Ausleihsystem für Räder und Pedelecs Regio-Rad-Stuttgart kann doch im Frühjahr starten

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Zuerst wollte er klagen, nun hat er doch klein beigegeben: Nextbike-Geschäftsführer Ralf Kalupner legt keine Beschwerde gegen die Vergabe des regionalen Rad- und Pedelecverleihsystems an die Bahntochter DB Connect ein. Das sorgt für Freude im Stuttgarter Rathaus.

Rot gehört bald der Vergangenheit an, die neuen Pedelecs sind blau. Foto: Lg/Kovalenko
Rot gehört bald der Vergangenheit an, die neuen Pedelecs sind blau. Foto: Lg/Kovalenko

Stuttgart - In Stuttgart und in 20 Kommunen der Region wird im Frühjahr 2018 ein neues Verleihsystem für Räder und Pedelecs eingeführt. Es wird von der Bahntochter DB Connect betrieben, nachdem der im Vergabeverfahren unterlegene Konkurrent Nextbike doch keine Beschwerde einlegen wird. „Das Rad ist auf kurzen und mittleren Strecken oft dem Auto überlegen. Das regionale Verleihsystem macht es für Pendler, Touristen und Tagesausflügler interessant umzusatteln“, so OB Fritz Kuhn (Grüne). Regio-Rad-Stuttgart könne ein Erfolgsmodell für andere Regionen werden.

Zuerst für, dann gegen Beschwerde

Das in Leipzig ansässige Unternehmen bestätigte den Verzicht auf weitere rechtliche Schritte. Nextbike-Geschäftsführer Ralf Kalupner hatte zunächst eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Vergabekammer Baden-Württemberg, die den Beschluss der Stadt Stuttgart für DB Connect bestätigt hatte, angekündigt. „Für uns ist das Verfahren noch nicht beendet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir Beschwerde einlegen“, hatte er gegenüber dieser Zeitung Anfang der Woche erklärt. Er hatte dies auch damit begründet, dass die von DB Connect angebotene Technik nicht ausgereift sei und zu „einem Gefummel“ führen werde. Am Freitag erklärte er nun aber, dass er sich „unter Würdigung der Sachlage und Gesamtumstände entschieden“ habe, keine Beschwerde einzulegen, auch wenn ihm das „nicht leicht gefallen“ sei. Doch das Verfahren hätte „allen Beteiligten viel Kraft, Zeit und Geld“ gekostet, „was alles sinnvoller eingesetzt werden kann, denn wir haben volle Auftragsbücher“, sagte er.

Im Rathaus würde der Verzicht „sehr begrüßt“, sagte Ralf Maier-Geißer, im OB-Büro für nachhaltige Mobilität zuständig. Im Gespräch mit dieser Zeitung kündigte Maier-Geißer an, dass nun rasch mit der DB Connect das weitere Vorgehen be­sprochen werde. Ob der in der Pressemitteilung genannte Starttermin 1. März 2018 gehalten werden könne, wollte Maier-Geißer nicht bestätigen: „Es kann auch 1. April werden“. In den nachfragearmen Wintermonaten würden nun die bisherige Ausleihsysteme verändert: In Stuttgart werden die roten Call-a-bike-Räder durch die blauen Regio-Rad-Räder ersetzt, in der Region geschieht gleiches mit den bisher angebotenen Nextbike-Pedelecs. Die Stationen, die im Besitz der Kommunen sind, werden technisch umgerüstet weiter genutzt.

Zu den 21 können 60 weitere Kommunen kommen

Regio-Rad-Stuttgart wird nach Angaben Maier-Geißers mit 685 Farrädern und 340 Pedelecs starten, davon stehen in Stuttgart 600 Räder und 150 Pedelecs sowie weitere Lastenräder. Gemeinsam mit Stuttgart wird das System eingeführt in Leinfelden-Echterdingen, Gerlingen, Schwäbisch Gmünd, Schorndorf, Waiblingen, Kernen, Urbach, Eislingen/Fils sowie in den bisher mit Nextbike-Rädern versorgten Kommunen Bietigheim-Bissingen, Schwieberdingen, Waiblingen, Herrenberg, Ludwigsburg, Holzgerlingen, Filderstadt, Schorndorf, Remseck, Kirchheim am Neckar und Fellbach. Weitere 60 Kommunen haben die Option, zum Frühjahr 2018 oder später dem Verleihsystem mit weiteren 114 Stationen, 390 Rädern und 370 Pedelecs beizutreten. Außerdem sei man mit weiteren Kooperationspartnern im Gespräch.

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