsen in Erwägung ziehen. Doch auch außerschulische Qualifikationen machen einen Bewerber zur einem potenziellen Azubi. So sind ein räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein ebenso wichtig, wie psychische Stabilität. Als Schulabschluss wird das Abitur oder Fachabitur empfohlen.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung dauert, wie die meisten gängigen Ausbildungen, drei Jahre. Zur Beginn der Ausbildung müssen Anwärter einen Eignungstest durchlaufen. Dabei wird auf die psychische Stabilität, sowie die körperliche und geistige Verfassung geachtet. An der Flugsicherungsakademie findet der theoretische Unterricht statt. Die praktische Erfahrung wird in Kontrollzentralen oder Towern internationaler Flughäfen gesammelt. Während der Ausbildung findet eine Spezialisierung auf Tower oder Center statt.

Lerninhalte der Ausbildung sind:

  • Flugverkehrskontrolle
  • Flugwetterkunde
  • Flugfunkdienst
  • Flugdatenverarbeitung

Am Ende der Ausbildung können Azubis den Radar lesen, kennen die komplexe Technik von Flugzeugen, sind echte Wetterexperten, wissen alles über technische Ausrüstung und sind versiert im Bereich Gesetze und Organisation.

Gehalt in der Ausbildung als Fluglotse

Die Ausbildung zum Fluglotsen gilt mit als bestbezahlte Ausbildung. Bereits während der Ausbildung verdient ein Fluglotse mehr als mancher Erwerbstätige in einem anderen Beruf. So ist während den drei Ausbildungsjahren eine Gehaltsspanne zwischen circa 900 und bis zum 5000 Euro angesetzt. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender im ersten Lehrjahr bis zu 1000 Euro. Im zweiten Lehrjahr beträgt das Gehalt schon um die 2200 Euro. Zum dritten Lehrjahr wird das Einkommen erneut angehoben und der Auszubildende erhält bis zu 4300 Euro monatlich. Auch das Einstiegsgehalt im Beruf des Fluglotsen kann sich sehen lassen. Im Durchschnitt kann ein ausgelernter Fluglotse im ersten Berufsjahr mit über 6000 Euro rechnen.

Im Bereich Logistik, Verkehr und Flughafen gehört der Beruf des Fluglotsen zu den am besten bezahlten Berufen. Dieses Einkommen ist unter anderem möglich, da man im öffentlichen Dienst bei der Deutschen Flugsicherung nach Tarifvertrag bezahlt wird. Doch auch in diesem Beruf variieren die Gehälter von Bundesland zu Bundesland. Am besten bezahlt werden Fluglotsen in Baden-Württemberg und Bayern, während sie in Thüringen am wenigsten verdienen.

Die Ausbildung bei der Polizei

Die Ausbildung zum Polizeiobermeister im mittleren Dienst dauert ganze 30 Monate. In dieser Zeit werden die Anwärter und Anwärterinnen umfassend auf den Polizeialltag vorbereitet. Der Polizeidienst wird in den einfachen, den mittleren und den gehobenen Dienst unterteilt. Im Folgenden wird hauptsächlich der mittlere Dienst behandelt.

Deutschlandweit gibt es verschiedene Polizeibehörden. So unterscheidet man zwischen der Landespolizei, die in jedem Bundesland eigenständig organisiert ist, der Bundespolizei, die Aufgaben an Bahnhöfen, Flughäfen oder Grenzen übernimmt, und dem BKA und der Polizei des Deutschen Bundestages. Bundespolizisten haben in Teilen ähnliche Aufgaben wie Polizisten bei der Landespolizei, jedoch sind sie hauptsächlich an Bahnhöfen und Flughäfen eingesetzt. Sie schützen Ministerien und Konsulate, überwachen die Grenzen, sichern Großveranstaltungen und bekämpfen grenzüberschreitend Kriminalität.

Voraussetzungen für die Ausbildung bei der Polizei

Für den mittleren Dienst bei der Landes- als auch Bundespolizei benötigt man einen Haupt- oder Realschulabschluss und muss mindestens 16 Jahre alt sein. Möchte man mit einem Hauptschulabschluss in den mittleren Dienst einsteigen, ist eine zuvor abgeschlossene berufliche förderliche Ausbildung vorzuweisen. Das Höchstalter für die Aufnahme in die Ausbildung beträgt bei der Bundespolizei nur 27 und bei der Landespolizei meist rund 35 Jahre. In einigen Bundesländern bedarf es außerdem diverse Nachweise, wie einen Nachweis über die sportliche Leistungsfähigkeit, den Nachweis eines bestimmten BMI, ein bestimmtes Sehvermögen und einen Führerschein.

Mit der Bewerbung geht ein Einstellungstest einher, der bestanden werden muss. Dieses Verfahren beinhaltet einen schriftlichen Test, einen sportlichen Test, eine polizeiärztliche Untersuchung und ein Vorstellungsgespräch.

Inhalte der Ausbildung zum Polizisten

Zu Beginn der Ausbildung erfolgt eine Grundlagenvermittlung. Auszubildende lernen Gesellschaftsrecht, Recht, Polizeitaktik und Kriminalistik und absolvieren Einsatztrainings, Fahr- und Sicherheitstrainings, Abwehr- und Zugriffstraining, sowie Sport und Informations- und Kommunikationstechnik. Anschließend folgt ein zwölfmonatiges Praktikum in einem Revier und daraufhin erneut sechs Monate Unterricht.

Gehalt in der Ausbildung

Als Anwärter im mittleren Vollzugsdienst verdient man bei der Polizei Baden-Württemberg im ersten Lehrjahr rund 1200 Euro netto, im zweiten Jahr 1250 Euro netto und im letzten Ausbildungsjahr 1300 Euro netto. Nach Abschluss der Ausbildung kann man mit einem Einstiegsgehalt von ungefähr 2400 Euro rechnen. Beamte werden nach dem Besoldungsgesetz bezahlt. Je nach Dienst, ob einfach, mittel oder gehoben, wird man innerhalb der Besoldungsgruppe A eingeordnet. Innerhalb seiner Gruppe steigt man dann mit Gewinn an Berufserfahrung in der Gehaltsklasse auf. Das Gehalt steht und fällt jedoch grundsätzlich mit dem Wohnort des Beamten. So verdient man als Polizist in Baden-Württemberg mehr als im Osten Deutschlands.

Gehobener und höherer Dienst

Im gehobenen Dienst wird man nach dem Studium zum Polizei- oder Kriminalkommissar ernannt. Zuerst absolvieren die Anwärter auch in diesem Fall eine neunmonatige Vorausbildung. Im Anschluss folgen sechs Monate Grundpraktikum und zwölf Monate Grundstudium. Danach gehen die Studenten ins sechsmonatige Hauptpraktikum und schließen im Anschluss mit einem zwölfmonatigen Hauptstudium ab.

Während der Ausbildung und des Studiums erhalten Anwärter des gehobenen Diensts im ersten Jahr rund 1250 Euro netto, im zweiten Jahr 1300 Euro netto und im letzten Ausbildungsjahr rund 1350 Euro netto.

Eine Ausbildung zum Bankkaufmann

Bankkaufmänner und Bankkauffrauen beraten ihre Kunden, kümmern sich um die Pflege von Kundenkonten, erstellen Finanzkonzepte und verwalten Wertpapiere. Der Beruf wird in einer dreijährigen dualen Ausbildung erlernt. Durch den regen Kundenkontakt hat man als Bankkaufmann einen abwechslungsreichen Alltag. Durch Weiterbildungen kann man sich stets neue Karrierewege eröffnen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann bei guter Leistung auf zwei Jahre verkürzt werden. Nach der Hälfte der Ausbildung findet der erste Teil der Abschlussprüfung statt. Der zweite Teil, der rund 80 Prozent der Note ausmacht, findet am Ende der Ausbildung statt. Die mündliche Prüfung stellt ein halbstündiges Beratungsgespräch nach.

Inhalte der Ausbildung zum Bankkaufmann

  • Ermitteln von Kosten und Erlösen
  • Kontoführung
  • Geld- und Vermögensanlagen
  • EDV-Programme
  • Steuerkunde
  • Rechnungswesen
  • Versicherungslehre
  • Deutsch
  • Sozialkunde
  • Ethik
  • Sport
  • Politik
  • Kreditgeschäft

Gehalt eines Bankkaufmanns in der Ausbildung

Im Bankwesen werden die Mitarbeiter üblicherweise nach Tarifvertrag bezahlt. Die einzelnen Banken haben jedoch unterschiedliche Verträge, weshalb die Vergütung von Arbeitgeber zu Arbeitgeber variieren kann. Im ersten Ausbildungsjahr werden Auszubildende meist bis 1000 bis 1100 Euro vergütet. Im zweiten Jahr verdient ein Azubi in der Bank schon um die 1100 bis 1200 Euro. Der Lohn wird im letzten Ausbildungsjahr nochmals leicht angehoben. Das Einstiegsgehalt liegt, je nach Tarifvertrag, bei rund 2500 Euro brutto im Monat.

Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzlagen

Bis zum ersten August 2022 trägt diese Ausbildung noch den Namen Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Da in diesem Jahr jedoch eine Neuordnung der Ausbildung stattfindet, um diese an die fortschreitende Digitalisierung anzupassen. In diesem Zug werden auch alle Ausbildungsinhalte modernisiert und angepasst. Der Kaufmann für Versicherungen und Finanzlagen ist für die Finanzberatung zuständig, kümmert sich um Immobilienfinanzierung, verwaltet Verträge, berät in Versicherungsfragen, ist für die Schadensbearbeitung zuständig und akquiriert Kunden.

Inhalte der Ausbildung

Bereits vor Beginn der Ausbildung wählen angehende Auszubildende zwischen den Schwerpunkten Versicherung und Finanzen. Ab dem Ausbildungsjahr 2022 gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung, wobei der erste Prüfungsteil bereits nach der Hälfte der Ausbildungszeit absolviert wird.

Wirtschaft, Sozialkunde und das Fach Deutsch bilden die allgemeinbildenden Fächer während dieser Ausbildung. Im ersten Ausbildungsjahr wird der Schwerpunkt auf die Kundenberatung gelegt. Im zweiten Jahr werden Schwerpunkte wie Verträge in der Lebens- und Unfallversicherung bearbeitet. Im dritten Jahr stehen Analysen des Versicherungsmarkts im Fokus der Ausbildung.

Gehalt während einer Ausbildung im Bereich Versicherungswesen

Absolviert man seine Ausbildung im privaten Versicherungsgewerbe, so liegt die monatliche Vergütung bei etwa 1070 Euro brutto im Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt sie bereits auf 1145 Euro, während man im dritten Lehrjahr um die 1230 Euro verdient. Mit diesem Verdienst während der Ausbildung gehört der Ausbildungsberuf des Kaufmanns für Versicherungen und Finanzlagen zu den bestbezahlten Ausbildungen.

Ist die Ausbildung abgeschlossen, bewegt sich das Einstiegsgehalt etwa zwischen 2500 bis 2800 Euro brutto im Monat. Mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit und höheren Positionen, steigt auch das Gehalt. Ist man im Außendienst tätig, sind auch Provisionsmodelle möglich.

Eine Ausbildung zum Biologielaboranten

Biologielaboranten helfen Neues zu erforschen und medizinische Produkte zu verbessern. Der Beruf des Biologielaboranten ist vielfältig und kann ganz unterschiedliche Arbeitsfelder umfassen. Ob Pflanzenschutz, Molekularbiologie oder Gentechnik, bei dieser Ausbildung sind die Azubis mit Medizinern und Laboranten hinter den Kulissen eines Forschungsinstitutes. Einsatzbereiche eines Biologielaboranten sind in der medizinischen und biologischen Forschung, in der angewandten Medizin, bei Lebensmittelherstellern, bei Pharma- und Kosmetikherstellern, in Krankenhäusern oder im öffentlichen Gesundheitswesen.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Bringen angehende Azubis ein ausgeprägtes technisch-physikalisches Verständnis und Interesse mit, sind sie ideal geeignet für die Ausbildung zum Biologielaboranten. Mitbringen sollte ein Anwärter für diese Ausbildung eine Fachholschulreife mit guten Noten im naturwissenschaftlichen Bereich.

Inhalte der Ausbildung zum Biologielaboranten

Die Ausbildung findet in dualer Form statt und dauert etwas mehr als drei Jahre. Der Auszubildende lernt den Umgang mit Pflanzen, Tieren, Chemikalien und technischer Einrichtung kennen, bevor er in einem Forschungslabor eingesetzt wird. Auszubildende lernen Messdaten zu erfassen, auszuwerten und zu verarbeiten, Proben zu entnehmen und zugehörige Analyseverfahren, den Umgang mit Arbeitsgeräten und deren Wartung, die Haltung von Versuchstieren sowie die rechtlichen und ethischen Grundlagen, Datenauswertung unter Berücksichtigung biologischer Variabilität und gentechnische und molekularbiologische Arbeiten.

In der Berufsschule gibt es Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Sozialkunde und Wirtschaftskunde, aber auch in berufsspezifischen Bereichen, wie diagnostische, biochemische, histologische und hämatologische Arbeiten.

Ausbildungsgehalt und Einstiegsgehalt als Biologielaborant

Das Gehalt während der Ausbildung hängt von dem gewählten Ausbildungsbetrieb ab und wird mit den Lehrjahren gestaffelt. Da die Ausbildung rund dreieinhalb Jahre dauert, sind vier Ausbildunsgehälter angesetzt. Im ersten Ausbildungsjahr verdient ein angehender Biologielaborant zwischen 750 und 850 Euro brutto. Im zweiten Lehrjahr steigt der Verdienst auf 790 bis 940 Euro. Im dritten und vierten Lehrjahr erhält der Auszubildende im Durchschnitt zwischen 850 und 1100 Euro brutto.

Das Einstiegsgehalt nach Absolvierung der Ausbildung liegt zwischen 2000 und 2700 Euro im Monat. Oft sind Arbeitgeber in dieser Branche an Tarife gebunden. Je länger man einem Betrieb treu bleibt, desto höher kann man aufsteigen und so auch auf ein höheres Gehalt hoffen.