Automobilsommer in Mannheim Wenn Autos Musik machen

Von Johanna Eberhardt 

Seit Monaten wird für das multimediale Großereignis geprobt: die Uraufführung einer Autosinfonie in Mannheim.

Der Komponist der Sinfonie autosymphonic, Marios Joannou Elia, bringt Autos zum Klingen. Foto: dapd 3 Bilder
Der Komponist der Sinfonie 'autosymphonic', Marios Joannou Elia, bringt Autos zum Klingen. Foto: dapd

Mannheim - Ein Jahr lang haben sich hundert sorgsam ausgewählte Mannheimer Jugendliche mit Dozenten der Popakademie vorbereitet; auch in Stuttgart und Freiburg wird seit Monaten für das multimediale Großereignis geprobt. Die Veranstaltung am 10.September soll in der Stadt, in der Carl Benz das Auto erfunden hat, den Höhepunkt der Festlichkeiten zum Automobilsommer des Jahres bilden: die Uraufführung einer Autosinfonie bei einem Open-Air-Konzert mit Lichtinstallationen rund um den Wasserturm.

Musizieren werden dabei, neben den Mannheimer Jugendlichen, das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das Stuttgarter Vokalensemble, der Kinderchor der Stuttgarter Oper, die Söhne Mannheims und - das vor allem - ein 80 Fahrzeuge starkes Automobilorchester. In ihm sollen die Bremsen von schweren Lastwagen zischen und die sonoren Motoren vornehmer Oldtimer schnurren. Es sollen Tank- und Kofferraumdeckel rhythmisch klappern, Türen schlagen und Handschuhfächer klackern. Ab und zu wird auch eine Hupe ertönen. "Es ist das weltweit erste Automobilorchester, das in Mannheim zu hören sein wird", erklärt der Komponist Marios Joannou Elia, um alle Zweifel auszuräumen.

Fahrräder spielen mit

Der 33-Jährige aus Zypern, der in Salzburg und Wien Musik studiert und in England promoviert hat, hat schon Stücke komponiert, in denen Fahrräder mitspielen und Flugzeugteile oder Schiffsmotoren erklingen. Für die Stuttgarter Staatsoper hat er 2008 die Oper "Die Jagd" komponiert, die in der Schwabengarage aufgeführt wurde. Damals waren sechs Autos mit von der Partie - und danach hatte Elia dem Musikredakteur einer Sonntagszeitung seinen größten Traum verraten: "Ein ganzes Sinfonieorchester aus Autos".

Das hat wenig später der Chef der Mannheimer Kongressgesellschaft m:con, Michel Maugé, gelesen. In Mannheim hatte man damals gerade angefangen sich zu überlegen, wie man den 125.Geburtstag des Autos in der Stadt seines Erfinders gebührend feiern und zugleich die Welt darauf aufmerksam machen könnte, dass die wahre Wiege des Automobils einst weder in Detroit noch in Stuttgart stand, sondern - was bei einigen etwas in Vergessenheit geraten war - in Mannheim. Maugé hat damals rasch geschaltet: Schon drei Wochen nachdem er von Elias Wunsch gelesen hatte, ein Autoorchester auf die Beine zu stellen, haben sich die beiden in Innsbruck getroffen und Kontakt geknüpft.