Ausstellung „Kunst am Ei“ in Schorndorf Hier gleicht garantiert kein Ei dem anderen

In der Schorndorfer Künkelin-Halle wurden echte Eier-Kunstwerke ausgestellt. Foto: Julian Rettig

In der Ausstellung „Kunst am Ei“ in der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf gab es Kunstvolles rund ums Ei und das Osterfest zu erleben. Wie konnten sich die Besucher auf Ostern und den Frühling einstimmen lassen?

Rems-Murr: Eva Schäfer (esc)

Veilchen sind ihre Lieblingsblumen sagt Maria Wolf. Daher stehen die blauen, zarten Blümchen auch in natura auf ihrem Tisch am Stand. „Die haben wir aus unserem Garten“, erzählt die Schorndorferin. Die Veilchen stehen quasi Modell für ihre Handwerkskunst: Mit Aquarellfarbe lässt Maria Wolf in aufwendiger Kleinarbeit die hübschen Blümchen auf Eiern in allen Größen weiterleben – und noch viele andere Blumen, Tiere sowie die österliche Häschen-Schule. Etwa fünf Stunden arbeite sie, bis ein Motiv so schön auf dem Gänseei prangt, berichtet sie. Auch Vorarbeiten wie das Ausblasen, das Säubern und Vorzeichnen bräuchten ja schließlich Zeit.

 

Maria Wolf weiß, was österliche Virtuosität ausmacht. Bei ihr laufen seit mehr als 20 Jahren die Fäden zusammen, um die Veranstaltung unter dem Titel „Kunst am Ei“ in der Schorndorfer Barbara-Künkelin-Halle auf die Beine zu stellen.

Auch aus Ungarn ist erstmals Aussteller Csaba Nagy in Schorndorf dabei

Am Wochenende konnten die Besucher wieder entdecken, wie unterschiedlich und fantasievoll Ostereier gestaltet werden können. Der Aussteller Csaba Nagy etwa, der aus Ungarn nach Schorndorf gekommen ist, ritzt selbst kreierte Muster in die gefärbten Eier und beklebt sie außerdem fein säuberlich mit Stroh. Seit vielen Jahren widmet er sich dem Eierverzieren. Er hat einen Zeitungsartikel aus früheren Jahren dabei. Unter dem Titel „Selbst die Queen besitzt ein Ei von ihm“ wird darin beschrieben, dass die ungarisch-englische Freundesgesellschaft aus Budapest damals der Königin ein Päckchen mit typischer Volkskunst schenkte – darin befand sich auch ein Ei-Kunstwerk von Nagy. Er ist das erste Mal in Schorndorf. Maria Wolf habe Kontakt mit ihm aufgenommen, erzählt er, und ihn eingeladen, bei der Eier-Schau mitzumachen. Er hat gerne angenommen.

Maria Wolf legt Wert drauf, dass die Ausstellung bestimmten Grundsätzen treu bleibt und dadurch an ihrer Besonderheit festhalte. „Hier wird keine Handelsware angeboten, sondern nur etwas, was jemand selber hergestellt hat“, sagt sie.

Zwischen 40 bis 50 Aussteller präsentierten sich an den beiden Tagen. Zu den Eier-Künstlern gesellten sich außerdem verschiedene Kunsthandwerker, die mit ihren Schöpfungen auf das Osterfest einstimmten. Zu ihnen gehört der Korbmacher Domenico Iodice. „Ich kann mich beim Korbflechten entspannen, ich mag das natürliche Material sehr“, sagt der Schorndorfer und lässt sich dabei zuschauen, wie unterschiedlichste Körbe entstehen, natürlich alles Unikate.

Manche der Aussteller waren früher auch in der Schwabenlandhalle zu sehen

Zuschauen kann man auch bei Klaus Stäbler, der zeigt, wie ein so genannter Schwobawenzling entsteht. Das sind handgedrechselte und handbemalte kleine Holzfiguren, die humorvoll Berufe und Tätigkeiten aus dem Alltag im Ländle darstellen. Da darf die Kehrwoche natürlich nicht fehlen. Dass Klaus Stäbler auch sich selber gerne auf die Schippe nimmt, zeigt der kleine Hinweis an seiner mobilen Werkstatt: „Man muss nicht verrückt sein, um hier zu arbeiten. Aber es hilft.“ Klaus und Inge Stäbler sind bereits über Jahre bei der Internationalen Ostereierbörse vertreten gewesen, als diese noch in der Fellbacher Schwabenlandhalle ausgerichtet wurde. Auch die Ausstellerin Barbara Mross aus Ludwigsburg war lange in Fellbach mit von der Partie. Sie arbeite eigentlich das ganze Jahr über, um ihren Stand bei der Ausstellung bestücken zu können, erzählt sie. Ihre „verrückten Hühner“ mag sie besonders gern – das sind bunt bemalte Eier mit fröhlichen Küken und Hühnern als Motive. Eine Besucherin aus Kornwestheim, die früher schon Stammgast in der Fellbacher Ostereierbörse war, erzählt, dass sie sich jedes Jahr aufs Neue von der Ausstellung inspirieren lasse. Petra Danner schaute auch schon mehrfach bei der „Kunst am Ei“vorbei. „Es macht einfach Spaß, es ist sehr vielfältig, was er hier zu sehen gibt“, sagt die Besucherin aus Urbach.

Die Nandu-Eier stammen sogar aus eigener Produktion

Dass hier bestimmt kein Ei dem anderen gleicht – das wird auch am Stand der Familie Häußler aus Allmendingen erfahrbar. Sie hat Nandu- und Straußeneier im Gepäck, die allein schon wegen ihrer Größe beeindrucken. Die Nandu-Eier kommen aus eigener Produktion - die straußenähnlichen Vögel leben im Garten der Familie.

Maria Wolf organisiert im Herbst auch den Kunsthandwerkermarkt in Schorndorf. Nähere Informationen unter: www.wolfseier.de www.wolfseier.de.

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